Alfons Reiter, Betroffener und Leiter einer Selbsthilfegruppe, über das Restless Legs Syndrom

Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen

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Einfach entspannt die Beine hochlegen – das fällt vielen RLS-Betroffenen schwer.

Landkreis – Die wenigsten wissen, was sich hinter dem Begriff Restless Legs Syndrom (RLS) genau verbirgt. Alfons Reiter, Betroffener und Leiter der hiesigen Selbsthilfegruppe, hat mit Kreisbotenvolontärin Sofia Wiethaler über die Krankheit gesprochen.

Wie würden Sie das RLS beschreiben?

Reiter: „Es ist eine neurologische Krankheit, bei der die Dopaminproduktion im Gehirn nicht richtig gesteuert wird. Generell weiß man aber wenig über die Krankheit, da sie ziemlich unerforscht ist. RLS ist seit knapp 30 Jahren bekannt.“

Woran erkennt man die Krankheit?

Reiter: „Solange man tagsüber körperlich oder geistig aktiv ist merkt man nichts. Wenn man aber abends in Ruhe ein Buch lesen oder fernsehen möchte, werden die Beine unruhig. Sie kribbeln und ziehen dann. Das ist aber bei jedem Betroffenen anders ausgeprägt. Bei einem Verdacht lässt man sich am besten von einem Neurologen untersuchen. Der kann einem dann Einstiegsmedikamente verschreiben. Wenn diese auf Anhieb wirken ist der Fall eigentlich klar.“

Wie wirkt sich die Krankheit auf den Alltag der Betroffenen aus?

Reiter: „In meinem Fall ist tagsüber alles okay. Wenn ich allerdings abends zur Ruhe komme, bekomme ich Probleme. Zum Glück kann ich diese Beschwerden aber mit Medikamenten einigermaßen in den Griff kriegen.“

Wie lange gibt es Ihre Selbsthilfegruppe schon?

Reiter: „Seit zwei Jahren. Anfangs haben wir uns noch monatlich getroffen, inzwischen kommen wir nur noch vierteljährlich zusammen. Das hängt damit zusammen, dass viele ältere Leute betroffen sind, die zum Beispiel bei schlechtem Wetter nicht das Haus verlassen wollen. Wir sind bei jedem Treffen zwischen zehn und 13 Leuten. Die Teilnehmer wechseln dabei öfter.“

Wie kam es zur Gründung der Gruppe?

Reiter: „Als die Krankheit bei mir massiv wurde und ich vor fünf bis sechs Jahren zum ersten Mal beim Neurologen war, nahm ich Kontakt zur Deutschen Restless Legs Vereinigung in München auf. Die Vereinigung ist für viele Selbsthilfegruppen bundesweit zuständig. Da dort immer wieder Leute gesucht wurden, habe ich mich gemeldet.“

Was ist Ihnen bei Ihren Treffen wichtig?

Reiter: „Mir kommt es darauf an, dass die Menschen nicht im stillen Kämmerchen mit sich hadern, sondern die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen haben.“

Was wünschen Sie sich in Hinblick auf die Krankheit für die Zukunft?

Reiter: „Die Münchner Vereinigung tut bereits viel für die Forschung in diesem Bereich. Ein großer Schritt ist auch schon mit den Medikamenten getan worden, die heute zur Verfügung stehen. Mit ihnen kann man diese Unfähigkeit, sich zu entspannen, gut im Rahmen halten. Der entscheidende Schritt wäre natürlich die Krankheit so einzukapseln, dass man sie heilen kann. Im Moment ist sie unheilbar.“

Sprechen bei den Treffen der Selbsthilfegruppe nur die Betroffenen miteinander oder gibt es auch andere Programmpunkte?

Reiter: „Es gibt Vorträge. Für November ist geplant, dass ein Neurologe eines unserer Treffen besucht. Im letzten Jahr hatten wir auch eine größere Veranstaltung im Vortragssaal des Weilheimer Krankenhauses.“

Vielen Dank für das Gespräch.

RLS-Treffen: Vierteljährlich immer dienstags in Weilheim, Schmiedstraße 15/II (Mehrgenerationenhaus/Caritas). Nächster Termin: 7. November, um 17 Uhr, Kontakt: Alfons Reiter, Tel. 0881/7166, E-Mail: reiter.alfons@t-online.de

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