Erst auf Zeit, dann auf Dauer

In Murnau soll Anlage für digitalen Behördenfunk errichtet werden

Hochbehälter-Areal am Maria-Antonien-Weg.
+
Die Interimslösung, die auch als dauerhafter Standort für eine digitale Behördenfunkanlage zur Debatte steht: Das Hochbehälter-Areal am Maria-Antonien-Weg.

Murnau – In Murnau gibt es ein paar Bereiche, die funktechnisch unterversorgt sind und die es noch nachzuversorgen gilt. Daher begibt sich die Marktgemeinde im Auftrag des Landeskriminalamtes (LKA) auf Standortsuche für den digitalen Behördenfunk. Die Auswahl sollte dabei mit großer Sorgfalt getroffen werden. Nicht nur, weil ein zuverlässiges Funknetz als Kommunikationsmittel für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben unerlässlich ist, sondern auch, weil Anwohnern ein rund 25 Meter hoher Sendemast vor die Nase gesetzt wird. 

Für Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes ist der Digitalfunk wichtig, um schnell und zuverlässig helfen zu können. In Murnau jedoch gibt es Versorgungslücken, „im Bereich von Seehausen, dem Murnauer Moos bis nach Ohlstadt“, so Klaus Tworek in der Januarsitzung des Marktgemeinderates. Um diese zu schließen, bedarf es nun einer Funkanlage – und zwar an einem Standort, „der die beste Abdeckung bringt“, ergänzt der Marktbaumeister. Auch dürfe der neue Mast nicht zur Störung bereits vorhandener Anlagen führen.

Errichtet werden soll eine Funkanlage mit einem etwa 25 Meter hohen Mast. Erste funktechnische Untersuchungen sind laut Tworek bereits erfolgt. Dabei habe sich eine Fläche am Maria-Antonien-Weg – am Hochbehälter – als beste Lösung herausgestellt. Nun aber habe die Gemeinde noch die Möglichkeit, „sich zu beteiligen“, so der Marktbaumeister.

Aber „auch ein mobiler Standort soll möglichst schnell etabliert werden“, führte Tworek weiter aus. Dabei handelt es sich um eine Anlage auf einem Anhänger mit einem rund 20 Meter hohen Mast, der für eine zweijährige Überbrückungszeit einen Platz in Murnau finden soll. Ein fliegender Bau, der – theoretisch – als solcher wiederholt aufgebaut und wieder abgebaut werden kann. Und der verschwinden soll, sobald die feste Mobilfunkanlage fertiggestellt ist.

Standort gesucht

Wohin die provisorische und wohin die dauerhafte Anlage kommen soll, ist nun aber die Frage. Die Verwaltung jedenfalls schlägt für die Errichtung einer dauerhaften Mobilfunkanlage auch Alternativstandorte jenseits des Hochbehälters zur Analyse vor, darunter eine Fläche an der Polizeiinspektion an der Barbarastraße, ein Areal am Feuerwehrhaus am Viehmarktplatz, ein Bereich am ehemaligen Volksfestplatz an der Kellerstraße sowie eine Fläche am Unfallklinikum. Tworek führte außerdem noch eine Fläche am James-Loeb-Denkmal sowie einen Bereich am Bahnhof Süd auf.

Anna Schlegel-Herz (ÖDP/Bürgerforum Murnau) wollte beim Blick auf die Liste wissen, ob es möglich sei, die mobile Anlage an verschiedenen Standorten aufzustellen, um so herauszufinden, wo sich der optimale Platz für eine Funkanlage befindet. Das wäre möglich, wie der Marktbaumeister ihr versicherte, jedoch mit sehr viel Aufwand verbunden.

Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum Murnau) regte derweil an, die mobile Lösung, vielleicht auch die dauerhafte, auf der Fläche am Bahnhof Süd zu verwirklichen. Ein Vorschlag, der Rudolf Utzschneider (CSU) sauer aufstieß, habe man doch erst vor Kurzem im Bauausschuss mit einer deutlichen Mehrheit für den Hochbehälter gestimmt, da sich dieser nun einmal „als bester Standort“ erwiesen habe.

Der Gemeinderat stimmte schließlich geschlossen dafür, eine weitere Standortauswahl unter Hinzuziehung eines gutachterlichen Fachbüros erfolgen zu lassen. Den provisorischen Standort möchte die Mehrheit des Gremiums am Hochbehälter situieren. Fünf Gemeinderäte, darunter Lechner, votierten dagegen.

Laut Sitzungsvorlage stand zuvor noch die Idee, die provisorische Anlage am Viehmarktplatz zu errichten, zur Debatte. „Bis zum Abschluss der funktechnischen Analyse wird eine Interimsanlage am Standort des Murnauer Feuerwehrhauses abgelehnt“, heißt es auf dem Papier jedoch an späterer Stelle. Außerdem hätten sich laut Vorlage die Kommandanten der Feuerwehr „aufgrund der ohnehin vorherrschenden Beengtheit“ gegen eine Situierung am Feuerwehrhaus ausgesprochen.

Von Antonia Reindl

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hospizbegleiterin geht mit Menschen das letzte Stück ihres Lebenswegs
Hospizbegleiterin geht mit Menschen das letzte Stück ihres Lebenswegs
Oberland steht zusammen: Penzberger Initiative für Einzelhandel
Oberland steht zusammen: Penzberger Initiative für Einzelhandel

Kommentare