1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Hundesteuer in Murnau wird nächstes Jahr nicht angehoben

Erstellt:

Von: Antonia Reindl

Kommentare

Hundesteuer in Murnau
Auch im kommenden Jahr sollen die Halter für ihre Vierbeiner-Freunde nicht mehr bezahlen müssen. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / pkirillov

Murnau – Günstiger wird’s nicht, teurer aber ebenso wenig. Die Hundesteuersätze in Murnau sollen im kommenden Jahr nicht angehoben werden. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates stimmten neun Mitglieder des Gremiums zwar für eine Erhöhung, aber auch ebenso viele Rätinnen und Räte dagegen. Damit war es eine denkbar knappe Entscheidung gegen eine Anhebung zum 1. Januar 2023.

Das, was er auch schon in der Hauptverwaltungsausschusssitzung klar geäußert hatte, wollte Josef Bierling (CSU) nun auch in der Marktgemeinderatssitzung loswerden. „Ich werd‘ da nicht zustimmen.“ Er gab zu bedenken, dass „ein Hund auch einen Sozialcharakter hat“ und etwa für ältere alleinstehende Personen eine wichtige soziale Rolle im Leben einnehme. Gerade in einer Zeit, in der alles teurer werde, das Futter und auch tierärztliche Behandlungen, wolle er nicht, dass manche ihren „treuen Freund“ wegen einer Erhöhung der Steuern abgeben müssen.

Zur im Raum stehenden Erhöhung. Vorgeschlagen war eine Anhebung um jeweils 15 Euro, also 80 statt 65 Euro pro Jahr für den Ersthund, 165 statt 150 Euro jährlich für jeden weiteren Hund. Unverändert bleiben sollte die Besteuerung von Listenhunden – momentan sind keine in der Marktgemeinde gemeldet – in Höhe von 1 100 Euro pro Jahr. In den vergangenen Jahren betrugen die Hundesteuereinnahmen zwischen rund 40 000 Euro (2018) und gut 44 000 Euro (2021). In der Vorlage wurde dabei auf eine Zunahme der gemeldeten Hunde in der Marktgemeinde verwiesen, was für die Verwaltung zugleich einen Anstieg an Investitionen und des Arbeitsaufwandes bei der Entsorgung von Hinterlassenschaften bedeutet. Laut Tiefbauverwaltung belaufen sich die Kosten für Hundekotbeutel auf etwa 2 600 Euro pro Jahr, im Jahr benötige man rund 270 000 Stück. „Pro Woche werden im Schnitt circa 5 200 Hundekotbeutel vom Bauhof auf die Hundetoiletten-Stationen verteilt“, hieß es in der Sitzungsvorlage. Die Arbeitsleistung durch den Bauhof würde sich auf über 38 000 Euro im Jahr belaufen.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) erinnerte daran, dass die letzte Erhöhung schon eine Weile zurückliegt: „vor zahlreichen Jahrzehnten“. Auch wäre man dann im Vergleich zu anderen Gemeinden „komplett im Mittelfeld“. Ein Blick in die Sitzungsvorlage verriet: In Bad Kohlgrub kostet ein Hund 75 Euro pro Jahr (jeder weitere Hund: 160), in Garmisch-Partenkirchen 84 Euro (Zweithund: 156 Euro; jeder weitere Hund: 228 Euro), in Bad Tölz 60 Euro (Zweithund: 150 Euro; jeder weitere: 240 Euro), in Oberammergau 90 Euro (jeder weitere Hund: 190 Euro), in Oberau sogar 92 Euro (Zweithund: 110 Euro; jeder weitere Hund: 120 Euro).

Dr. Julia Stewens (FWG) dachte an die armen Leute, und das seien nicht nur ältere, sondern „auch viele jüngere“, und sprach sich gegen eine Erhöhung aus. Beuting wies in diesem Zuge darauf hin, dass „Extremfälle“ unter Umständen einen Zuschuss von der Ortsarmenkasse erhalten können. Das sei möglich, „aber auch eine Art Outing“, meinte Stewens. Auch gebe es Leute, welche die Kriterien der Ortsarmenkassen nicht erfüllen, betonte Rudolf Utzschneider (CSU). Dann blickte er auf Murnaus Mülleimer. In der Marktgemeinde würden „ganz normale“ hängen, keine separaten Behältnisse für die Entsorgung von Hundekot. Die Mülleimer würden schon lange und „eh“ dort hängen und somit ohnehin angefahren werden. Daher könne man nicht sämtliche Mülleimer in Murnau „auf die Hunde verbuchen“. Und was das Argument anbelangt, man befände sich trotz Erhöhung noch im Mittelfeld: „Wir könnten auch mal unten irgendwo sein“, so Utzschneider.

Am Ende stimmte die Hälfte des Marktgemeinderats für, die Hälfte gegen eine Erhöhung der Hundesteuersätze. Damit bleiben diese wie gehabt.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare