Ist Weilheim vorbereitet?

Hochwasserschutz ist Thema im Weilheimer Stadtrat

Sitzungssaal
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In Anbetracht der vielen Flutkatastrophen in Deutschland wurde auch der Hochwasserschutz in Weilheim hinterfragt.
  • Sofia-Leonie Wiethaler
    VonSofia-Leonie Wiethaler
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Weilheim – Die Ereignisse der letzten Wochen haben erneut gezeigt, mit welcher Wucht Regionen vom Hochwasser getroffen werden können.

Kürzlich beschäftigte sich auch der Weilheimer Stadtrat mit dem Thema Hochwasserschutz. Die CSU/FDP-Fraktion hatte „in Anbetracht der Flutkatastrophe(n) der vergangenen Wochen“ einige Fragen an die Verwaltung gestellt. Dazu hatte das Stadtbauamt Stellungnahmen der einzelnen Fachbereiche eingeholt, die von Manfred Stork, Leiter Bauverwaltung, vorgetragen wurden. Zuerst erkundigte sich die Fraktion nach dem Stand des Hochwasserschutzes an der Ammer. Laut dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) ist der Stadtbereich vor einem HQ100 inklusive Klimaänderungszuschlag von 15 Prozent geschützt. Derzeit laufen noch Sanierungsarbeiten im Stadtbereich, bei denen die Auflandungen der letzten Jahre beseitigt und der Steinsatz instand gesetzt werden. Diese werden voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen. Defizite gibt es im Weilheimer Süden, so das WWA weiter. Dort tritt das Wasser in etwa bei einem HQ80 aus und gefährdet den Stadtbereich. Das Wasserrechtsverfahren zum Hochwasserschutz Weilheim Süd läuft und wird gegen Ende 2021 abgeschlossen sein.

Ferner wollte die Fraktion wissen, wie weit man aktuell mit dem Hochwasserschutz „an unseren Bächen“ sei. Dazu nahm das Stadtbauamt Stellung: „Für den Waitzackerbach wurde in den Jahren 2009 bis 2014 ein Regenrückhaltebecken unterhalb Tankenrain erstellt, das seitdem erfolgreich in Betrieb ist. Bei starken Regenfällen wird Wasser zurückgehalten und gedrosselt und kontrolliert über den Waitzackerbach abgeleitet. Für den Tiefenbach (von Polling und Oderding kommend) plant und erarbeitet das WWA den Hochwasserschutz Ammer Süd. Für den Angerbach/Simetsbach, von Osten kommend, hat die Stadt Weilheim zusammen mit der Gemeinde Eberfing auf interkommunaler Basis Hochwasserschutzmaßnahmen geplant. Das Planfeststellungsverfahren für den Bauabschnitt I Eberfing ist zwischenzeitlich genehmigt. Hier laufen derzeit Grundstücksverhandlungen der Gemeinde Eberfing und weitere Planungen zur Ergänzung des Entwurfes (Vorbereitungen für die Ausschreibung). Die weiteren Bauabschnitte II (mit zwei Rückhaltebecken und Gewässerausbau) und III (Schöpfwerk an der Ammer und Ertüchtigung Bachverrohrungen) sind weiterhin in der tieferen Bearbeitung.“

Auch auf die dritte Frage („Wo sind besonders gefährdete Bereiche für Überflutungen und Hochwasser im Stadtgebiet?“) ging das Stadtbauamt ein. Gemäß den Hochwassergefahrenkarten des WWA bestehe für den südlichen und westlichen Bereich der Stadt eine latente Hochwassergefahr durch die Ammer und den Angerbach. Mit den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen des WWAs „Ammer Süd“ sowie der Stadt im Bereich „Angerbach“ sollen diese Gefahren reduziert werden. Zudem sei die Stadt in ein Pilotprojekt „Anpassungen an den Klimawandel“ zur Erforschung von Starkregenereignissen aufgenommen worden. Hierzu laufen derzeit erste Untersuchungen.

Auf die Frage, wie die Bevölkerung gegebenenfalls gewarnt werde, ging der Katastrophenschutz des Landkreises ein. Die Bevölkerung werde über Sirenen gewarnt, mit anschließender Radiodurchsage. „Im Stadtgebiet sind drei Sirenen ortsfest, in den Stadtteilen Unterhausen, Marnbach und Deutenhausen ist jeweils eine Sirene ortsfest verbaut. Des Weiteren besitzen die FFW Weilheim und die Ortsteilfeuerwehren Marnbach-Deutenhausen und Unterhausen insgesamt vier mobile Sirenen Mobela, die die Warnung der Bevölkerung komplettieren.“ Das Landratsamt steuert federführend alle Warnungen der Bevölkerung. Dieses besitzt als Untere Katastrophenschutzbehörde auch das modulare Warnsystem MoWaS, mit dem über die Warn-Apps (zum Beispiel NINA, BIWAPP, regionale Warn-Apps) gewarnt werden kann.

Bei ihrer letzten Frage interessierte sich die Fraktion dafür, was Fachleute Bürger*innen zur Sicherung ihres Eigentums empfehlen würden. Darauf antworteten WWA und Katastrophenschutz. Zur Vorsorge für die Bevölkerung gebe es Broschüren von Bund und Länder. Hier geht es um Bauvorsorge, Versicherungsschutz und das Verhalten im Ereignisfall. Die Stadt setze in ihren neueren Bebauungsplänen bei Bedarf entsprechende hochwasserangepasste Höhenkoten für die Erdgeschosse fest und weist auf die Gefahren durch Hochwasser und Starkregenereignisse hin.

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