Langer Atem ist nötig

Für Hochwasserschutz am Angerbach wurden die Grundsatzbeschlüsse gefasst

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Der Hochwasserschutz am Angerbach ist ein komplexes Verfahren, das noch lange andauern wird.

Weilheim – An heißen Sommertagen liegt der Gedanke an überflutete Keller und gesperrte Straßen fern. Doch die Starkregenfälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass es schnell wieder anders kommen kann. Der Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser am Angerbach ist ein wichtiges, komplexes Vorhaben, das den Stadtrat noch in den nächsten 20 Jahren beschäftigen wird.

In seiner jüngsten Sitzung hat das Gremium für das interkommunale Projekt, das zusammen mit der Nachbargemeinde Eberfing ausgeführt wird, vier Beschlüsse gefasst. „Um die Förderanträge stellen zu können, braucht es diese Grundsatzbeschlüsse“, hatte Manfred Stork, Leiter der städtischen Bauverwaltung, eingangs erklärt.

Alle Details seien im Vorfeld „intensiv, ausführlich und zigfach mit den entsprechenden Behörden durchgegangen“ sowie geäußerte Bedenken „minutiös aufgearbeitet“ worden, rief der Bürgermeister in Erinnerung. Markus Loth (BfW) ging damit auf eine kritische Äußerung von Stadtrat Ullrich Klinkicht (Weilheim Miteinander) ein, der das Projekt mit seinen „massiven Eingriffen“ in die Natur für „fast größenwahnsinnig“ und kaum finanzierbar hält.

Die Durchführung des Hochwasserschutzprojektes für den aus Eberfing in die Kreisstadt fließenden Angerbach soll in drei Stufen erfolgen, beginnend mit dem „Abschnitt I Eberfing“. Die Projektleitung liegt beim Tiefbauamt. Jeder einzelne Bauabschnitt, betonte der Bürgermeister, trage bei einem Hochwasserereignis einen wichtigen Teil zur Entlastung Weilheims bei. Nach Loths Ausführungen kann das millionenschwere Projekt auf „gut 20 Jahre“ hinausgezogen werden, ohne dass sich dies negativ auf die Zuschussgewährung auswirken wird.

Da es sich beim Angerbach um ein Gewässer dritter Ordnung handelt, könne die Stadt im Schadensfall haftbar gemacht werden, meldete sich CSU-Stadtrat Klaus Gast zu Wort: „Wir müssen etwas tun. Der Grundsatzbeschluss ist nötig.“ Aus Sicht des Klimawandels hält auch Kollege Stefan Emeis (Grüne) den Hochwasserschutz für „absolut notwendig“. Der Klimaexperte erklärte: „Ein Prozent wärmere Luft bedeutet sieben Prozent mehr Wasser.“

Der Stadtrat traf einstimmig folgende Entscheidungen:

– Alle Maßnahmen des Projektes „interkommunaler Hochwasserschutz Angerbach“ werden mit entsprechender Vorfinanzierung durch die Stadt Weilheim durchgeführt.

– Der „Bauabschnitt I Eberfing“ wird als Teilmaßnahme vorab in Angriff genommen und fertiggestellt. Die Stadtverwaltung wird mit der Einreichung der jeweiligen Förderanträge beauftragt.

– Der Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für „Abschnitt I“ ist einzureichen. Damit verbunden sind die Vorfinanzierung von Planungskosten sowie Vorabmaßnahmen aus dem landschaftspflegerischen Begleitplan.

– Am Stadtbach werden Vorabmaßnahmen zur Sanierung durchgeführt und dafür auch die Vorfinanzierung übernommen.

„Der Hochwasserschutz für Weilheim“, fasste der Bürgermeister zusammen, „braucht einen langen Atem“.
Von Maria Hofstetter
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