Investor zieht Angebot zurück

Keine Klinik im Wessobrunner Kloster

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Wessobrunn – Das war’s. Seit letzter Woche sind die Klinikpläne für das Wessobrunner Kloster Geschichte. Fast ein Jahr ist seit den ersten Gesprächen vergangen.

Der Investor, der in dem historischen Gebäude eine Klinik für psychosomatische Erkrankungen unterbringen wollte, teilte in einem Brief an Schwester Hildegard, Oberin der Missionsbenediktinerinnen, nach diversen Widerständen den Rückzug von seinem Vorhaben mit. 

Mit dieser Mitteilung überraschte Klaus Papenfuß von den „Freunden des Klosters“, die sich für diese Kliniklösung stark gemacht hatten, am vergangenen Freitag die rund 60 Besucher, die zu einer Informationsveranstaltung in die alte Klosterkapelle gekommen waren. Nicht zuletzt aufgrund dieser Absage, die sich bei den zähen Verhandlungen in den letzten Wochen bereits abgezeichnet hatte, kam es an dem Abend zwischen dem ehemaligen Wessobrunner Bürgermeister und den Vertretern der Pfarrgemeinde zu heftigen Diskussionen. 

Letztere sprachen sich, wie auch der Verein Wessofontanum, klar gegen den Verkauf oder die Abgabe des östlichen Klosterteils per Erbbaurecht aus, der nicht dem Orden gehört und in dem sich unter anderem die Pfarrwohnung befindet. „Wessobrunn hat durch den Rückzug des Investors eine große Chance vertan“, erklärte Papenfuß. In ähnlicher Weise äußerte sich auf Nachfrage Rathauschef Helmut Dinter, der bei der Veranstaltung selbst nicht zugegen war. „Schwester Hildegard ist natürlich enttäuscht“, berichtete Dinter. 

Der Verkauf des Klosters, das jährlich einen Unterhalt von rund 70 000 Euro verschlingt, ist aber nicht vom Tisch. Eventuell droht jetzt ein Verkauf in Teilen. Wie es weitergehen wird, ist derzeit völlig offen. Schwierigkeiten machen nicht nur die Eigentumsverhältnisse. Ein eventueller Käufer muss auch besondere Auflagen des Brand- und Denkmalschutzes berücksichtigen. Von Roland Halmel

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