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Die Prüfungsangst - ein unbesiegbarer Gegner?

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Frau mit Prüfungsangst
Viele Menschen leiden unter Prüfungsangst - Andrea Adelt kann dabei helfen diese Angst zu überwinden. © Andrea Adelt

Fast jeder von uns befand sich schon einmal in einer Prüfungssituation. Warum führen solche Situationen bei manchen Menschen bis zum Blackout?

Angst kennt fast jeder. Sie gehört zu unseren Ur-Emotionen.
Ist sie stark genug, löst Angst unsere Urinstinkte aus. Wir flüchten, erstarren oder ziehen in den Kampf. Nun muss nicht unbedingt ein Mammut vor uns stehen, damit diese Reaktionen ausgelöst werden. In den meisten Fällen sind es unsere Gedanken-Konstrukte, die die Symptome der Angst auslösen. Das können z.B. Herzklopfen, Schwitzige Hände oder Zittern sein. In manchen Fällen kommt es aber auch zu stärkeren Reaktionen. So kann z.B. extreme Prüfungsangst so weit führen, dass Betroffene förmlich erstarren und ihr Wissen nicht mehr abrufen können. Sie sind dann so im Stresskreislauf gefangen, dass nicht benötigte Körperfunktionen extrem heruntergefahren werden. Dazu gehört auch die Denkleistung. Es kommt zum sogenannten Blackout.

Wie entsteht Prüfungsangst?

Wir haben sie erschaffen im Laufe unseres Lebens. Eine Prüfung bedeutet immer, dass wir an unserer Leistung gemessen werden. Für Menschen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben und die sich über gute Leistungen definieren, kann ein extremer Druck entstehen. Häufig kommt dazu, dass die Erwartungen eher negativ gefärbt sind, statt von positivem Erwarten. Auch vermeintliche Erwartungen von außen (z.B. Eltern, Lehrer), gesellschaftliche und soziale Normen erhöhen den Druck.

Hartnäckige wiederkehrende Glaubenssätze verstärken die Angst zusätzlich. „Ich schaffe das nie.“ „Alles ist sinnlos.“ „Ich versage sowieso.“, sind nur einige Beispiele solcher festverankerten Denkweisen. Die Krux daran ist, dass wir glauben, was wir denken - die Gedanken also für die einzige Wahrheit halten. Bereits EINE nicht bestandene Prüfung kann dazu führen, dass das Selbstvertrauen so gering wird, dass in der nächsten Prüfung nichts mehr geht. „Beim letzten Mal habe ich auch versagt.“, wird so verallgemeinert, als hätten wir noch nie in unserem Leben etwas erfolgreich gemeistert. Die Glaubenssätze bilden sich z.B. durch prägende Erfahrungen in der Schule, im Beruf, aus dem Erziehungsstil oder indem wir sie von Bezugspersonen übernommen haben.

Das heißt, der Ursprung liegt oft weit zurück?

Ja. Vieles speichern wir in der Kindheit ungeprüft ab, z.B. durch Beobachtung, Erfahrung oder immer wieder gehörten Ermahnungen. „Das hättest du besser gekonnt.“ oder „Schau mal, was das andere Kind schon alles kann…“, sind Beispiele.

Sie wandeln sich in Glaubenssätze, wie z.B. „Ich kann nichts.“ um. Diese stark negativen Gedanken produzieren starke negative Gefühle, wie Angst, Unruhe, Stress und Druck. Dann verhalten wir uns dementsprechend. Durch Wiederholung speichert unser Gehirn das ganze Dilemma ab. So auch unser Körper, in den Zellen, im Nervensystem. Daraus entsteht ein Kreislauf der Angst und je öfters es passiert, umso mehr festigt es sich. Aus den „Spuren im Schnee“ wir ein breiter Weg, bis hin zur Autobahn – also fest verankerte Strukturen in unserem Denken.

Bedeutet das, das Prüfungen immer eine riesengroße Hürde bleiben müssen?

Nein! All das Beschriebene findet nur in unserem Kopf statt, es ist nicht real, sondern es sind Konstrukte in unserem Kopf. Diese Konstrukte lösen die Emotionen aus, die dazu führen, dass die Prüfung wie eine unüberwindbare Hürde erscheint. Das muss die Prüfung aber nicht sein. Mit Methoden der Verhaltenstherapie, dem Coaching und verschiedener Entspannungstechniken kann die Prüfungsangst bearbeitet werden und neue Denkweisen geschaffen werden.

Gilt das für alle Prüfungssituationen?

Es ist egal um welche Art von Leistungsüberprüfung es sich handelt. Das kann der Schulabschluss sein, die Führerscheinprüfung oder auch „nur“ ein Referat. Auch beim sogenannten Lampenfieber sind es die gleichen Mechanismen. Der Betroffene muss eine Leistung abliefern, ein bestimmtes Ergebnis. Er steht im Mittelpunkt. Das führt sofort auf die oben beschriebene Autobahn und somit zur Prüfungsangst.

Wie können Sie Betroffenen helfen?

Ich habe ein Training konzipiert, das speziell auf die Überwindung der Prüfungsangst ausgerichtet ist. Innerhalb von 5 Wochen kann der Betroffene lernen, mit der Prüfungssituation umzugehen und entspannter in die Prüfung zu gehen. Dabei wende ich Techniken und Methoden, die aus der Verhaltenstherapie und dem Coaching stammen an. Dazu gehört z.B. das Erkennen automatischer Gedanken. Aber auch zu lernen, wie man schnell und einfach körperliche Symptome beeinflussen kann. Wer mich vorab kennenlernen möchte, kann eine Schnuppereinheit buchen. Diese dauert 25 Minuten und kann online oder in der Praxis stattfinden.

Welche Voraussetzungen muss man für das Training mitbringen?

Am wichtigsten ist der Wille, etwas zu verändern. Dann natürlich Zeit. Das Training umfasst 5x 60 Minuten. Dazu kommen ca. 20 Minuten am Tag, um die erlernten Techniken zu üben. Die Kraft der Veränderung liegt in der Wiederholung, denn so entstehen neue neuronale Verbindungen, die zu Autobahnen werden können. Ganz getreu dem Motto: „Von nichts kommt nichts!“.

Wie geht man mit anderen Ängsten um?

Außer der sogenannten sozialen Phobie, zu der die Prüfungsangst oder auch das Lampenfieber zählen, gibt es eine Vielzahl anderer Ängste, die durch die oben genannten Methoden positiv beeinflusst werden können. Das kann z.B. die Angst vor bestimmten Tieren, vor Höhe oder vor öffentlichen Plätzen sein. Auch hier kann ich unterstützend beraten.

Andrea Adelt, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HeilprG)
Andrea Adelt arbeitet gerne mit Menschen und begleitet sie auf einem Teil ihres Lebensweges. © Andrea Adelt

Was gibt es sonst noch über Sie zu sagen?

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie beschäftige ich mich fast jeden Tag mit den Gedanken-Konstrukten, Selbstwertproblemen, Ängsten, Denkfehlern und Befürchtungen meiner Klienten. Viele Verhaltensweisen wurden lange unbewusst trainiert und haben sich verselbständigt. Als Mutter von 3 schulpflichtigen Kindern kenne ich die Ängste und Bedenken. Erlebe, wie Druck, Erwartungen - an sich selbst und von außen - sie oft von ihren eigentlichen Fähigkeiten trennen.

Ich arbeite gern mit Menschen und begleite sie auf einem Teil ihres Lebensweges. Immer mit dem Ziel, Zufriedenheit und Erleichterung bei den Belastungen zu erreichen.

Heißt das, wenn ich zu Ihnen komme, werde ich automatisch therapiert?

Nein. Nicht jeder braucht eine Psychotherapie. Therapie bedeutet ja, dass es eine Diagnose gibt.

Als Coachin berate und begleite ich z.B. Menschen in Lebenskrisen oder bei Veränderungsprozessen auf dem Weg zu neuen Zielen oder Lösungen. Das sind z.B. Mütter, deren Kinder ausgezogen sind von zu Hause und die sich nun neu finden wollen bzw. müssen in ihrer Rolle als Frau. Junge Menschen kommen z.B. um sich klarer zu werden, welche Ziele oder Werte sie in ihrem Leben verfolgen wollen oder wo die berufliche Reise hingehen soll. Manche Klient:innen wollen wieder mehr Freude im und am Leben verspüren. Die Beispiele für psychologische Beratungen und Coachings sind vielfältig.

Wie können Betroffene Kontakt zu Ihnen aufnehmen?

Das Prüfungstraining und auch alle anderen Angebote finden in meiner Praxis in Schongau statt. Seele in Balance, 86956 Schongau, Beethovenstr. 5. Alle Informationen finden sich natürlich auch im Internet unter www.pruefungsangstbesiegen.de.

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