Gemeindewerksleiter in Peißenberg steht nach Kritik an Markträten mit dem Rücken zur Wand

Horn erneut am Pranger

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Uwe Horn steht wieder einmal in der Kritik. Wie es mit dem umstrittenen Werkleiter weitergeht, soll laut Bürgermeisterin Vanni „in einem persönlichen Gespräch geklärt werden“.

Peißenberg – Uwe Horn als Gemeindewerksleiter – das wird zumindest nach Meinung vieler Markträte keine Erfolgsgeschichte mehr. Zwischen dem Chef des Kommunalunternehmens (KU) und Gremiumsmitgliedern ist es erneut zu einem verbalen Schlagabtausch gekommen. 

Bei einem Pressegespräch hatte Horn seine Kritiker kürzlich als „Zündler“ bezeichnet und sich über mangelnden Rückhalt beklagt. Die Reaktion folgte prompt: In der jüngsten Marktratssitzung stellte KU-Verwaltungsratsmitglied Heidi Ehle Horns Zukunft bei den Werken offen infrage: „Ich habe Bauchweh, ob eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit noch möglich ist.“ Die Hängepartie um den 2008 eingestellten KU-Chef geht munter weiter. Im Februar nach Bekanntwerden des Bistro-Defizits in der „Rigi-Rutsch’n“ (rund 82 000 Euro für 2011) war sich der Marktrat bei einer internen Klausurtagung bereits mehr oder weniger über einen personellen Wechsel an der KU-Spitze einig. Zu einer Trennung kam es jedoch nicht, stattdessen wurde Horn eine „Bewährungsprobe“ eingeräumt (wir berichteten). In der Oktober-Ratssitzung war es unter anderem Vize-Bürgermeister Hans Streicher (SPD), der den Werkleiter erneut attackierte und hinsichtlich der KU-Ertragslage konzeptionelle Ideen einforderte. In einem Pressegespräch schlug Horn zurück: „Ich frage mich, wie man die eigenen Werke nur so schlecht machen kann“, entgegnete der KU-Chef seinen Kritikern. Er habe sehr wohl Optionen für die Zukunft entwickelt, so sei zum Beispiel das Erdgas- und Lichtwellenleitergeschäft in die Betriebssatzung aufgenommen worden.  Auch für die „Rigi-Rutsch’n“ habe er Möglichkeiten aufgezeigt, doch müsse die Politik entscheiden, wie es mit der hochdefizitären Einrichtung weitergehen soll. Er selbst habe mehrfach vor den Folgen des hohen Bäderverlusts gewarnt: „Uns fehlt dann an anderer Stelle wie bei der Energiewende das nötige Kapital“, betonte Horn, der nicht länger als Prügelknabe herhalten will: „Ich muss mir vorwerfen, dass ich nicht schon früher reingehauen habe.“ Vor allem diese Formulierung, die am Tag der Gremiumssitzung in der Presse geschrieben stand, sorgte im Marktrat für Unmut: „Er braucht nicht reinhauen“, stellte Bürgermeisterin Manuela Vanni fest, „es hätte uns schon gelangt, wenn er uns ein Konzept vorgestellt hätte, wo die Werke in 20 Jahren stehen sollen.“ 

Stefan Barnsteiner (CSU) pochte auf sein Recht als KU-Verwaltungsrat, „sachliche Missstände anzusprechen“. Horn trage letztlich die Verantwortung, doch der Werkleiter würde sich „nur herumwinden und die Schuld bei anderen suchen“. Auch wenn er den Weg über die Presse missbilligte, zeigte allein Gottfried Koppold (Bürgervereinigung) ein „gewisses Verständnis“ für Horn: „Wir sollten davon wegkommen, Probleme auf persönlicher Ebene auszutragen.“                                                                                                                                                                                                                         Von Bernhard Jepsen

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