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Holzfassade für Weilheimer Turnhalle

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Von: Ursula Gallmetzer

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Sitzungssaal
Mitglieder des Kreistags trafen letztlich eine Entscheidung über Fassade und Heizung des Neubaus. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Sophie_James

Weilheim/Landkreis – Die Planungen für die neue Turnhalle am Weilheimer Gymnasium können weitergehen. Die Mitglieder des Kreistags entschieden in der Sitzung am Mittwoch über Fassade und Heizung.

In den letzten Wochen hatten sich Schul- und Kreisausschuss erneut ausgiebig der neu geplanten Turnhalle gewidmet. Klare Empfehlung an den Kreistag: die Zustimmung zur Variante „2+1“ mit einer Holzfassade und einer regenerativen Heizung. Insgesamt sind 14 Millionen Euro eingeplant – inklusive eines Sicherheitspuffers von fünf Prozent. „Die Baupreisentwicklung geht steil nach oben“, erklärte Florian Steinbach, Leiter der Kommunalen Bauverwaltung im Landratsamt.

Daher gelte es, keine Zeit zu verlieren. „Die bisherige Verzögerung hat uns bereits einen sechsstelligen Betrag gekostet“, appellierte er an die Mitglieder des Gremiums, in der Sitzung für den vorliegenden Entwurf zu stimmen. Weiter zeigte er auf, was erneute Änderungen bedeuten würden. Sollte eine Dachkonstruktion aus Holz geprüft und geplant werden, gebe es eine Verzögerung um ein halbes Jahr und Mehrkosten von 57 5000 Euro. Sollten weitere tragende Wände aus Holz gewünscht werden, sei mit einer Verzögerung von mehr als einem Jahr und über 1,3 Millionen Euro mehr zu rechnen. Ob diese Bauart überhaupt realisierbar sei, sei außerdem ungewiss. Die von den Ausschüssen empfohlene Variante hingehen sei sofort umsetzbar und schlage mit lediglich 180 000 Euro mehr als die Variante mit Faserzementfassade zu Buche.

Hinsichtlich der Fassade herrschte in der Tiefstollenhalle jedoch Uneinigkeit. Vielen Anwesenden leuchtete nicht ein, dass eine bloße Verschalung durch Holz einen wirklichen Mehrwert darstellt – allen voran Markus Loth (BfL), den das Projekt als Weilheims Bürgermeister besonders betrifft: „Nur die Holzfassade macht es nicht nachhaltiger“, gab er zu bedenken. „Es ist fragwürdig, ob sich die Holzfassade an dieser Stelle einfügt.“ Außerdem monierte er die Mehrkosten. „Wir hauen wieder 200 000 Euro einfach so raus.“ Josef Taffertshofer (BfL) blies ins gleiche Horn: „Wir verbrauchen nur Holz ohne Nutzen.“

Dem entgegen stellte sich Markus Kunzendorf (ÖDP). Er wies darauf hin, dass eine erhebliche Menge CO² eingespart werden könnte, wenn nicht die geplante künstliche Fassade verwendet würde. Dieser Meinung schloss sich Klaus Gast an: „Das Holz ist nicht nur Deko, sondern ersetzt die Zementfaserplatten.“ Weiter plädierte er für ein zügiges Vorgehen, denn „die Schule braucht diese Turnhalle endlich.“

Dem konnte sich Steinbach nur anschließen. „Lassen Sie uns den Sack endlich zu machen“, versuchte er, die Idee von Brigitte Gronau (Grüne) abzuwenden, eine Photovoltaikanlage an der Ostseite des geplanten Gebäudes zu installieren. Auch Kämmerer Norbert Merk wollte sich nicht auf erneute Wünsche einlassen. „Sie haben einen Auftrag erteilt“, warb er um Verständnis und bat darum, „nicht einen fahrenden Zug“ noch mal an der Weiche entgleisen zu lassen. Die immer wieder eingehenden Wünsche der Kreisrät*innen hätten ohnehin mehrfach Zeit gekostet.

Diesen Schuh wollte sich Manuela Vanni (Unabhängige) nicht anziehen lassen. „Es ist nicht richtig, dass wir schuld daran sind, dass die Planung dauert.“ Viel mehr regte sie an, die Planungen in Zukunft von Anfang an anders – etwa mithilfe des Handbuches zur Bauplanung – anzugehen.

Konsens herrschte dann aber beim Thema Heizung. Bisher war eigentlich geplant, die Turnhalle an die bestehende Schulheizung anzukoppeln. Doch nun hätten sich neue Fördertöpfe aufgetan, die eine regenerative Heizung durch etwa eine Million Euro Zuschüsse relativ günstig ermöglichen würden, erklärte Steinbach. Nur rund 300 000 Euro müssten mehr investiert werden, um eine zukunftsfähige Heizung zu installieren. Derzeit ist eine Luftwärmepumpe angedacht. Prof. Dr. Stefan Emeis (Grüne) regte an, auch die Installation einer Erdwärmepumpe zu erwägen, da der Untergrund ja ohnehin bereits aufgebaggert werde. Steinbach merkte an, dass diese Alternative noch geprüft werde, er befürchte jedoch Konflikte mit dem hohen Grundwasser an dieser Stelle. Außerdem kündigte er an, dass in den nächsten Jahren auch die fossile Heizungsanlage, die Realschule und Gymnasium versorgt, möglicherweise umgestellt werden könnte.

Die Heizung wurde einstimmig befürwortet und bis auf acht Rät*innen stimmten alle auch für die Holzfassade. Die Ausführungsplanung kann nun also beginnen. Jochner-Weiß zeigte sich zufrieden: „Ich sehe das als gutes Zeichen, dass es weitergeht mit unserer Turnhalle.“

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