Peißenbergerin "Maybellene" veröffentlicht Debüt-CD – 13 weitere Künstler wirken mit

"Es ist ein sehr schönes Gefühl"

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Die Künstlerin „Maybellene“ hat vor Kurzem ihre Debüt-CD veröffentlicht.

Peißenberg – Die erste eigene CD in den Händen halten – das dürfte der Traum eines jeden jungen Künstlers sein. Dieser Traum wurde vor einer Weile für die Musikerin „Maybellene“ (bürgerlicher Name Mebel Hummig) wahr. Vor Kurzem hat die Peißenbergerin ihre Debüt-CD „Fare Thee Well“ – Maybellene & Friends bei dem Weilheimer Indie-Label „Rocca Records“ veröffentlicht. Mit Kreisboten-Redakteurin Sofia Wiethaler hat sie über ihre Erfahrung, die beteiligten Künstler und ihr Zuhause gesprochen.

Wie alt waren Sie, als Sie wussten, dass Sie später als Musikerin/Sängerin auf der Bühne stehen möchten?

Maybellene: „Ich habe mich schon lange mit Musik beschäftigt. Mit sechs Jahren habe ich begonnen, Klavierunterricht zu nehmen, und mit 14 Jahren war für mich klar, dass ich nebenberuflich als Sängerin auf einer Bühne stehen möchte.“

Wie war Ihr bisheriger Werdegang?

Maybellene: „Ich bin in Peißenberg aufgewachsen und dort auf die Realschule gegangen. Mit 16 bin ich dann nach Augsburg gezogen, um eine Ausbildung zur Fachlehrerin am Staatsinstitut Augsburg zu machen. Nach eineinhalb Jahren habe ich aber gemerkt, dass das nichts für mich ist. Danach habe ich ein halbes Jahr gejobbt, um die Zeit bis zu meiner nächsten Ausbildung als Hauswirtschafterin zu überbrücken. Die habe ich dann auch abgeschlossen. Anschließend bin ich nach Peißenberg zurückgekehrt, um im Betrieb meiner Eltern zu arbeiten (Anm. Red. Hummig Effects – Pyrotechnikerschule). Die erforderlichen Scheine konnte ich erst dann ablegen, da man ein bestimmtes Alter haben muss, um in diesem Bereich zu arbeiten. Dort bin ich nun zusammen mit meinen drei Brüdern tätig.“

Und musikalisch?

Maybellene: „Ich war zweieinhalb Jahre lang Mitglied der Band ‚Katze mit Bart‘, die in Augsburg auch recht bekannt war. 2016 hat sich die Band leider aufgelöst. Weil ich keine neue Band gefunden habe, die Musik aber nicht aufgeben wollte, habe ich mich dazu entschieden als Solokünstlerin weiterzumachen. Bei Konzerten spiele ich also nie mit einer festen Bandbesetzung, sondern mit wechselnden Musikern. Dafür habe ich eine Auswahl von 20 Leuten, die alle zu meinem Freundeskreis gehören. Außerdem spiele ich, seitdem ich 15 Jahre alt bin, auch auf der Straße. Das habe ich in vielen deutschen Städten wie Augsburg, Berlin und Köln aber auch in anderen Ländern wie England, Irland, Ungarn und Schweden gemacht.“

Wurden Sie durch Ihre Auftritte in Augsburg wieder erkannt?

Maybellene: „Ja, ich wurde oft von Leuten auf der Straße erkannt und angesprochen. Ich war aber auch eine der wenigen Straßenmusikerinnen und außerdem waren mein Alter und meine roten Haare wohl ziemlich auffällig. Gestört hat mich das aber nie. Ich fand es immer schön so neue Kontakte zu knüpfen.“

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Maybellene: „Die Musik, die ich mache, hat viele Freiräume und keine Regeln. Bei Konzerten gibt es auch keine bestimmte Liederabfolge. Das Genre ist weit gefächert. Hauptsächlich spiele ich Country und Bluegrass, es ist aber auch Musik aus den 1960ern und Rockabilly dabei. Außerdem schreibe ich eigene Songs.“

Ist es bei Konzerten mit anderen Musikern nicht schwierig, ohne genauen Ablauf zu spielen?

Maybellene: „Tatsächlich funktioniert das ziemlich gut. Die Künstler, mit denen ich zusammen arbeite, sind aber auch großteils Profimusiker und können sich darauf einstellen. Das kann aber wirklich nicht jeder.“

Wie viele Instrument spielen Sie?

Maybellene: „Hauptsächlich spiele ich Klavier, weil ich darin zehn Jahre lang Unterricht hatte. Ich spiele aber auch Mandoline, Autoharp und Gitarre. Abgesehen vom Klavier habe ich mir alle Instrumente mit Tipps von Freunden selbst beigebracht.“

Wie fühlt es sich an, seine eigene CD in den Händen zu halten?

Maybellen: (lacht) „Sehr gut. Vor allem, wenn ich mir vorstelle, wie viel Zeit, Liebe und Geld damit verbunden waren. Außerdem war es ja nicht nur meine Zeit, an der Debüt-CD waren auch 13 andere Künstler beteiligt. Es ist ein sehr schönes Gefühl.“

Wer ist auf Ihrer CD alles zu hören?

Maybellene: „Alle Künstler, die auf der CD vertreten sind, sind Freunde von mir. Sie kommen aus Augsburg, München, Peißenberg, Huglfing und Weilheim.“

Wie lange hat es gedauert die CD zu produzieren?

Maybellene: „Die Aufnahmen alleine haben zehn Tage in Anspruch genommen. Wobei wir jeden Tag neun Stunden lang gearbeitet haben. Dass ich eine CD aufnehmen werde, wusste ich aber schon 2016. Damals habe ich mich mit dem Studio getroffen und grob besprochen, wie es ablaufen soll. Da ich am besten unter Druck arbeite, habe ich mit den genauen Planungen allerdings erst einen Monat vor Aufnahmebeginn angefangen.“

Wie war Ihr CD-Release-Konzert?

Maybellene: „Es war unglaublich schön. Es war das schönste Konzert, das ich je gespielt habe. Diese Gemeinschaft untereinander ist auch den anderen Musikern aufgefallen. Außerdem waren meine Eltern und meine Geschwister da und haben mich unterstützt.“

Gibt es Unterschiede zwischen dem Leben in Peißenberg und dem in Augsburg?

Maybellene: „Tatsächlich sind Peißenberg und Augsburg zwei komplett verschiedene Welten. Die vier Jahre in Augsburg haben mir wirklich gut getan. Ich habe mich selbst weiter entwickelt und Freunde kennen gelernt. Allerdings genieße ich in letzter Zeit die Ruhe in Peißenberg und die Zeit mit meiner Familie. Meine Brüder und meine Eltern sehe ich jetzt jeden Tag. Allerdings vermisse ich gleichzeitig meine Freunde, weswegen ich fast jedes Wochenende nach Augsburg fahre. Künstlerisches Wirken ist außerdem auf dem Land ziemlich schwierig. Letztendlich zieht es einen dann aber doch wieder nach Hause, wo man aufgewachsen ist.“

Vielen Dank für das Gespräch.

Die CD „Fare Thee Well“ ist in ausgewählten Platten- und Buchhandlungen in Peißenberg und Weilheim und auf der Homepage unter www.roccarecords.de erhältlich.

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