Blick auf den Boden

Humuswoche Oberland: Aktiver Klimaschutz durch Landwirtschaft

Erde mit Pflanze
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Das Wissen rund um die Bedeutung von Humus soll in der Humuswoche nach außen in die Öffentlichkeit getragen werden.
  • VonAntonia Reindl
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Landkreis – Normalerweise liegen Schätze im Boden verborgen und warten darauf, gehoben zu werden. Die Initiatoren der Humuswoche aber betrachten den Boden bereits als Schatz, genauer gesagt den Humus. Immerhin kann die organische Substanz zum Klimaschutz beitragen. Und das möchte man im Rahmen von Vorträgen, Workshops und Vorführungen aufzeigen. Über den groben Inhalt der Humuswoche informierte nun Mitinitiatorin Garnet Wachsmann in der jüngsten als Zoom-Meeting gestalteten Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG AL-P).

Neben Wachsmann sind sieben weitere Initiatoren an der Umsetzung der Humuswoche beteiligt, ein bunt gemischter Haufen mit Vertretern vom Forum Kapellgärten, von bio-Sim, der Transition-Region Ammer-Loisach und der Energiewende Oberland (EWO), die unter dem Dach von Slow Food Pfaffenwinkel zusammengefunden haben – allesamt Ehrenamtliche. „Es geht um Landwirtschaft und Humusaufbau“, erklärt Wachsmann zu Beginn ihrer kurzen Präsentation. Bei der Veranstaltung „Humuswoche Oberland – Boden gut, Zukunft gut“, die heuer für den Zeitraum vom 28. August zum 4. September in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen geplant ist, soll es sich keineswegs um etwas Einmaliges handeln, vielmehr strebe man eine Reihe an, Events im ein- oder zweijährigen Turnus.

Wachsmann, die am Projekt KlimaAlps beteiligt ist und für die EWO arbeitet, wirft ein paar Stichworte in den virtuellen Raum des Zoom-Meetings, spricht von Klimawandel und Klimaschutz, von Boden und Fruchtbarkeit, von Vernetzung und der Humusrevolution. Humusaufbau sei aktiver Klimaschutz durch die Landwirtschaft, erklärt Wachsmann und erwähnt Fachbegriffe wie Bodenmonitoring und Sequestrierungspotential. „Das klingt alles sehr theoretisch, das wollen wir gar nicht, wir sind alle Praktiker“, schmunzelt Wachsmann mit Blick auf ihre Truppe.

Das Wissen rund um die Bedeutung von Humus wollen die Praktiker in der Humuswoche nach außen in die Öffentlichkeit tragen. Eingeleitet werden soll die Woche von einer nicht näher benannten „bekannten Buchautorin“. Darüber hinaus soll es Diskussionen, Workshops, Filmvorführungen und Vorträge geben. Auch wolle man „die positiven Beispiele in unserer Region bekannt machen“, ergänzt Wachsmann und erwähnt Permakulturgärten und Marketgarden. Als Zielgruppe habe man nicht allein Landwirte und Gärtner, sondern „die ganze Bevölkerung“ im Blick, meint sie.

Was das Finanzielle anbelangt, so glaubt Wachsmann, dass „der Auftakt am meisten kosten wird“. Hinzu kommen weitere Kosten für den Aufbau der Homepage, für Werbemaßnahmen, Materialien und Referenten. Daher wolle man bei der LAG um etwas Unterstützung fragen, lächelt die Initiatorin.

Viel zum Thema sagen kann da Landrätin Andrea Jochner-Weiß nicht, „das war für mich fast Neuland“, sagt sie, fügt jedoch grinsend an, dass „ich es super interessant finde“. Nicht ganz glücklich sieht dagegen Christine Sulzenbacher aus. Der Kreisbäuerin „fehlt so ein bissl der Bezug zu den Landwirten“. Es werden sich Praktiker und Forscher vorstellen, meint Wachsmann. Landwirte, die Grünland oder Ackerbau bewirtschaften, sollen Informationen zu möglichen Maßnahmen erhalten. Für Sulzenbacher keine befriedigende Antwort, immerhin kennen sich Landwirte mit der Thematik aus, sie „machen ja Humusaufbau“, betont die Kreisbäuerin und wünscht sich, dass Landwirte als Referenten eingespannt werden. Das scheint auch nicht ausgeschlossen zu sein, „ich hab‘ ja gar nicht gesagt, welche Referenten es sind“, meint Wachsmann, die jedoch keine Namen fallen lässt. Sie spricht lediglich von einem breiten Spektrum.

Am Ende beschließt das Gremium mehrheitlich (eine Gegenstimme, eine Enthaltung), einer Förderung der Öffentlichkeitsarbeit für die Humuswoche zuzustimmen, wobei sich der Betrag auf maximal 2 500 Euro belaufen werde.

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