Chinesisches Unternehmen Huawei übernimmt Teilstück auf Zarges-Gelände für seine Produktion

Made in Weilheim

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Ab Anfang April übernimmt Huawei einen Teil des ehemaligen Zarges-Geländes. Hier plant der Konzern, seine Produktion in Weilheim aufzunehmen. Ideen für die Umgestaltung der Halle und des Areals gibt es bereits und wurden im Bauausschuss gezeigt.

Weilheim – „Weilheim bekommt ein little Silicon Valley“, freut sich Stadtrat Klaus Gast (CSU) in der Sitzung des Bauausschusses überschwänglich. Der Grund: Der chinesische Konzern Huawei hat Weilheim als seinen neuen Standort für Präzisionsfertigung ausgewählt.

Seine Europazentrale hat Huawei Technologies, das 1987 in Shenzhen gegründet wurde, in Düsseldorf. Darüber hinaus gibt es weitere Standorte in Deutschland, bei denen sich nun Weilheim einreiht. Der Hersteller von Kommunikationstechnik hat am Leprosenweg eine Halle und Gelände von der Firma Zarges erworben. Die Mitglieder des Bauausschusses erteilten vor einer Woche ihre Zustimmung für den Umbau und die Nutzungsänderung des erworbenen Geländes.

Soweit bekannt gegeben wurde, plant Huawei die Halle in einen neuen und modernen Produktionsbetrieb umzubauen und das Areal rundherum mit Parkplätzen und großzügigen Grünflächen zu gestalten. „Für den Wirtschaftsstandort Weilheim ist das ein Volltreffer“, ist Stadtrat Stefan Zirngibl (CSU) überzeugt. „Das ist eine ganz tolle Sache, die uns einen riesigen Schritt nach vorne bringt“, so Zirngibl weiter. Er verwies darauf, dass diese Entwicklung nicht möglich gewesen wäre, wenn einer der früheren Pläne für das Gelände tatsächlich umgesetzt worden wäre. Dazu zählten eine Nutzung durch Zarges, ein Flüchtlingsheim und die neue Berufsschule.

Von bis zu 250 neuen Arbeitsplätzen war im Bauausschuss die Rede. Einer Pressemeldung des Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie zufolge sehen die Pläne derzeit Folgendes vor: Bis zum Ende des Jahres sollen voraussichtlich 40 Mitarbeiter im Werk tätig sein, ein Jahr später 60. Weiter heißt es, dass in Weilheim Technologiekomponenten für Telekommunikationsnetzwerke gefertigt werden sollen.

„Wir begrüßen sehr, dass Huawei als weltweit führendes Technologieunternehmen über seine europäische Forschungszentrale in München hinaus sein Engagement in Bayern ausbaut. Die Investitionen von Huawei und die Errichtung eines Standorts für Präzisionsfertigung in Bayern belegen die außerordentliche Attraktivität des Freistaates als Standort für Hightech-Fertigung“, erklärte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.Der Pressemeldung ist zu entnehmen, dass Huawei sich für Weilheim entschieden habe, da in Bayern die notwendigen Voraussetzungen, wie Kommunikations- und Logistikinfrastruktur sowie das Wissen im Bereich Präzisionsfertigung, gegeben seien.

Für den Bauausschuss war die Zustimmung zum Antrag jedenfalls eine reine Formalität. Bürgermeister Markus Loth (BfW) zufolge eben eine ganz „positive Geschichte“.

Ebenfalls positiv äußert sich die IHK in ihrer Presseerklärung: „Huawei ist ein echter Gewinn für die Branchenvielfalt in Weilheim“, so Herbert Klein, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau.

Weniger kommunikativ zeigt sich dagegen Huawei selbst. Weder möchte der Konzern die im Ausschuss gezeigten möglichen Entwürfe für die Halle am Leprosenweg veröffentlicht sehen, noch gibt es weitere Informationen zu deren Plänen in Weilheim.

Von Melanie Wießmeyer

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