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Casino-Werbung plötzlich auf Homepage der Marktgemeinde Murnau

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Von: Antonia Reindl

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Auf der Homepage der Marktgemeinde erschien kürzlich eine Casino-Werbung. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Y-Boychenko

Murnau – Wer sich durchs Internet klickt, der stößt an allen Ecken auf Anzeigen, mal ploppt hier etwas auf, mal wird ein Werbespot dem eigentlich angeklickten Video vorgeschaltet. Doch Werbung kann auch alle Alarmglocken erklingen lassen. Jüngst läuteten diese bei Gemeinderat Rudolf Utzschneider (CSU), der auf der Homepage des Marktes Murnau eine seltsam platzierte Werbung, vermeintlich für ein Online-Casino, entdeckte, inmitten des Beschreibungstextes zum Murnauer Marktgemeinderat.

„Klicken Sie nicht auf den Link!“, warnt Utzschneider in einer Rundmail an seine Ratskollegen und Kolleginnen, ans Rathaus und an die Presse am vergangenen Mittwochvormittag. Auf der Homepage des Marktes hat der CSU-Fraktionsvorsitzende auf der Seite mit Informationen zum Marktgemeinderat eine Werbung für schnelles Geld dank Glücksspiel entdeckt. „Der Marktgemeinderat des Marktes Murnau besteht aus dem Ersten Bürgermeister Rolf Beuting und 24 Mitgliedern“, heißt es dort. Soweit, so gut. Doch dann folgt der Satz „Der Erfolg liegt immer in der Menge des verdienten Geldes, aber was, wenn Sie mit Ihrem Job Pech haben?“. Anschließend wird auf einen Artikel über die besten Casinos verwiesen, als Link markiert. Nach ein paar Zeilen dann das gewohnte Bild, die Verteilung der einzelnen Sitze im Marktgemeinderat.

Nach dieser Entdeckung beantragte Utzschneider, sofern die Werbung nicht vom Markt platziert worden ist, „bis auf weiteres alle Sitzungen abzusagen, da sich die Gemeinderäte nicht vorbereiten können ohne das Risiko eines Zugriffes auf die IT-Systeme des Marktes zu kennen“. Utzschneider findet eigentlich nur zwei mögliche Erklärungen für die dubiosen Zeilen: Entweder wurde die Werbung bewusst auf die Seite genommen, doch ein Gemeinderatsbeschluss dazu sei ihm nicht bekannt, oder die Seite wurde gehackt, was wiederum mehrere Fragen zur Sicherheit aufwerfe. „Der ganze Vorgang ist alles andere als eine Lappalie“, betont Utzschneider, um „umgehende Aufklärung“ bittend.

„Wir sind momentan dabei, die Lage zu klären“, betont Rathaus-Pressesprecherin Annika Röttinger Mittwochnachmittag. Das Unternehmen, das den Internetauftritt betreue, sei bereits verständigt, die Polizei ebenso – Strafanzeige gegen Unbekannt. „Es kann ausgeschlossen werden, dass die Ursache aus dem internen Netz des Marktes Murnau stammt“, teilt Röttinger mit. Die interne Infrastruktur sei nicht betroffen, die Seiten des Marktes „werden von externen Providern gehostet“. Folglich ist auch das Bürgerinformationssystem nicht tangiert. Nichtsdestotrotz überprüfe die IT-Abteilung der Marktgemeinde sämtliche Systeme.

Das Wort „gehackt“ fällt in der Stellungnahme aus dem Rathaus nicht, jedoch betont Röttinger, dass die Marktgemeinde „selbstverständlich keine Werbung“ auf den eigenen Seiten platziere oder bei Internetauftritten schalte. Und: „Sicherheit und Datenschutz sind dem Markt Murnau ein sehr großes und wichtiges Anliegen“, was sich auch darin äußere, dass Mitarbeitende regelmäßig in diesen Belangen „sensibilisiert und geschult werden“.

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