Umbau im Pollinger Kloster kostet 450000 Euro:

Hospiz geht uns alle an

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Beim Baustellenrundgang erklärt Renate Dodell (2.v.li.), was in dem Hospiz an Renovierungsarbeiten ansteht.

Polling - Seit Anfang Januar wird in dem stationären Hospiz, das im Pollinger Kloster beheimatet ist, fleißig renoviert. Um die Finanzierung stemmen zu können, müssen noch viele Spendengelder fließen. 

Für die Handwerker, die alle aus der Umgebung kommen, ist auf dieser Baustelle besondere Rücksichtnahme geboten. Denn das Hospiz im Pfaffenwinkel beherbergt unheilbar kranke Menschen, die hier die letzte Zeit ihres Lebens verbringen. 450 000 Euro kostet der Umbau. Eine stolze Summe, die der Hospizverein nur mit Unterstützung vieler Spender aufbringen kann.

 „Das ist keine Luxussanierung. Wir bauen solide um. Was notwendig ist, wird gemacht“, unterstreicht Renate Dodell. Bei einer Baustellenbesichtigung geht die Vorsitzende des Hospizvereins Pfaffenwinkel auf die aktuelle Situation und notwendige Baumaßnahmen ein. Seit 2002 mietet der Verein vom Heilig Kreuz-Kloster Polling im zweiten Stock Räume an. Acht freundlich möblierte Einzel- und zwei zusätzliche Zimmer bieten den schwerstkranken Gästen, die nicht mehr daheim oder im Krankenhaus versorgt werden können, ein wohnliches Zuhause für die verbleibende Lebenszeit. Sie werden hier liebevoll betreut vom stationären Team und ehrenamtlichen Hospizhelfern. Der bis 2023 verlängerte Mietvertrag mit der Option auf weitere zehn Jahre (Dodell: „Die nächsten 20 Jahre sind gesichert“) schließt nun auch die Nutzung des ersten Stockwerkes ein. 

 Bis zum Sommer werden in dem Hospiz Küche und Gästezimmer modernisiert und ein Hauswirtschaftsraum eingerichtet. Ein zweites Bad und ein neuer Zugang zum Lift sollen den Pflegealltag entlasten und ein „Raum der Stille“ den Angehörigen die Möglichkeit zum Ausspannen bieten. Sogar ein kleines Raucherzimmer ist geplant, damit den „Gästen auf Zeit“ auch dieser Wunsch erfüllt werden kann. Zur angenehmen Atmosphäre sollen die indirekte Beleuchtung in den Zimmern, hinter Paneelen versteckte Versorgungsleitungen und eine gemütlich eingerichtete Küche beitragen. „Bei uns wird wie in einem größeren Familienhaushalt gekocht, gebadet, gewaschen, gebügelt und individuell auf die Bedürfnisse unserer Gäste eingegangen“, berichtet Hospizleiter Karlheinz Gaisbauer. Der Umbau in dem denkmalgeschützten Gebäude bei reduziert laufendem Betrieb fordert alle Beteiligten enorm, da die Belastung für die Schwerkranken so gering wie möglich gehalten werden soll. 

 Hospiz steht allen offen 

Für die Gäste, unabhängig ihres Alters, ihrer Konfession oder Staatsangehörigkeit, ist der Aufenthalt im stationären Hospiz kostenfrei. Krankenkasse und Pflegeversicherung übernehmen den Großteil der Aufwendungen. Da die Personalkosten nur teilweise anerkannt werden, muss der Verein „15 bis 20 Prozent des Tagessatzes bestreiten“, rechnet Dodell vor. 2011 waren 200 000 Euro Spendengelder nötig, um die Finanzierungslücke im laufenden Betrieb zu schließen. Von den 27 Beschäftigten (14,5 Vollzeitstellen) arbeiten viele in Teilzeit. Mindestens zwei Pflegekräfte sind rund um die Uhr im Einsatz. Unterstützt werden sie von ehrenamtlichen Hospizhelfern, die es im vergangenen Jahr auf 3 000 Einsatzstunden brachten. 2012 war das Hospiz in Polling von 120 Gästen besucht, die hier durchschnittlich 24 Tage gelebt haben. Verein startet Spendenaktion Um die 450 000 Euro für den Umbau zu stemmen, müssen viele Spendengelder fließen. Staatliche Fördermittel gibt es nicht, die Kassen vergüten laut Dodell jährlich 1,8 Prozent der Investitionssumme. Mit offenen Armen wurde in Polling Dr. Andreas Hoenig, Geschäftsführer der Paul Kubitscheck-Vogel-Stiftung, empfangen, die für den „Raum der Stille“ und das neue Bad 90 000 Euro gewährt. Weitere 20 000 Euro hat die Theo Wormland-Stiftung“ zugesichert. Der Verein hofft noch auf 50 000 Euro vom Landkreis Weilheim-Schongau, die Entscheidung des Kreistages steht allerdings noch aus. Die verbleibenden 290 000 Euro muss der Verein mit Eigenmitteln und Spenden abdecken. „Wir werden alle 34 Landkreis-Gemeinden anschreiben“, kündigt Dodell an. Sie hat auch schon die Nachbarlandkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg um Unterstützung gebeten, da diese zum Einzugsbereich des Hospizes gehören. Spendenkonto: Vereinigte Sparkassen Weilheim, Konto-Nr.: 866 228, BLZ 703 510 30.

Von Maria Hofstetter

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