Hochwasserschutz zieht sich

Baubeginn für Regenrückhaltebecken frühestens 2019 – Zweites Meldesystem installiert

+
Am Wörthersbach wurde nach der Einmündung des Michelsbachs von der Allgäuer Fachfirma Ott ein weiteres Hochwassermeldesystem installiert. V.li. stellvertretender Bauhofleiter Hermann Deutschenbaur, Ott-Mitarbeiter Dietmar Herz und Wetterexperte Stefan Schwarzer.

Peißenberg– Nach der bereits im vergangenen Jahr montierten Anlage an der Unterbaustraße wurde am Wörthersbach in Peißenberg nun ein zweites Hochwassermeldesystem installiert – und zwar im Abschnitt nach der Rohreinmündung des Michelsbachs.

Wie auf der gesamten Bachstraße war es auch dort vor zwei Jahren im Zuge von Starkregenfällen zu massiven Überschwemmungen gekommen. Die aktuellen Pegelstände beider Meldesysteme sollen künftig für die Öffentlichkeit auf der Gemeinde-Homepage (www.peissenberg.de) abrufbar sein – verbunden mit einer farblichen Visualisierung bezüglich der jeweiligen Gefahrenstufe. „Das ist dann eine Art Hochwasser-Ampel“, erklärte Bürgermeisterin Manuela Vanni in der jüngsten Marktratssitzung. Die Meldesysteme sollen die Einsatzkräfte frühzeitig warnen und selbigen mehr Zeit für den Aufbau von Schutzmaßnahmen verschaffen.

Hochwasserereignisse verhindern können die Anlagen freilich nicht. Dazu bräuchte es bautechnische Maßnahmen. Doch die Planungen für den innerörtlichen Hochwasserschutz kommen aufgrund der verfahrensrechtlichen Hürden nur sehr schleppend voran. „Man sitzt mit den Fachbehörden zusammen und meint, es passt alles – und dann stellt sich irgendwann später heraus, dass es doch nicht passt“, kritisiert die Rathauschefin: „Es dauert mir alles viel zu lange, aber wir können es nicht ändern.“

Für den Hochwasserschutz in Peißenberg-Süd, der unter anderem den Bau eines großen Regenrückhaltebeckens westlich des ehemaligen BHS-Geländes vorsieht, ist die Entwurfs- und Genehmigungsplanung eigentlich schon seit November 2017 fertig. Doch bevor mit der Baumaßnahme begonnen werden kann, muss das Projekt zunächst ein wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren durchlaufen. Rathausmitarbeiter Thomas Schamper rechnet damit, dass das behördliche Procedere im Juni beginnen kann und mindestens ein halbes Jahr dauern wird: „Wenn alles optimal läuft, dann können wir vielleicht Ende 2019 mit dem Bau beginnen.“ Für Verzögerungen hatte kürzlich noch ein artenschutzrechtliches Gutachten gesorgt, im Zuge dessen unter anderem die Auswirkungen der geplanten Baumaßnahme auf die Lebensräume von Fledermäusen und Bachmuscheln untersucht wurden.

Noch gar keine zeitliche Richtmarke gibt es hingegen für die Planungen bezüglich Peißenbergs nördlichem Gemeindegebiet. Derzeit prüft ein Stuttgarter Ingenieurbüro, ob zur Entlastung des Wörthersbachs an den Zuläufen wirklich kostenintensive Regenrückhaltebecken errichtet werden müssen. Konkret geht es dabei um den Buchaugraben, den Michelsbach und den Sulzergraben. Zur Entlastung des Stammerbachs ist zudem im Bereich nordwestlich der Bahnlinie nach Weilheim ein Rückhaltebecken geplant. Die drei erstgenannten Becken müssten an den Hangkanten des Hohen Peißenbergs situiert werden, was bautechnisch einen hohen Aufwand erforderlich machen würde. Über den Stand der Untersuchungen und über mögliche Alternativlösungen soll in der nächsten Marktratssitzung informiert werden. 

Von Bernhard Jepsen

Auch interessant

Meistgelesen

Konzept für soziale Bodennutzung
Konzept für soziale Bodennutzung
5 Gründe, warum Sie sich anmelden sollten
5 Gründe, warum Sie sich anmelden sollten
Sägeblatt kracht auf Stoßstange
Sägeblatt kracht auf Stoßstange
Sprüher richten hohen Schaden an
Sprüher richten hohen Schaden an

Kommentare