Jos Huber lässt hinter seine Staffelei blicken

"Ich habe keine Ateliergeheimnisse"

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Jos Huber malt seiner bezaubernden Frau die Röte in das Gesicht.

Weilheim – Seine Motive sind einzigartig und den meisten Betrachtern schon aus anderen Gemälden bekannt. Er kopiert sie aber nicht, sondern lässt die Figuren in einem andern Kontext wiederkehren. 

Die Bilder von Jos Huber stechen durch ihre Farbkraft hervor und wirken zum Teil sogar plastisch. In seinem neuen Buch „Jos Huber - Maltechniken“ verrät der 79-Jährige das Geheimnis seines Erfolgs: die mehrschichtige Altmeistertechnik mit modernem Material.

Seine ersten Ideen hält er auf kleinformatigen Bleistiftskizzen fest. „Meine nächsten Arbeitsschritte sind farbige Entwürfe mit Acrylfarbe auf Papier. Mit genau ausgeführten Bleistiftzeichnungen in halber Größe bestimme ich die Formgebung des Bildes und dank dem Kopierer vergrößere ich das Bild auf das endgültige Format“, erklärt Huber.

Er vollendet seine Bilder vorzugsweise mit Ölfarben. Die weiteren Schritte zum vollendeten Werk beschreibt der gebürtige Münchner Schritt für Schritt in seinem Buch. „Ich habe keine Ateliergeheimnisse. In diesem Buch geht es darum, meine Arbeit und Arbeitsweise darzustellen. Wirtschaftliche Interessen habe ich nicht“, sagt der begeisterte Bergsteiger. „Ich gönne mir dieses Buch, wie sich andere ein neues Auto gönnen“, sagt er und lächelt.

Seine maltechnischen Kenntnisse hat Huber durch ausführliche Studien in europäischen Museen sowie durch das Lesen von Lehrbüchern erworben. „Die wissenschaftlichen Werke Doerner und Wehlte waren mir dabei eine wertvolle Hilfe“, erklärt er. Da Huber „keinem Zeitgeist und keiner aktuellen Strömung verpflichtet“ ist, kann er seiner Bewunderung der Alten Meister „ungehindert Raum geben“. Gerne beschäftigt er sich mit Landschaften, die er auf seine persönliche Art und Weise verfremdet. Zeitkritik, Mythen und Bildzitate verarbeitet er in ausdrucksstarke Werke. Die Moderne ist in seinen Bildern durch aktuelle Themen oder auch Modetrends vertreten.

Als Musikliebhaber sieht und hört Huber gerne die Carmina Burana. „Das Triptychon ,O Fortuna’ ist meine Huldigung an diese Liedersammlung und an das Werk von Carl Orff“, erläutert der ehemalige Lithograph. Zur Erklärung der Bilder benutzt er entsprechende Zitate aus dem Stück. Seine Bilder sind einzigartig und die Idee dahinter faszinierend.

Hinterglasbilder haben Huber schon immer fasziniert. „Alle Werkspuren sind hinter der abweisenden Oberfläche des Glases verschlossen, darunter verbirgt sich so manches Ateliergeheimnis“, beschreibt er seine Faszination im neuen Buch. Über Jahre hinweg beschäftigte er sich mit dieser für ihn sehr spannenden aber auch schwierigen Technik. Er erfand eine eigene Version, um sich zu helfen: Er überzieht zuerst die zu bemalende Seite des Glases mit einem matten, farblosen Sprühlack. „Auf dem getrockneten Lack lässt es sich mit Pastellstiften und Kreiden gut zeichnen.“ 

Wer Interesse an dem neuen Buch vom Weilheimer Künstler Jos Huber hat: In der Lesbar und in der Buchhandlung Stöppel gibt es dieses und sein erstes Buch, „Jos Huber – Malerei“ zu kaufen.

Von Alma Jazbec

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