Infoveranstaltung des Amts für Standortförderung

Mehrweg statt Einweg

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Bei der Infoveranstaltung.

Weilheim – Rund 30 Besucher nahmen an der Informationsveranstaltung teil, zu der das Amt für Standortförderung, Kultur & Tourismus ins Café Sonnendeck eingeladen hatte, um sich über eine Alternative zu den beliebten Coffee-to-go-Bechern schlau zu machen.

Unter den Interessierten waren unter anderem Besitzer von Cafés und Bäckereien, Vertreter von Institutionen wie Schulen und Krankenhäusern sowie Privatpersonen. Bereits vor etwa einem Jahr entschieden sich die Betreiber vom Sonnendeck und vom Biomarkt Biomichl dazu, nach Alternativen für Wegwerfbecher zu suchen. Seit einem Monat verwenden sie nun Mehrwegbecher von Recup. „Als ich gefragt wurde, ob ich die Aktion unterstützen könnte, sagte ich sofort zu. Weilheim ist Mitglied bei Klimaschutzbündnis und Fair Trade Town – ich finde, wir sind eine sehr umweltbewusste und nachhaltige Stadt, das passt zu uns“, äußerte sich Jutta Liebmann, Leiterin Amt für Standortförderung, Kultur & Tourismus dazu.

Im Rahmen des Abends wurde die Firma Recup von Anna Jung vorgestellt. Um den sehr hohen Bedarf an Einwegbechern (2,8 Milliarden Stück pro Jahr in Deutschland) zu verringern, entstand innerhalb der Firma die Idee, ein Pfandsystem für Kaffeebecher zu entwickeln. Recup gibt es seit gut einem Jahr. Das Unternehmen hat mittlerweile 750 Partner. Allein seit Jahresbeginn kamen 200 neue, wie Coffee Fellows, Dallmayr oder Allianz hinzu. Das System funktioniert ganz einfach: Der Kunde kauft zum Beispiel beim Bäcker einen Kaffee in einem ReCup-Becher, auf dem ein Euro Pfand ist. Diesen kann der Kunde dann bei einer anderen ReCup-Stelle ungewaschen abgeben und bekommt dort entweder den einen Euro Pfand zurück oder einen neuen, frischen Becher. Erfahrungsgemäß sei es oft so, dass der Kunde diesen Euro gleich wieder ausgibt, so Jung. Das Unternehmen kostet das Leih-System einen Euro pro Tag – unabhängig von der Anzahl der Becher, damit also rund 30 Euro im Monat – dazu kommt ein Euro Pfand für die Leihbecher, ein durchlaufender Posten, da dieses Pfand an den Kunden weiter gegeben wird. Welche Annahmestellen es gibt, kann der Kunde im Internet oder durch eine eigene ReCup-App, die laut Jung „zugleich die Sichtbarkeit und Reichweite des Unternehmens erhöht“, erfahren. Die ReCup-Becher können schnell und einfach online bestellt werden, es ist sogar eine dreimonatige Testphase möglich. Die Becher werden im Allgäu produziert und sind zu 100 Prozent recycelbar und schadstofffrei.

Florian Mangold vom Sonnendeck fasste seine ersten Erfahrungswerte zusammen: „Wir finden das ist eine geniale und kostengünstige Idee. Wenn jetzt noch zehn Stationen, am besten bis zum Bahnhof mitmachen, wäre das perfekt.“ Michael Sendl von Biomichl stimmte dem zu und ergänzte: „Auch für die Mitarbeiter war die Umsetzung sehr unkompliziert, das System hat bei uns auf Anhieb funktioniert und die Kunden fanden das toll.“

Von Kreisbote

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