Erster Informationsmarkt zur B2-Entlastungsstraße interessiert viele Bürger

Fachinfos zu allen Trassenkorridoren

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Andreas Lenker, Abteilungsleiter Staatliches Bauamt, erläuterte den Gästen beim Vorabrundgang die Struktur des Infomarktes.

Weilheim – Mit einem ersten – von insgesamt vier – Infomärkten startete das Staatliche Bauamt am Samstag in den Informations- und Dialogprozess zu den möglichen Varianten einer Entlastungsstraße. Dazu waren neben Vertretern des Bauamts Fachleute von allen mit den Vorplanungen befassten Ingenieurbüros anwesend.

Etwa 200 Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu den verschiedenen Varianten auf den aufgestellten Feedback-Tafeln loszuwerden. Herzstück der Infomärkte ist eine präzise Vorstellung sämtlicher möglichen Entlastungsvarianten: Westumfahrung kurz oder lang, Ostumfahrung kurz oder lang mit oder ohne Tunnel sowie Zentrumstunnel lang und Kurztunnelvariante. Anschaulich wird dargestellt, wie eine mögliche Umsetzung verlaufen würde mit einer Zeitachse von zirka zehn bis 16 Jahren bis zum Baubeginn. Zudem kann man sich über die Auswirkungsprognose für die verschiedensten Schutzgüter – Mensch, Tier, Landschaft und anderes mehr – informieren. An einer Visualisierungsstation demonstriert das Ingenieurbüro Maqat die Planungsvarianten anschaulich im 3D-Modell-Film.

Eine totale Absage an jegliche Entlastungsstraße erteilten die Demonstranten vor der Stadthalle.

In einem Vorabrundgang erläuterte Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt den geladenen Gästen Struktur und Schwerpunkte der Ausstellung: „Wir wollen hier frei informieren und allen Bürgern die Gelegenheit geben, mit Fachplanern und Experten zu diskutieren.“ Natürlich sollen auch die Ideen und Anregungen der Bürger Eingang in die weiteren Planungsschritte finden, wofür Feedback-Plakate ausgehängt und Karten ausgelegt waren, auf denen Anregungen, Fragen und Kritikpunkte geäußert werden konnten. Eine ausführliche Broschüre bot überdies jede Menge Zahlen, Daten und Fakten zu den Trassenkorridoren.

Zur Eröffnung des Infomarktes fand sich vor der Stadthalle ein kleines Grüppchen Demonstranten zusammen unter dem Motto „Für die Verkehrswende, gegen den Flächenfraß“. Initiatorin Monika Propach und andere Redner erteilten allen angedachten Varianten einer B 2-Entlastungsstraße eine Absage. „Eine solche Form der Naturzerstörung können und wollen wir nicht mehr dulden“, so Propach. Viel eher seien ein Umdenken erforderlich und Maßnahmen wie etwa ein zweites Bahngleis zwischen Murnau und Tutzing.

Im Gespräch mit Besuchern wurden interessante Aspekte geäußert. So regte ein Besucher an, die Auswirkungen einer möglichen Westumfahrung auf die Grundwassersituation genauer zu untersuchen. Dr. Gerd Berchtold forderte dringend eine gleichwertige Untersuchung der Kurztunnelvariante, wofür auch Grünen-Stadtrat Alfred Honisch warb. Mehrere Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren aus Weilheim und den Nachbarorten äußerten starke Bedenken gegen die Tunnellösungen, da sie erhebliche Probleme im Rettungsfall aufwerfen würden, wie die Bergung Verletzter aus großer Tiefe über Notausstiege oder Rettungsstollen. Auch die Kosten sehen manche Bürger kritisch. So schrieb ein Besucher auf das Feedbackplakat der Variante Westumfahrung, dass hier im Gegensatz zu anderen Varianten wenigstens auch die Kosten für den Unterhalt kalkulierbar seien.

Von den insgesamt vier Infomärkten stehen noch zwei Termine bevor, und zwar am Samstag, 8. Juni, von 14 bis 19 Uhr, sowie am Dienstag, 11. Juni, von 16 bis 21 Uhr.

Von Bianca R. Heigl

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