Höhere Kosten, größere Becken – Neue Planungen beim Hochwasserschutz – Bürger sind verärgert

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KATHARINA GSÖLL; Marnbach – Weil die Leistungsfähigkeit der Verrohrung nicht ausreichend ist, können die bisherigen Pläne zum Hochwasserschutz in Marnbach und Deutenhausen so nicht umgesetzt werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung für den Hochwasserschutz an Angerbach und Stadtbach“, versprach Bürgermeister Markus Loth bei der Bürgerversammlung in Marnbach. Dazu seien jedoch „noch einige intensive Untersuchungen“ notwendig. Die Rohre des Stadtbachs und des Simmetsbachs können nicht, wie man zunächst angenommen hatte, 9,1, sondern nur 7,6 Kubikmeter/sek. schlucken. „Um dieses Volumen zu erhöhen, müssten die Rohre umfassend erneuert werden“, erklärte Stadtbaumeister Wolfgang Frank. Dies sei aber schlicht zu teuer. „Wie es aussieht müssen nun die Rückhaltebecken doch größer gebaut werden als wir gehofft hatten“, so Frank. Die Größe der Becken und die der Höhe der Dämme hatten bereits in jüngster Zeit für Ärger bei den Marnbacher und Deutenhausener Bürgern gesorgt. Zwischenzeitlich hatten man eine Kompromisslösung gefunden, die nun, mit den neuesten Untersuchungen, hinfällig ist. Mittlerweile belaufen sich die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz auf 10,4 Mio. Euro (siehe grauer Kasten) – 2,1 Mio Euro mehr, als man zuerst eingeplant hatte. Monika Nudlbichler aus Marnbach verstand nicht, warum „man die einen Bürger schützen und die anderen gefährden wolle“ und fragte auch: „Wenn die bisherigen Berechnungen falsch waren, warum sucht man dann nicht nach neuen Alternativen, sondern stellt nur neue Berechnungen auf?“ Darüber habe man laut Loth intensiv mit den Fachstellen an Landratsamt und Wasserwirtschaft diskutiert. Eine komplett andere Planung würde den Zuschuss von etwa 65 Prozent der Kosten gefährden. Die Alternative, einen Ringkanal zu bauen, wie man es vor 20 Jahren schon einmal überlegt hatte, sei „nicht praktikabel“. Georg Schwab bereitet eine weitere Frage Sorgen: „Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es doch anders kommt als in den Planungen angenommen?“, wollte der Deutenhausener wissen. „Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, wäre die Stadt Weilheim in der Haftung“, stellte Loth klar. Zeitplan April 2012: Beweissicherung, Baugrunduntersuchungen, Bodenkartierung, Pumpversuch Juli 2012: Vorlage des Grundwassermodells August 2012: Festlegung des Hochwasserschutzkonzeptes Januar 2013: Entwurfs- und Genehmigungsplanung Februar – August 2013: Einleitung des Planfeststellungsverfahrens. Rückhaltebecken Weilheim 1,7 II Marnbach 1,8 II Ramseerbach 1,4 Gewässerausbau Weilheim 0,7 II Eberfing 0,5 Angerbachverrohrung mit Kanalsanierung und Überhebebauwerk 4,3 Gesamt 10,4

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