Hohenpeißenberg: Leben am Bayerischen Rigi

Hohenpeißenberg: Leben am Bayerischen Rigi
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Hohenpeißenberg: Leben am Bayerischen Rigi
  • Ursula Gallmetzer
    VonUrsula Gallmetzer
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Er ist aus allen Richtungen schon von Weitem zu erkennen: Der Hohe Peißenberg. Erscheint seine Silhouette mit Wallfahrtskirche, Fernsehturm und Wetterstation im Blickfeld, ist für viele Menschen in der Region ein Stückchen Heimat in Sicht. Genauso beim spektakulären Blick hinunter vom Rücken des 988 Meter hohen Berges. Bei guter Sicht beeindrucken die scharf gestochenen Spitzen der Alpenkette Ausflügler ebenso wie auf der anderen Seite die Umrisse der großen Seen. Wegen des unvergleichlichen Panoramarundblickes wird er auch der Bayerische Rigi genannt und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Wallfahrer. Für das Leben der Menschen in Hohenpeißenberg, welches an seinem Südhang liegt, ist er seit jeher von großer Bedeutung.

Besonders geprägt hat Hohenpeißenberg der Bergbau. 1580 entdeckte ein junger Bub, der Vieh hütete, Kohle beim Lagerfeuer machen. Seitdem bestimmte der Kohlebergbau lange Zeit den Alltag am Hohen Peißenberg. Der systematische Abbau des schwarzen Goldes begann 1837, als auf dem Brandachfeld der Hauptstollen angeschlagen wurde. Erst 1971 endete diese Ära. Noch heute lassen sich aber viele Überbleibsel aus dieser Zeit entdecken. Sei es in den Namen von Straßen, in den Häusern der einstigen Bergleute und natürlich in den Geschichten der wenigen noch lebenden Bergleute und ihrer Nachkommen.

Hohenpeißenberg ist eine kleine Gemeinde und hat derzeit 4126 Einwohner (Stand: Dezember 2020), dennoch gibt es dort alles, was man zum Leben braucht. Immer wieder hat sich das Bild der Ortschaft gewandelt. Vor allem das Ende des Bergbaus stellte einen markanten Einschnitt dar. Doch immer wieder erfand sich die Gemeinde neu und auch in letzter Zeit gab es einige Veränderungen, die weiterhin fortschreiten.

Der Neubau am Schächen läutete 2017 die Veränderung der Ortsmitte ein, die noch immer in vollem Gange ist. Inzwischen ist das moderne Gebäude, das dennoch den Blick auf den markanten Berg freilässt, fest bei den Hohenpeißenbergern etabliert. Neben Sparkasse, Metzgerei, Bäckerei, Café und Eisdiele haben auch eine osteopathische Praxis, der Pflegestützpunkt der Ökumenischen Sozialstation sowie eine Allgemeinarztpraxis dort ihre Heimat gefunden.

Eine weitere besondere Einrichtung im Schächen ist der soziale Treffpunkt „Hop“. Außerhalb der Begrenzungen durch die Pandemie sollen dort wieder monatliche Veranstaltungen in ganz unterschiedlichen Bereichen dafür sorgen, dass Jung und Alt sich begegnen und austauschen können. Zahlreiche Beratungsangebote sind hier angesiedelt. Derzeit werden die Räume dennoch anders verwendet: Die Zuständigen der Rigi-Apotheke bieten im „Hop“ kostenfreie Corona-Bürgertests an. Eine Anmeldung ist unter Tel. 08805/331 oder direkt in der Rigi-Apotheke möglich.

Impressionen aus Hohenpeißenberg

Impressionen aus Hohenpeißenberg
Impressionen aus Hohenpeißenberg © kb
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Einheimische sowie viele Touristen zieht es auf den Hohen Peißenberg, der durch drei besondere Bauten gekennzeichnet ist. Die meteorologische Beobachtungsstation existiert seit mehr als 200 Jahren und ist die älteste Bergwetterstation der Welt. Der Fernsehturm gehört nach über 40 Jahren inzwischen auch zu den Wahrzeichen des Ortes. Er ist mit seinen knapp 160 Meter Höhe bereits aus vielen Kilometern Entfernung deutlich zu erkennen. Ebenso die Marienwallfahrtsstätte auf dem Berg mit ihrer weithin sichtbaren Doppelkirche.

Die Gnadenkapelle „Unserer Lieben Frau“ mit spätgotischem Gnadenbild und prunkvoller Rokokoausstattung ist seit 1514 ein Magnet für Wallfahrer. Erst 2012 wurde sie frisch renoviert wieder eröffnet, nachdem sie zuvor sechs Jahre lang auf Vordermann gebracht wurde. Das Ergebnis strahlt schöner, als es wohl je der Fall war. Die 1616 bis 1619 erbaute Wallfahrtskirche, die an die Kapelle aufgrund der hohen Besucherzahlen angebaut wurde, ist ein außergewöhnlicher Zeitzeuge der ausgehenden Renaissance und schlägt eine Brücke hinüber in den frühen Barock.

Nicht nur die Historie spielt in der Gemeinde eine wichtige Rolle, auch der Blick in die Zukunft wird nie vergessen. So hat sich in Sachen Internet einiges getan in den letzten Jahren. Wer unterwegs ist, kann mobil surfen. Drei Hotspots existieren, in den sich jeder ganz einfach einwählen kann: am Schächen, am Hohen Peißenberg und in dem Areal rund um das Haus der Vereine, den Badesee und den Jugendtreff. Der Breitbandausbau ist in den letzten Jahren außerdem deutlich vorangeschritten und macht das Leben gerade auch für junge Familien attraktiv.

Diese können in Hohenpeißenberg ohnehin alles finden, was sie zum Glücklichsein benötigen. In der Kindertagesstätte St. Anna, der Kinderkrippe am Schächen, die gerade aufwendig saniert und erweitert wird, sowie dem Kindergarten im Hetten sind die Jüngsten gut aufgehoben, während die Eltern in der Arbeit sind. Die Schüler der Primus-Koch-Grundschule können direkt im Ort lernen und sogar zur Mittagsbetreuung dort bleiben.

Nach der Schule oder dem Kindergarten gibt es spannende Spielplätze zu entdecken. Der Spielplatz im Ortsteil Hetten bietet auf einem großen Areal Platz zum Sausen, Schaukeln und Buddeln, an der Säulingstraße kann ebenfalls nach Herzenslust getobt werden und das neueste Highlight in Hohenpeißenberg ist der Spielplatz im „Grünen Kragen“ des Schächen-Gebäudes. Umrahmt vom Obst- und Kräutergarten und nahe des neu gebauten Pavillons ist ein Kletterparadies für Kinder entstanden. Ein Klettermast mit einem Netz aus Seilen ist auch für die größeren Kinder eine Herausforderung. Wer noch nicht so hoch hinaus möchte, kann auf der dicken Tauschaukel schwingen oder über den vielseitigen Hindernisparcours balancieren. Etwas kleiner als der neueste Spielplatz in der Gemeinde ist der am Badeweiher. Dort liegt der Fokus aber auch auf anderen Freuden.

Lange gab es keine geeignete Badestelle in Hohenpeißenberg. Das änderte sich 2012. Seitdem ist der Badeweiher am Hetten vor allem im Sommer ein beliebter Anlaufpunkt für Wasserratten aus dem Dorf und der Umgebung. Die ganz Kleinen können ausgiebig im breiten Sandufer matschen, während die größeren Kinder ihre ersten Schwimmversuche im seichten Wasser machen können. Aber auch geübte Sportler können in den tieferen Bereichen ihre Bahnen ziehen.

Das Gelände rund um den See lädt ebenso dazu ein, den Sommer zu genießen. Ob auf den breiten Holzliegen, in den Strandkörben oder auf der großen Liegewiese: Hier gibt es genug Platz für alle Badegäste. Daneben lockt der Beachvolleyballplatz diejenigen, die sich richtig auspowern wollen. Versorgen können die Gäste sich in der Badesaison am Kiosk. In dem Gebäude sind auch die Umkleidekabinen sowie die Toiletten zu finden. Daneben gibt es eine Dusche im Freien. Auch für körperlich beeinträchtigte Menschen gibt es die Möglichkeit, am Badespaß teilzunehmen. Mit einem für den Weg ins Wasser konzipiertem Rollstuhl ist der flache Einstieg leicht zu bewältigen. Ein Handlauf im Wasser stützt auch diejenigen, die nicht ohne sich festzuhalten ins Wasser gelangen können.

Wer bei schlechtem Wetter lieber daheimbleiben möchte, kann sich den Tag mit Büchern versüßen und davon gibt es ausreichend abzuholen. Vor dem Schächen steht die beliebte Bücher-Telefonzelle. Dort kann man sich Bücher nehmen, die andere Leute nicht mehr brauchen und hineingestellt haben. Gleich auf der anderen Straßenseite führt der Weg hinunter in die Gemeinde- und Pfarrbücherei. Dort gibt es 7000 Medien zum Ausleihen.

Sollte es die Corona-Lage wieder zulassen, können Teenies einen ganz besonderen Treffpunkt erleben. Im „Pumpenhaisl“ sollen sich die Jugendlichen der Gemeinde, sobald es wieder möglich ist, regelmäßig treffen können. Der Jugendtreff wurde erst im letzten Jahr ins Leben gerufen und nach ausgiebigen Sanierungsarbeiten eröffnet. Die vielen geplanten Aktionen mussten dann jedoch durch die Lockdowns ausfallen, sollen aber auf jeden Fall noch nachgeholt werden.

Eines der derzeit aufwendigsten Projekte im Ort ist der Ausbau der Bergstraße, die zum Hohen Peißenberg hinaufführt. Seit März rollen hier die Bagger. Wenn die Witterung es zulässt, sollen die Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Die vorhandenen Entwässerungseinrichtungen und der Fahrbahnbelag werden in dieser Zeit erneuert und ertüchtig. Eine Herausforderung ist dabei, den Verkehr zu regeln, da es keine Ausweichstrecke gibt. Momentan ist die Durchfahrt Montag- bis Freitagmittag nur zu jeder vollen Stunde möglich. Im Verlauf der weiteren Baumaßnahmen wird es voraussichtlich aber zeitweise auch zur kompletten Sperrung kommen.

Wer sich den Problemen mit dem Auto erst gar nicht stellen möchte, kann zu Fuß auf die vielen Wanderwege ausweichen, die in Hohenpeißenberg existieren. Die führen nicht nur auf den Berg selbst hinauf, sondern auch durch die malerische Umgebung. Aufgrund der hohen Lage des gesamten Ortes bieten sie teils phänomenalen Aussichten und trumpfen auch mit interessanten Informationstafeln auf. So geben Stollen- oder Knappenweg beispielsweise Einblicke in den Alltag des Bergbaus, der Wetterweg erklärt spannende Wetterphänomene und auf dem Moorwanderweg erinnert eine Tafel an die Mooreiche Rosalinde.

Dies und noch vieles mehr machen Hohenpeißenberg zu einem liebenswerten Ort, in dem es sich gut leben lässt, der aber auch für Besucher – Einheimische sowie Touristen – immer etwas zu bieten hat. Und das immer mit dem schönsten Rundblick der Region.

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