Mitglieder des Vereins "Junge Menschen für Weilheim" über neue Projekte und ihren Antrieb

Plattform für die Jugend

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V. li. Melina Hermann, Tim Weber und Adina Stengele.

Weilheim – „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“

So äußerte sich einst Sokrates über die Jugend. Dass diese Vorurteile bei weitem nicht auf alle jungen Menschen zutreffen, zeigt mitunter der Vorstand des Vereins „Junge Menschen für Weilheim“. Mit Kreisbotenredakteurin Sofia Wiethaler haben sich Tim Weber, erster Vorstand, Melina Hermann, stellvertretender Vorstand und Adina Stengele, Kassenwartin, über die nächsten Aktionen des Vereins, die Gründe für ihr Engagement und ihre Pläne hinsichtlich der nächsten Kommunalwahl unterhalten.

Wie viele Mitglieder hat der Verein momentan?

Weber: „Gerade haben wir rund 220 Mitglieder.“

Hermann: „Der Verein richtet sich aber nicht nur an junge Leute in Weilheim, sondern aus dem ganzen Landkreis“.

Wie oft treffen sich die Mitglieder des Vereins?

Hermann: „Wir versuchen regelmäßig Mitgliederversammlungen abzuhalten. Zwei pro Jahr sind sowieso in unserer Vereinssatzung vorgeschrieben. Im Rahmen dieser Versammlungen treffen sich dann alle Mitglieder, abgesehen davon gibt es aber noch Arbeitskreise (AKs). Die treffen sich so oft, wie sie es für richtig halten. Insgesamt haben wir zehn AKs.“

Stengele: „Ich bin zum Beispiel im AK Pfandflaschenkörbe und wir treffen uns einmal im Monat.“

Worin sehen Sie die Kernaufgabe des Vereins?

Weber: „Der Verein dient als Plattform oder auch als Treppe für junge Leute. Durch ihn haben sie eher die Chance, für sie wichtige Themen in den Stadtrat zu kriegen. Vor Kurzem wurde dort zum Beispiel eine Skaterrampe besprochen und abgesegnet.“

Stengele: „Wir unterstützen die Jugend, indem wir Kontakte herstellen oder Gelder beschaffen.“

Hermann: „Die Mitbegründer des Vereins, Leon Brehme und Cornelius Heisse, arbeiten außerdem daran, den Verein auch in andere Landkreise zu bringen und deutschlandweit auszubauen. Momentan wird zum Beispiel der Verein ‚Junge Menschen für Starnberg‘ geplant.“

Was hat der Verein bis jetzt erreicht?

Weber: „Wir haben schon mehrere Mitgliederversammlungen in Verbindung mit Events veranstaltet. Beim letzten Mal haben zum Beispiel zwei Dozenten von der Jugend- und Entwicklungspartei Deutschland gesprochen. Außerdem haben an diesem Tag auch Leute aus dem Verein zu Themen wie Rhetorik oder Ideenfindung Workshops abgehalten. Des Weiteren haben wir wetterfeste Palettenmöbel gebaut, die wir zur Vermietung bereitstellen wollen.“

Stengele: „Einer unserer AKs hat sich erfolgreich mit den Juniorwahlen am Gymnasium Weilheim beschäftigt, die in Zusammenarbeit mit den Lehrern dort vom Verein durchgeführt wurden.“

Weber: „Außerdem haben wir noch mehrere Vorstellungsrunden an Schulen abgehalten. Wir wollen natürlich auch Schüler außerhalb des Gymnasiums informieren.“

Hermann: „Zusätzlich waren wir beim Stand der Vereine zu Weihnachten und auf der Oberlandmesse vertreten.“

Haben Sie Befürchtungen, dass es Ihnen ähnlich gehen könnte wie dem Penzberger Jugendparlament?

Hermann: „Die Zeit ist bei vielen Jugendlichen ein großer Faktor, da sie für die Schule viel tun müssen. Allerdings haben wir auch gemerkt, dass es viele gibt, denen der Verein wichtig ist. Deswegen glaube ich nicht, dass wir ein Problem mit Nachrückern bekommen werden.“

Stengele: „Es ist zwar schwierig, aktive Mitglieder zu gewinnen, allerdings besteht dieser Verein auch noch nicht so lange.“

Weber: „Ich glaube, dass die Arbeit in einem Jugendparlament wesentlich zeitintensiver ist als im Verein. Bei uns ist alles freiwillig, jeder kann soviel tun wie er möchte.“

Wieso engagieren Sie sich in diesem Verein?

Weber: „Melina und ich sind bei der evangelischen Jugend und Adina ist bei den Pfadfindern aktiv. Man findet irgendwie Gefallen daran, etwas zu tun, wofür es kein Geld gibt, aber etwas bewegt werden kann. Ich habe mich außerdem davor politisch ein bisschen engagiert und habe gemerkt, dass man zusammen wesentlich mehr erreichen kann als alleine.“

Was sind die nächsten Projekte des Vereins?

Weber: „Wir werden uns an der Organisation und Durchführung des ‚hAMMERsound Festivals‘ beteiligen und dort auch den Verein repräsentieren. Außerdem sind wir beim ‚Tag der Familie‘ dabei.“

Hat der Verein auch Ambitionen bei den nächsten Kommunalwahlen anzutreten?

Stengele: „Das ist ein sehr großer Punkt für uns. Wir sind gerade dabei, Informationen zu sammeln und zu schauen, wie wir sie umsetzen können.“

Weber: „Damit könnten wir einen Fuß in die Tür zur großen Politik bekommen.“

Wo ist für Sie in Weilheim der größte Handlungsbedarf?

Weber: „Es gab ein Treffen mit Weilheims zweitem Bürgermeister und Jugendreferent, Horst Martin, und Schülersprechern. Dabei kam heraus, dass ganz wichtige Punkte die Infrastruktur und die Weggehmöglichkeiten sind. In Weilheim gibt es zum Beispiel nur zwei Bars, die für Jugendliche interessant sind. Alles andere spielt sich privat ab. Es muss auch politisch etwas passieren, dass die Stadt für Gastronomen interessanter wird.“

Hermann: „Bei uns kann man schon ab sechs Jahren beitreten. Deswegen versuchen wir auch für diese Altersgruppe etwas zu tun, wenn ihr etwas fehlt.“

Wie finanziert sich der Verein?

Hermann: „Durch verschiedene Spenden und die Einnahmen von den Ständen. Momentan ist aber ein Förderverein in Planung, für den zum Beispiel Eltern spenden können.“

Hat Ihr Verein ein Büro?

Stengele: „Ja, wir haben im Jugendhaus ‚Come In‘ unser eigenes Büro. Es ist am Dienstag von 15 bis 17 Uhr und von 18 bis 19.30 Uhr sowie am Donnerstag von 18.30 bis 20 Uhr besetzt.“

Weber: „Zusätzlich haben wir eine Handynummer (015224265932), einen Instagram- und Facebookaccount sowie eine E-Mail Adresse (mail-jmw@gmx.de).“

Vielen Dank für das Gespräch.

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