Die Ammer soll aufgewertet werden

Hotspot-Projekt will mit Maßnahmen Naturtourismus von sensiblen Bereichen weglenken

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Der Freizeitwert an der Ammer soll unter anderem durch einen Kunst- und Kulturpfad oder auch durch Wasserspielplätze erhöht werden.

Weilheim – Gut leben und wirtschaften im Einklang mit der Natur. Das ist das Ziel des Hotspot-Projekts „Modellregion Pfaffenwinkel“. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Pfaffenwinkel Susanne Lengger hat in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Stadtrats erklärt, was konkret dahintersteckt.

Es gebe eine zunehmende Spaltung von Landbevölkerung und Städtern, von Naturschützern und Landnutzern, sagte Lengger in der Sitzung. Das neue Projekt, das in den Jahren 2021 bis 2028 realisiert werden soll, will ein „vertrauensvolles Miteinander“ und dadurch letztlich die „Versöhnung zwischen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und Gesellschaft erreichen.

Dabei spielen auch einzelne Kommunen eine Rolle. „Ortsübergreifende Projekte bestimmt und zahlt der Tourismusverband Pfaffenwinkel“, berichtete Lengger. Allerdings soll es Teilprojekte in den einzelnen Kommunen geben, die dann auch von diesen finanziert werden müssten. Jedoch gibt es laut Lengger dafür Fördergelder.

Für Weilheim sind mehrere Projekte unter dem Titel: „Erlebnisraum Ammer in Weilheim – Zugang zum Fluss“ angedacht. Konkret sind die Planung und Umsetzung von Projekten aus dem „Naturtourismuskonzept Ammer“ und dem von der Stadt im Juni 2019 veranstalteten Workshop „Erlebnisraum Ammer“ vorgesehen. Hierzu zählt das Erstellen einer Gesamtstrategie zur Aufwertung der Ammer im Stadtgebiet. Der Tourismusverband empfiehlt besonders folgende Teilprojekte: Wasserspielplätze, die Schaffung eines Kunst- und Kulturpfades von der Altstadt an die Ammer sowie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Bereich der Stadthalle mit Information, spielerischem Erlebnis und pädagogischem Konzept.

Die Konzentrierung der Nutzung des Ammergebiets an bestimmten Stellen sorge laut der Tourismusverband-Geschäftsführerin dafür, „den Druck aus Räumen, die geschützt werden müssen, rauszunehmen und die Leute aus sensiblen Bereichen zu holen“.

Die Gesamtkosten für dieses Projekt liegen bei rund 228 000 Euro. Die Stadt Weilheim müsste nach Abzug der Förderung durch den Bund und den Bayerischen Naturschutzfonds für rund zehn Prozent der Kosten aufkommen. Blieben also noch etwa 22 800 Euro – auf sechs Jahre verteilt, wie Lengger ausführte.

Brigitte Gronau (Grüne) merkte jedoch an, dass eine Steigerung der Attraktivität auch zwangsläufig mehr Verkehr in diesem Gebiet mit sich bringe. „Mobilität ist im Gesamtkonzept immer ein Thema“, entgegnete Lengger.

Karl-Heinz Grehl (Grüne) kritisierte, dass es zwar ein „tolles Projekt für den Freizeitwert“ sei, aber dass es die „riesen Problemlage zwischen Leben und Wirtschaften“ nicht behandele. Seiner Meinung nach müsse man sich auch um Themen wie Wasserqualität und Biodiversität kümmern. Lengger wies darauf hin, dass es sich um ein Kooperationsprojekt handele. Um Dinge wie Landwirtschaft oder Gewässer würden sich andere Projektpartner kümmern, das sei nicht die Aufgabe des Tourismusverbands. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem Lebensraum Lechtal, Landesfischereiverband und der WWF.

Bürgermeister Markus Loth

(BfW) lobte indes, dass es mit dem Projekt „Modellregion Pfaffenwinkel“ eine Vernetzung in der Region gebe und „nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht“. Mit im Boot ist laut Lengger bereits die Gemeinde Iffeldorf. Mit Peiting sei man derzeit im Gespräch.

Gerd Ratter (ÖDP) hat das Referat für Artenvielfalt inne und wurde vom Hauptausschuss zur Sitzung eingeladen. Er begrüßte das Projekt ausdrücklich. Zudem bot er seine Mitarbeit an.

Letztlich stimmten die Mitglieder des Hauptausschusses einstimmig dafür, dem Projekt beizutreten. Jedoch ist das Abstimmungsergebnis nur als Empfehlung für den Stadtrat zu sehen, der die endgültige Entscheidung treffen wird.

Von Stephanie Novy

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