Peißenberg macht mit

Hotspot-Projekt – Marktrat gibt grünes Licht für Aufnahme in Liste

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Das ausrangierte Pumpenhäuschen am PKG-Wehr könnte im Rahmen des Hotspot-Projekts in eine „Erlebnisstation Naturschutz“ umfunktioniert werden.

Peißenberg – Vieles ist noch vage, doch die Gemeinde Peißenberg wird den Tourismusverband Pfaffenwinkel bei der Mitwirkung am Hotspot-Projekt „Modellregion Pfaffenwinkel – gut Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur“ grundsätzlich unterstützen. Das hat der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung einhellig beschlossen. Auf Gemeindegebiet ist die Umsetzung von Projektideen aus dem bereits 2019 vorgestellten „Naturtourismuskonzept Ammer“ geplant.

„Es ist ein großes Projekt. Viel größer als das, was ich Ihnen hier heute in Peißenberg vorstelle“, schwärmte Susanne Lengger, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands, bei der Präsentation des Hotspotprojekts im Marktrat. Ziel sei es, eine Art „Versöhnung“ zwischen den oft aufeinanderprallenden Interessen von Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Tourismus und Gesellschaft zu erreichen. Noch steckt das Hotspotprojekt weit in den Kinderschuhen. „Es gibt noch keine Beschlüsse und noch keine Finanzierung“, erklärte Lengger. Die Projektdauer sei auf acht Jahre angelegt, davon zwei Konzeptions- und sechs Umsetzungsjahre.

Einer der Hauptbetätigungsfelder ist die Ammer. Dort sollen Besucherströme kanalisiert werden. Das heißt, Flächen zur Erholung und für den Tourismus sollen attraktiver gestaltet und dafür ökologisch sensible Bereiche wie die Ammerschlucht oder das Altwasser bei Peißenberg entlastet werden. Auch geht es um eine höhere Wertschätzung für die Ammer, die zumindest in ihrem Oberlauf noch einer der letzten verbliebenen Wildflüsse in Deutschland ist. „Die Ammer ist halt da, aber es ist wenig bewusst, welchen Wert sie hat“, so Lengger.

Ganz konkret steht unter anderem für Peißenberg die Errichtung einer „Erlebnisstation Ammer“ auf der Liste. Demnach soll am PKG-Wehr, das bekanntlich in den nächsten Jahren zurückgebaut und renaturiert wird, ein Informationspunkt mit Ausstellungscharakter entstehen – und zwar in dem alten Betriebshaus direkt am Wehr. „Wie das genau ausschauen soll, soweit sind wir noch nicht“, bekannte Lengger. Zudem soll es im Abschnitt zwischen Wörther und Böbinger Ammerbrücke am KJR-Zeltplatz „legalisierte Grillplätze“ geben. Auch der Parkplatzbereich am Ammerstüberl soll eine Neugestaltung erfahren. Und weiter flussabwärts Richtung Oberhausen könnten eventuell an exponierten Stellen Liegebänke errichtet werden.

In der Diskussion im Marktrat wurde natürlich auch über Kostenbeteiligungen gesprochen. Bei ortsbezogenen Projekten muss die jeweilige Kommune als Co-Finanzierer auftreten. In Peißenberg würden sämtliche ortsbezogenen Maßnahmen wohl mit rund 250 000 Euro zu Buche schlagen – wobei über den Bayerischen Naturschutzfonds laut Lengger eine Förderung von bis zu 90 Prozent möglich ist, „wenn es gut läuft“. Bis zur konkreten Antragsstellung könnten die Projekte auch noch gestoppt werden. „Das Ganze wäre toll für Peißenberg. Es ist eine Chance, an der Ammer etwas zu entwickeln“, so Lengger.

Das sahen auch die Gemeinderäte so. „Das Projekt macht nur Sinn“, so konstatierte Vize-Bürgermeister Robert Halbritter (SPD), „wenn auch alle Anrainergemeinden mitmachen. Mit unserem Beschluss setzen wir ein gutes Zeichen.“

Von Bernhard Jepsen

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