Ministerin Melanie Huml besucht Hospiz in Polling und würdigt Arbeit des Vereins

Ein denkwürdiges Jubiläum

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Vor einer Tafel der Ausstellung v. li. Landrätin Andrea Jochner-Weiß; Renate Dodell, Vorsitzende des Hospizvereins; Schwester Angela; Dekan Axel Piper; Ministerin Melanie Huml; Sparkassendirektor Josef Koch und Hausarzt Dr. Johannes Langer.

Weilheim/Polling – „Bei uns im Hospizverein stehen die Menschen im Mittelpunkt“, betonte die Hospizvereinsvorsitzende Renate Dodell bei ihrer Eröffnungsrede, die sie anlässlich des Besuchs von Ministerin Melanie Huml in den Räumen der Weilheimer Sparkasse hielt.

Bevor die Ministerin am vergangenen Dienstag nach Weilheim kam, informierte sie sich im Kloster Polling über die Arbeit des Hospizvereins. Dabei lobte sie die „liebevolle Betreuung“ der Gäste. Auch die Einrichtung an sich erhielt ihren Zuspruch, sie sei „kein Sterbehaus, sondern eine freundliche Herberge für die letzten Lebenstage“, stellte die Ministerin fest.

Bei ihrer Rede am Abend sprach sich die bayerische Gesundheitsministerin klar gegen jede Form von aktiver kommerzieller Sterbehilfe aus. Für sie läge die Antwort in der Hospiz- und Palliativversorgung. Daher gratulierte sie den Mitwirkenden des Vereins deutlich zum Jubiläum, das 25-jährige Bestehen sei „eine tolle Leistung“.

Die Vereinsvorsitzende Dodell dankte Huml für ihre klaren Worte. Man merke, dass dieses Thema für sie „eine Herzensangelegenheit“ sei. Die beiden kennen sich bereits seit Längerem aus Dodells Zeit in der Landtagspolitik.

Ebenfalls an diesem Abend sprach der Weilheimer Hausarzt Dr. Johannes Langer zu den Gästen. Als er als junger Arzt mit sterbenskranken Patienten konfrontiert wurde, habe er beim Hospizverein, insbesondere bei Schwester Angela, sofort Gehör gefunden. Oft sei noch am selben Tag jemand bei dem Betroffenen vorbei gekommen.

Die Möglichkeit, Menschen auch stationär im Kloster Polling behandeln zu können, nannte Langer einen „großen Glücksfall“. Dort herrsche eine ganz besondere Atmosphäre von Ruhe und Geborgenheit.

Dekan Axel Piper dankte dem Verein dafür, dass er sich dem „Tabuthema“ des Sterbens annehmen würde. In der heutigen Zeit werde man zwar an einem „normalen Fernsehabend“ ständig mit dem Thema konfrontiert, in der realen Welt würde man sich aber mehr mit der Illusion der ewigen Jugend und des ewigen Lebens beschäftigen.

Dodell nutzte die Gelegenheit, um allen Mitarbeitern, Unterstützern, Partnern und den ehrenamtlichen Hospizhelfern ihren Dank auszusprechen. Besonders hob sie die Arbeit von Schwester Angela Kirchensteiner hervor. Sie sei „die Mutter unserer Hospiz-

arbeit“. Dodell fuhr fort: „Bis heute arbeitet sie unermüdlich und konkret Tag für Tag – und viele Nächte – in der Begleitung der sterbenden Menschen und für unsere Idee und hat sie gemeinsam mit anderen zukunftsgerichtet weiterentwickelt.“

Damit der Verein sich bald über 1 000 Mitglieder freuen kann, lieferte Dodell bei der Abendveranstaltung einen außergewöhnlichen Anreiz. Das 1 000. Mitglied bekommt eine Kutschfahrt spendiert, versprach sie. Durchgeführt wird die Fahrt von Josef Steigenberger, Bürgermeister von Bernried, der sich dafür bereiterklärt hat.

Von Sofia Wiethaler

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