Modernstes Instandhaltungsfahrzeug der Bahn in Murnau stationiert

"Gleis-Goaß" unterwegs in der Region

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Stolz präsentieren sie den Neuzugang bei der Fahrzeugflotte (v. li.): Matthias Malcher (im Korb), Stephan Teetz, Torsten Gast und Carola Lülsdorf.

Murnau – Das deutschlandweit erste multifunktionale Instandhaltungsfahrzeug (MISSGAF) der Bahn wurde vergangene Woche in Murnau in Betrieb genommen. Das „Gleis-Goaß“ genannte 3,5 Mio. Euro teure Fahrzeug wird eines von insgesamt nur drei Stück sein, das in der Bundesrepublik zum Einsatz kommt.

Die Erwartungen an das MISSGAF sind hoch: Im Schnitt soll es jeden Tag beziehungsweise jede Nacht zum Einsatz kommen und sein volles Potenzial bei der Instandhaltung von Schiene und Oberleitung zum Tragen bringen, erklärte Carola Lülsdorf, Leiterin Regionalnetz Karwendel und Südbayern, beim Pressetermin. Das 23 Meter lange und circa 78 Tonnen schwere Fahrzeug kann zum Beispiel für den Winterdienst, beim Transport von Material und im Bereich des Vegetationsschnitts verwendet werden. Darüber hinaus besteht die Option, an einen Kran einen Arbeitskorb zu montieren, mit dem Arbeiten an der Oberleitung möglich werden. „Auch im Karwendelnetz der Deutschen Bahn setzen wird auf ‚Zukunft Bahn’. Mit dem neuen Instandhaltungsfahrzeug, unserer ‚Gleis-Goaß’, können wir unsere Infrastruktur für den Zugverkehr verlässlich instand halten“, so Lülsdorf. Die Gleis-Goaß kann mit ihren beiden Motoren – jeweils 653 PS, also insgesamt 1306 PS – eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen. Im Unterschied zu älteren Instandhaltungsfahrzeugen bietet das neue Modell mit elf Sitzplätzen, einem Sozialraum – inklusive WC und Umziehmöglichkeiten an Bord – und einer Verpflegungsküche für längere Einsätze, auch der Crew des Fahrzeuges mehr Raum.

Instandhaltungsfahrzeug (MISSGAF)

Gebaut wurde das multifunktionale Fahrzeug von einem namhaften Unternehmen in Österreich. Das MISSGAF verfügt daher auch über eine ÖBB-Zulassung und könnte im Nachbarland bei Bedarf eingesetzt werden. Mit der „Gleis-Goaß“ hat das Karwendelnetz ein Fahrzeug auf dem modernsten technischen Baustand in Murnau stationiert. Die zwei künftigen Schwestermodelle sollen Leipzig und Lüneburg bekommen. Verstärkt wird die Fahrzeugflotte der Instandhaltung an den unterschiedlichen Standorten in Deutschland noch von 28 kleineren Varianten des MISSGAF.

In der Marktgemeinde Murnau freut man sich indes über das neue Fahrzeug und ließ sich bei einer kleinen Feier zu seiner Inbetriebnahme auch durch den Regen nicht die gute Laune verderben.

Von Melanie Wießmeyer

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