Immer eine Skispitze voraus

Mit einem Festabend im Kurhaus Fiskina in Fischen feierte der Allgäuer Skiverband ASV sein 100-jähriges Bestehen. Den rund 400 Gästen aus Vereinen, Politik und Organisationen des Skisports wurde zur Jubiläumsfeier eine Erfolgsgeschichte präsentiert. Eine Erfolgsgeschichte, die nicht zuletzt den Mitgliedsvereinen des ASV und ihrer Arbeit zuzuschreiben ist. Und, so der Tenor der Grußworte, eine Erfolgsgeschichte, die fortgeschrieben werden soll: Wintersportler aus dem Allgäu sollen weiter für Spitzenplätze stehen.

Jung und Alt konnten ein Erinnerungen schwelgen, als Moderator Tobias Barnerssoi durch die gut 90-minütige Präsentation der ASV-Chronik führte. Ehrenvorsitzender Kurt Reich und Dieter Haug hatten die Verbandshistorie zum 100-jährigen Jubiläum „auf Hochglanz“ gebracht und einen kurzweiligen Streifzug entwickelt, der die Meilensteine in der ASV-Geschichte aufzeigte. Eigentlich, so berichtet Kurt Reich, wäre der ASV noch ein paar Jahre älter. Da sich aber lange kein Vorsitzender gefunden hatte, war die Verbandsgründung erst im Jahr 1909 möglich. Mit im Boot waren damals der SC Immenstadt, der SC Oberstdorf, der SC Oberstaufen und der SC Kempten mit zusammen 375 Mitgliedern. Bald sollte sich das Allgäu als Heimat von Wintersport-Talenten erweisen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Skispringer aus Oberstdorf, die für Furore sorgten. Später - bei den Olympischen Winterspielen 1956 - holte Ossi Reichert Gold im Riesenslalom, und Heidi Biebl wurde 1960 Abfahrtssiegerin. „Damals war ich mit gerade mal 19 Jahren die jüngste Goldmedaillen-Gewinnerin, heute bin ich die älteste“, kommentierte sie humorvoll den Rückblick auf ihre Glanzleistung. Eine Erfolgsgeschichte, zur der auch Wintersportler wie Franz Keller aus Nesselwang gehören, oder die Geschwister Irene und Mariele Epple aus Seeg, aber auch Frank Wörndl, Hansjörg Tauscher, und natürlich der dreifache Goldmedaillen-Gewinner Michael Greis. Diese Erfolgsgeschichte will der Allgäuer Skiverband fortsetzen. „Ziel ist es, das Wintermärchen 2005 zu wiederholen“, betonte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Skiverbandes DSV mit dem Blick auf die gelungene Nordische Ski-WM in Oberstdorf. Die Verbände seien gut aufgestellt. Eine finanzielle Rückendeckung für die kommenden Jahre sieht Hörmann in der neuen ProSport-Stiftung, die die Nachwuchsförderung auf sichere Beine stellen werde: „Eine solide Grundlage.“ Das Kapital der Stiftung soll bis ins Jahr 2013 auf 500000 Euro aufgestockt werden. Der Verband werde weiter in Wintersport investieren, und dabei auch Trendsportarten wie Skicross und Snowboard berücksichtigen, deutet Hörmann an. Dass zehn Prozent der deutschen Medaillengewinner aus dem Gebiet des ASV kämen, sei „keine Herausforderung“ mehr. Vielmehr gelte es jetzt, die Marke von 20 Prozent zu nehmen. „Das Allgäu war und ist eine Region für Wintersportveranstaltungen“, richtete Landrat Gebhard Kaiser den Blick auf die WM in Oberstdorf oder die Weltcup-Skirennen in Ofterschwang. Damit und durch die Leistungen der Sportler aus dem Allgäu werde der Name der Region „in alle Welt hinaus getragen“, so Kaiser weiter. Erfolg ist nur im Team möglich, ergänzte Kaiser. „Nur durch gemeinsame Anstrengungen ist Großes zu erreichen!“ Politik, Wirtschaft und Sportorganisationen müssten Geschlossenheit zeigen, so sein Appell. Und an den Allgäuer Skiverband gewandt sagte Kaiser: „Machen Sie weiter so, dann sind wir immer eine Skispitze voraus!“ ASV-Vorsitzender Herbert John würdigte die wertvolle Jugendarbeit, die in den Vereinen des Verbandes geleistet werde. „Viele junge Menschen finden hier eine sportliche Heimat“, sagte John. Man werde sich jedoch nicht begnügen, Altes weiter zu führen. Vielmehr wolle der ASV das Feuer der Begeisterung weiter tragen und „in den Herzen am Brennen halten“ bei Athleten und Betreuern.

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