Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel feiert 15-jähriges Bestehen in der Apostelkirche

"Das ist ein stolzes Jubiläum"

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Aufstellung zum Gruppenfoto. Die Geehrten der Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel-Werdenfels mit den Vertretern der Geistlichkeit und Stadt.

Weilheim – Am 9. November 2002 gründeten Petra Stragies und Guntram Windes mit sieben Gleichgesinnten die Alzheimer Gesellschaft Pfaffenwinkel. Heute hat der Verein 270 Mitglieder und ist in 15 von 34 Gemeinden des Landkreises vertreten. In Garmisch-Partenkirchen sind es zwei. Am vergangenen Sonntag feierte der Verein das Jubiläum in der evangelischen Apostelkirche: In Anwesenheit von Vertretern des Stadtrats und Landrätin Andrea Jochner-Weiß mit einem ökumenischen Gottesdienst, 18 ehrenamtliche Helfer wurden mit der Bayerischen Ehrenamtskarte gewürdigt.

Zu Beginn der Andacht wies die erste Vorsitzende Stragies auf die hohe Zahl dementer Menschen hin. Demnach sind in Deutschland 1,6 Millionen Menschen betroffen. Im Landkreis Weilheim-Schongau sind es 2 900. Die Tendenz ist steigend. Die meisten Erkrankten sind über 75 Jahre alt, aber die Krankheit trifft auch Jüngere.

Dekan Axel Piper würdigte in seiner Begrüßung die Entwicklung des Vereins und seiner Mitarbeiter. „Das ist ein stolzes Jubiläum. Wer hätte in Anbetracht der schwierigen Gründungszeit gedacht, dass Sie die Beratung und Pflege über den Landkreis hinaus tragen. Ihre einfühlsame Begleitung, das Denken mit dem Herzen ist eine Begabung. Dazu meinen Glückwunsch und Hochachtung“, sagte Piper.

Stadtpfarrer Engelbert Birkle griff in seiner Andacht auf das Schicksal eines Mitbruders zurück. „Heute werden hier Erinnerungen an ihn lebendig. Die Erinnerung an gemeinsame Urlaube und Gespräche. Birkle zitierte aus dem Buch Moses das Gleichnis mit dem brennenden Dornbusch. „Er brennt, aber er verbrennt nicht. Das ist die Flamme, die in uns brennt. Wir sind alle eingeladen, im Menschen das Würdevolle zu suchen.“

Der Wechsel von vorgetragenen fiktiven Gedanken Erkrankter wie auch Kirchenlieder des Frauenchors „Cantorella“ verliehen dem Gottesdienst zusätzliche Tiefe und Eindringlichkeit.

Bei der anschließenden kleinen Feier im Gemeindehaus dankte Jochner-Weiß im Namen des Landkreises für die stete Präsenz des Vereins. „Ich wünsche Ihnen heute erst einmal für die nächsten 15 Jahre viel Zuspruch und Unterstützung“, sagte sie.

Bürgermeister Loth betonte in seinem Grußwort die wichtige Funktion des Vereins für Gesellschaft und Stadt. „Sie wurden von uns bereits vor einigen Jahren mit dem Sozialpreis ausgezeichnet. Heute bringe ich Ihnen verbunden mit dem Dank Bares (500 Euro) mit“, sagte Loth.

Für eine Überraschung sorgte der Katholische Frauenbund Huglfing bei der Feier. Eine Vereinssprecherin überreichte eine Urkunde für ehrenamtliches Engagement verbunden mit einem 500 Euro-Schein. Mit der Bayerischen Ehrenamtskarte wurden geehrt: Esther Katzer, Marlis Becker, Christiane Berger, Ingrid Dürr, Annemarie Echter, Heidrun Feueregger, Gunhild Holzinger, Andrea Krug, Katharina Landes, Edith Maas, Elisabeth Pfalzer-Tegen, Walter Ritschel, Inge Schönwiese, Gabi Stammer-Scholz, Guntram Windes, Petra Stragies, Ursula Gutzeit und Maria Berger.

Von Georg Müller

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