Bundeswehr veranstaltet in Werdenfelser Kaserne in Murnau erstes "IT-Camp"

IT-Soldaten gesucht

+
Ein Schulungsraum in der Werdenfelser Kaserne. Hier werden den Teilnehmern vom IT-Experten der Bundeswehr (stehend) die technischen Grundlagen vermittelt.

Murnau – 22 junge Menschen nahmen vergangene Woche am ersten „IT-Camp“ in der Werdenfelser Kaserne Murnau teil. Das dreieinhalbtägige Camp war Teil der deutschlandweiten „Cyber Days“-eine Kampagne der Bundeswehr zur Gewinnung technisch interessierter junger Menschen für ihre IT-Abteilung.

Insgesamt sechs IT-Bataillone sollen in Deutschland aufgebaut werden, dafür braucht die Bundeswehr qualifiziertes Personal. Interesse zeigten die Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 22 Jahren, die sowohl das Leben als Soldat als auch die Arbeit des Fachbereichs IT in Murnau testeten. Gerade die Vermittlung und das Erlebbarmachen dieser beiden Aspekte war dem Organisationsteam in Murnau, dazu gehörte Oberst­leutnant Igor Asl, sehr wichtig. Das spiegelte sich in den Tagesabläufen der Teilnehmer wider und kam auch in der Einkleidung durch die Bundeswehr und Unterbringung in der Kaserne zum Ausdruck. Zum IT-technischen Aspekt des Camps gehörten der Grundlagenunterricht Betriebssysteme und Netzwerke, das Reparieren eines Datenübertragungskabels – Crimpen genannt – und die Einrichtung eines Netzwerkes unter Anleitung der IT-Experten der Bundeswehr. Gelegenheit, das eigene Netzwerk zu testen, erhielten die Teilnehmer bei einem Turnier mit Open-Source-Spielen.

Um die Vermittlung der militärischen Seite drehte sich der zweite Aspekt der IT-Soldaten-Schnuppertage. Zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls erhielten alle Uniformen und wurden zu dritt in Stuben in der Kaserne untergebracht. Außerdem fand am ersten Abend, nach einem gemeinsamen Marsch zum Standortübungsplatz, Aufbau von Zelten und dem Entfachen eines Wärmefeuers, noch ein Grillabend zum Kennenlernen statt. „Ein guter Einstieg für alle“, erklärte Oberst­leutnant Asl gegenüber der Presse. An den weiteren Tagen folgten unter anderem der Umgang mit einem Kompass, das Orientieren mit Karte, das Anfertigen von Skizzen und das Überwinden der Hindernisbahn sowie Sport.

Zwei Teilnehmer, der 20-jährige Silvano Wittmann und der 18-jährige Alex Brikman, zeigten sich vom IT-Camp begeistert. „Ich will selbst zum IT-Soldat ausgebildet werden und bin hier ab Juli stationiert“, erzählte Wittmann. „Ich fand‘s bis jetzt wunderschön. Unsere Ausbilder waren sehr nett und man merkt, wenn man die Uniform tragen darf, dass man dazugehört. Ich mag die Gemeinschaft. Das ist meine Welt“, betont der 20-Jährige enthusiastisch. Brikman interessiert sich für die Ausbildung zum Fachinformatiker bei der Bundeswehr. Er fühlt sich motiviert und sieht die Sache so: „Bei der Bundeswehr lernt man Sachen, die man in der freien Wirtschaft nicht mitbekommt – das Soldatische, die Disziplin sowie die körperliche und mentale Fitness.“

Für die Mitglieder des Führungsunterstützungsbataillons 293 in Murnau dürfte sich der organisatorische Aufwand also gelohnt haben. „Ich denke, das ist die richtige Entscheidung mitzumachen“, stellte Asl fest. „Soldat plus IT ist eine Kombination, die man weiterführen sollte. Wir freuen uns auf das nächste Mal.“

Von Melanie Wießmeyer

Auch interessant

Meistgelesen

"Es gibt kein endloses Wachstum"
"Es gibt kein endloses Wachstum"
Forum startet in Weilheim
Forum startet in Weilheim
Lichte Erfahrungen
Lichte Erfahrungen
Keine Kosten für Peißenberg
Keine Kosten für Peißenberg

Kommentare