Uli Hoeneß spricht über Politik – "Abteilung Attacke" gibt sich moderat

"In England wehen die Fahnen auf Halbmast"

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Nach dem Neujahrsgespräch wurde der Stargast umlagert: Geduldig verteilte Uli Hoeneß Autogrammkarten an seine Fans, unter die sich CSU-Landtagskandidat Harald Kühn mischte.

Peißenberg - Bastian Schweinsteiger geht nachts auf die Piste, Oli Kahn bekommt einen Wutanfall: Beim Neujahrsempfang der CSU in Peißenberg plauderte Uli Hoeneß aus dem Nähkästchen. Und auch seine Meinung zur Verpflichtung von Pep Guardiola verriet der Bayernpräsident in der Tiefstollenhalle.

Ein „Roter“ zu Gast bei den „Schwarzen“: Wie erwartet war Uli Hoeneß das große Zugpferd beim CSU-Neujahrsgespräch, zu dem Kreis- und Ortsverband der Christsozialen nach Peißenberg geladen hatten. Knapp 600 Besucher pilgerten am Sonntagvormittag in die Tiefstollenhalle, um den langjährigen Manager und jetzigen Präsidenten des FC Bayern hautnah zu erleben. Geboten wurde ihnen ein lockerer Plausch, bei dem sich Hoeneß als selbst ernannte „Abteilung Attacke“ eher von seiner sanften Seite zeigte. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt schlüpfte in die Rolle des Talk-Gastgebers und gab die Stichworte vor. Hoeneß verriet bei seinem knapp anderthalbstündigen Auftritt in Peißenberg das Erfolgsrezept des FC Bayern („Man muss die Mitarbeiter dazu bewegen, in eine Richtung zu marschieren.“), sprach über den Einfluss von Geld auf die Leistung von Profifußballern („Ab einem gewissen Zeitpunkt spielt das keine Rolle mehr.“) sowie über die Verpflichtung von Star-Trainer Pep Guardiola („Das ist eine Sensation. In England wehen die Fahnen auf Halbmast.“) und kommentierte den 40-Millionen-Transfer von Javier Martinez: „Böse Zungen behaupten, dass wir ihn nur gekauft haben, um die spanische Wirtschaft zu unterstützen.“ Natürlich kam auch die ein oder andere Anekdote aufs Tablett, wie zum Beispiel der Wutausbruch von Oliver Kahn im Hoeneß’schen Büro oder die nächtlichen Ausflüge von Schweinsteiger, Ribery und Co. Geschichten, die dem interessierten Fußballfan längst bekannt sind. Das Publikum fand es aber trotzdem unterhaltsam.

Wer beim Besuch von Hoeneß markige Sprüche erwartet hatte, musste sich gedulden. Erst als es um Politik ging, sprudelte es aus Hoeneß heraus. Der streitbare Bayernpräsident – als CSU-Sympathisant bekanntlich nur fußballerisch ein „Roter“ – watschte Berlins Bürgermeister Wowereit ab („Ein totaler Traumtänzer“), kritisierte die Linkspartei („Das sind Ideologen“) und ätzte über die „ahnungslosen Piraten“. Aber auch die eigene Klientel bekam beim Thema „Griechenland“ einen Seitenhieb ab: „Ich bin nicht Ihrer Meinung, das wissen Sie. Mit Biertischparolen kann man da gar nix gewinnen“, ließ Hoeneß Gastgeber Dobrindt wissen. Kanzlerin Merkels Konsolidierungskurs sei indes genau der richtige, Deutschland sei schließlich „der größte Profiteur des Euro“. Als Parallele erinnerte Hoeneß an ein Benefizspiel seiner Bayern beim FC St. Pauli und die entstandene Freundschaft zu den dortigen Fans: „Man darf nie aufhören, zu helfen, aber es muss auch Dankbarkeit geben.“ Von Bernhard Jepsen

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