Gebühren für städtisches Bürgerheim angehoben

Wenn altern mehr kostet

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Im städtischen Bürgerheim wurden die Tagessätze zum 1. Juni angehoben.

Weilheim – Seit Juni müssen die 196 BewohnerInnen des städtischen Bürgerheims für ihren Aufenthalt tiefer in ihre Tasche greifen.

Die Erhöhungen der Heimgebühren können monatlich bis zu hundert Euro Mehrkosten ausmachen, sagte Einrichtungsleiter Rainer Schlosser in der jüngsten Stadtratssitzung. Dort wurde die Erhöhung einstimmig verabschiedet, nachdem sich zuvor auch der Hauptausschuss dafür ausgesprochen hatte.

Für den Anstieg der Tagessätze, die sich aus den Kosten für den pflegebedingten Aufwand, für Unterkunft und Verpflegung, Ausbildungszuschlag und Investitionskostenanteil zusammensetzen, gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind die allgemeinen Lebenshaltungskosten gestiegen, zum anderen gab es zu Jahresbeginn zwei tarifvertragliche Veränderungen. Von Seiten der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“ und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber wurde zum 1. Januar diesen Jahres eine neue Entgeltordnung für Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes (Bereich Pflege) eingeführt. Außerdem erfolgte zum 1. Februar 2017 eine tarifliche Lohnerhöhung in Höhe von 2,35 Prozent. Damit sind auch höhere Lohnnebenkosten verbunden.

Die Tagessätze wurden für Rüstige (keine Pflegestufe, derzeit 45 Bewohner) als auch für pflegebedürftige Bewohner angehoben. Hat zum Beispiel ein Heimbewohner mit Pflegegrad drei bislang 100,87 Euro gezahlt, muss er nun 104,05 Euro aufbringen. Kann ein Bewohner die Kosten nicht mehr alleine stemmen, wird ein Antrag auf Sozialhilfe beim Bezirk Oberbayern gestellt. Dieser übernimmt dann die Kosten/Differenz und zahlt ein monatliches Taschengeld in Höhe von 106 Euro. Zuvor würden allerdings die Vermögensverhältnisse des Bewohners überprüft werden, sagte Schlosser.

Auch auf das Haus in der Münchener Straße 21, das eine Weilheimerin dem Bürgerheim übertragen hat und gerade renoviert wird, kam Schlosser zu sprechen. Bis Ende Juli sollen dort zehn seniorengerechte Wohnungen entstehen. Diese sind für rüstige Personen gedacht, allerdings könnten sich die Bewohner im Falle einer Pflegebedürftigkeit wie im eigenen Haus von einem ambulanten Pflegedienst versorgen lassen. Da die Wohnungen seniorengerecht gebaut sind, sei die Versorgung für den Pflegedienst einfacher. Inzwischen sind acht Einheiten vergeben. Für das bereits bestehende seniorengerechte Wohnen des Bürgerheims in der Münchener Straße 2a gibt es eine Warteliste mit 391 Voranmeldungen, sagte Schlosser. Diese würde nun abgearbeitet. Allerdings hätten sich viele Leute vorsorglich angemeldet.

von Sofia Wiethaler

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