Hochwassermeldeanlage liefert Pegelstands- und Niederschlagsmessungen vom Wörtersbach

Zeitgewinn durch Warnsystem

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Endlich: Vor ein paar Tagen wurde das Hochwasserwarnsystem oberhalb der Unterbaustraße in Peißenberg installiert. Roman Bals (Bildmitte) und Wetterexperte Stefan Schwarzer, der die Gemeinde in puncto Meldesystem beraten hat, schauen Monteur Dietmar Herz (Ott Hydromet) über die Schulter.

Peißenberg – Die Starkregenfälle und die daraus resultierenden Hochwasserereignisse vor einem Jahr haben die Gemeinde zum Handeln gezwungen. Parallel zu den mittel- bis langfristigen Planungen für den Bau von Regenrückhaltebecken hat die Kommune in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Bauhof einen Notfallplan entwickelt. Wichtiger Baustein dabei ist ein digitales Hochwasserfrühwarnsystem.

Schon im Februar hatte die Gemeinde eine entsprechende Warnanlage in Auftrag gegeben. Doch die Umsetzung verzögerte sich. Erst vor ein paar Tagen rückte die Kemptener Firma „Ott Hydromet“ am Kiesfangbecken oberhalb der Unterbaustraße an, um die Apparaturen samt Elektronik zu installieren. Dem Vernehmen nach soll es Probleme mit der Software und Programmierung gegeben haben. Das von der Marktgemeinde georderte System hat drei Funktionen: Neben der Niederschlagsmengen- und Pegelmessung liefert die Schaltanlage bei drohendem Hochwasser aktuelle Fotos vom Wörtersbach. Sämtliche Daten und Bilder werden in einer „Cloud“ gespeichert und können vom Bauhof, der Feuerwehr sowie der Rathausverwaltung im Bedarfsfall heruntergeladen werden. „Das Warnsystem verhindert natürlich kein Hochwasser“, betont Bauhofleiter Roman Bals, „aber wenn wir frühzeitig alarmiert werden, dann hilft es uns, die Schäden im Ort möglichst gering zu halten.“

Die 12 000 teure Warnanlage oberhalb der Unterbaustraße soll übrigens nicht die einzige im Gemeindegebiet bleiben. Eine zweite Station soll in der Bachstraße im Bereich der Einmündung des Michelsbachs und eine dritte am Stammerbach in Höhe der Fendter Straße installiert werden. Der Stammerbach bereitet den Einsatzkräften bei Starkregenfällen immer mehr Probleme. Die Flutwellen kommen meistens zeitverzögert im Ort an: „Den Bach hatten wir früher gar nicht so auf dem Schirm. Aber heuer ist er schon zweimal bedrohlich angestiegen“, berichtet Bals. Von Guselried bis Paterzell hat der Stammer- respektive Fendter Bach ein flächenmäßig extrem großes Einzugsgebiet.

Von Bernhard Jepsen

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