Infotafeln und Ausstellung zu Wilhelm-Conrad Röntgen in Weilheim

Enthüllung Infotafel zu Wilhelm-Conrad Röntgen in Weilheim v. li.: Bürgermeister Markus Loth und Dr. Joachim Heberlein.
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Zur Erinnerung an den Ehrenbürger der Stadt Wilhelm-Conrad Röntgen enthüllten Bürgermeister Markus Loth (li.) und Dr. Joachim Heberlein am 125. Jahrestag seiner Entdeckung eine Infotafel am Standort seines ehemaligen Jagdhäusls.

Weilheim – Röntgenapparat, Röntgenstrahlen. Diese beiden Begriffe kennt wohl fast jeder von uns. 

Weit weniger bekannt ist, dass der Entdecker der Röntgenstrahlen Wilhelm-Conrad Röntgen dafür 1901 den ersten Physiknobelpreis erhielt, lange Jahre in Weilheim lebte und sogar im Jahre 1900 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde. Eine Büste von ihm stand im Sitzungssaal des Rathauses am Marienplatz, Notgeld wurde mit seinem Bild gedruckt und eine Straße erhielt seinen Namen. 1908 ernannte ihn Prinzregent Luitpold von Bayern zur Exzellenz. Da sich seine Exzellenz seit 1900 öfter in Weilheim aufhielt, ein Anwesen erwarb und bis zu seinem Tod 1923 hier viel Zeit verbrachte, verlieh ihm der damalige Magistrat die Ehrenbürgerrechte der Stadt.

Drei Örtlichkeiten halten heute innerhalb der Stadtgrenzen seinen Namen in Erinnerung. Es sind dies die Röntgenstraße, die Wilhelm-Conrad-Röntgenschule und seit vergangener Woche eine aussagestarke Info-Tafel vor dem inzwischen abgebrochenen Jagdhaus in der Krottenkopfstraße, das die Weilheimer „Röntgenvilla“ nannten. Eine zweite Tafel wurde am Gögerl, seinem Jagdgebiet, aufgestellt. Die Initiative ging von Stadtarchivar Dr. Joachim Heberlein aus, der mit seiner Idee auf offene Ohren und Türen stieß. Bei der Enthüllung in der Krottenkopfstraße dankte Bürgermeister Markus Loth dem Initiator für seine vielen Recherchen zu Röntgen und wies auf die aktuell temporäre Ausstellung in der Innenstadt hin. Der 125. Jahrestag seiner Entdeckung sei ein guter Anlass für die erneute Ehrung.

In seiner Laudatio schilderte Heberlein, mitunter humorig, das Leben Röntgens in Weilheim und berichtete, wie er überhaupt hierherkam. Die Ortswahl war wohl seiner Jagdleidenschaft geschuldet, fand Heberlein heraus. Nachdem Röntgen von der Universität Würzburg zur Ludwig-Maximilians-Universität nach München wechselte, suchte und fand er in der Kreisstadt ein Jagdrevier. Zunächst wurde er Mitglied des Jagdkonsortiums und wurde Mitpächter der sogenannten Gögerljagd. 1905 erwarb das Ehepaar Röntgen ein Anwesen am südlichen Stadtrand, das später von den Stadtbürgern kurz „Röntgenvilla“ genannt wurde. 1909 bot ihm der Weilheimer Magistrat die Ehrenbürgerschaft der Stadt an, der er sich innig verbunden fühlte. Er setzte unter anderem in seinem Testament ein Legat für die gemeindliche Armenpflege aus. Die Notgeldscheine, auf die während der Inflation sein Porträt gedruckt wurde, sind heute Rarität und begehrte Kostbarkeit. Mit der Aufstellung der beiden Infotafeln, anlässlich des 125-jährigen Jubiläums seiner Entdeckung, schließt sich der Kreis. Dank zollte Heberlein auch der Winfried und Centa-Böhm-Stiftung, welche die Finanzierung übernahm, wie auch dem Deutschen Röntgen-Museum in Remscheid, das die Fotografien des Jagdhauses und der Ehrenbürgerurkunde zur Verfügung stellte.

Von Georg Müller

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