In Weilheimer Zentrale werden 20 Stellen gestrichen – Auch Schongauer Standort von Schließung betroffen

K&L schließt 14 Filialen

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In der Weilheimer Zentrale sind nach dem Stellenabbau noch 160 Mitarbeiter beschäftigt.

Weilheim/Region – Nun ist es raus: K&L wird im Zuge der Restrukturierung bis Ende April insgesamt 14 Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen mit insgesamt knapp 200 Mitarbeitern schließen.

Davon betroffen sind neben Schongau unter anderem Filialen in Rosenheim, Straubing, Ulm und Ludwigsburg. Die Standorte in der Weilheimer Schmiedstraße sowie im Neidhart-Einkaufspark bleiben davon verschont, allerdings wird es Veränderungen in der Zentrale geben. „Basierend auf den sich dann ergebenden Umsatzgrößen durch Schließung der Filialen werden die Strukturen der Hauptverwaltung und der Logistik am Hauptsitz in Weilheim angepasst“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Davon in Mitleidenschaft gezogen werden knapp 20 Mitarbeiter.

Die Schließung von 14 Filialen sei „unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können. Bei allen betroffenen Standorten sehen wir auch unter Annahme günstiger Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig nicht die Chance, dass sie einen positiven Ergebnisbeitrag leisten können“, äußerte sich Geschäftsführer (CRO) Dr. Christian Gerloff.

Allen Mitarbeitern werde die Möglichkeit geboten, in eine der weiter bestehenden 40 Filialen zu wechseln. Das operative Geschäft in den Filialen läuft bis zum letzten Verkaufstag ohne Einschränkungen und mit dem aktuellen Sortiment weiter, wird in der Mitteilung berichtet. Mit dem Betriebsrat seien ein Interessenausgleich und ein Sozialplan verabschiedet worden, die „sowohl die Belange der von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt als auch dem Unternehmen K&L ermöglicht, wieder profitabel zu wirtschaften und die Beschäftigung von knapp 900 Mitarbeitern zu sichern“, erklärte Jens Bächle, Geschäftsführer (CEO).

Die Entscheidung zu den Schließungen habe die K&L-Geschäftsführung gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Zustimmung des Gläubigerausschusses getroffen. Dem Beschluss sei eine „sorgfältige Prüfung der sehr unterschiedlichen derzeit 54 Filialstandorte mit Flächen von 500 bis 3 200 Quadratmeter Verkaufsfläche“ vorausgegangen, so das Unternehmen. 

Das Amtsgericht Weilheim hat das Insolvenzverfahren von K&L wie geplant am 1. Januar eröffnet.

Die Eröffnung des Verfahrens in Form der Eigenverwaltung sei für die angestrebte Sanierung „ein geplanter und notwendiger Zwischenschritt“, teilte das Unternehmen mit. Auf den laufenden Geschäftsbetrieb habe dies keine Auswirkungen.

„Die insgesamt vorherrschende schwierige Lage und Umsatzentwicklung im Gesamttextilmarkt bestätigt auch im Rückblick nochmals unseren konsequenten Schritt, die Restrukturierung von K&L im Rahmen eines gesteuerten Insolvenzverfahrens zu beschleunigen“, sagte Jens Bächle, Geschäftsführer (CEO) von K&L. Trotz des schwierigen Marktumfelds und des negativen Trends in der gesamten Branche könne K&L auf ein positives Weihnachtsgeschäft 2018 sowie einen guten Start ins Jahr 2019 zurückblicken. „Wir haben die letzten drei Monate genutzt, um unser Sanierungskonzept auszuarbeiten und die Neuausrichtung des Unternehmens zu forcieren. Auch beziehungsweise insbesondere der positive Geschäftsverlauf im Dezember und Januar zeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen greifen“, so Bächle weiter.

In den nächsten Monaten sollen die im Sanierungskonzept vorgesehenen strategischen und operativen Maßnahmen „konsequent“ umgesetzt werden, wie das Unternehmen bekannt gibt. Der Fokus liege dabei unter anderem auf einer „sukzessiven Modernisierung der bestehenden Filialen sowie auf einer weiteren Steigerung der Attraktivität der Verkaufsflächen und des Sortiments“. Die Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Sortiments umfassen „die Konzentration auf Kernlieferanten und Kernsortimente, die Erweiterung des Angebots trendorientierter Ware und Aktionsware zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis sowie den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnermarken“.

„Seit dem im Herbst beantragten Schutzschirmverfahren hat die Geschäftsführung von K&L die insolvenzrechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Eigenverwaltung erfolgreich genutzt, um das Unternehmen neu auszurichten. Zudem besteht ausreichend Liquidität und K&L ist bis Ende 2019 durchfinanziert. Es gibt sehr gute Aussichten, dass das Verfahren schon bald erfolgreich abgeschlossen werden kann“, wird der gerichtlich bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Oliver Schartl, von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen, in der Pressemitteilung von K&L zitiert. Laut Bächle könne dies schon im Sommer der Fall sein.

Auch was die Investorensuche angeht, gibt es Neuigkeiten: Derzeit lägen „erste indikative Angebote“ vor, denen nun eine „vertiefte Unternehmensprüfung“ folgen wird. Mit einem Ergebnis im Investorenprozess könne in den nächsten Wochen gerechnet werden.

Auf Nachfrage des Kreisboten äußerte sich Bächle außerdem zu den Mitarbeitergehältern: „Ab einschließlich Januar 2019 bezahlt K&L die Gehälter für alle angestellten Mitarbeiter wie zu Zeiten vor dem Schutzschirmverfahren.“

Von Kreisbote

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