Kammerorchester Weilheim feiert Jubiläum mit Festkonzert am 18. November – Kreisbote hat Tickets

40 Jahre Kulturträger

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Vasja Legiša.

Weilheim – Vor über vier Jahrzehnten fanden sich fünf Weilheimer Musiker zu einem Streicherquintett zusammen, zu dem sich bald neue Geiger gesellten.

Als „Weilheimer Musizierkreis“ wurden sie zu ersten Aufführungen bei Feiern eingeladen. Im Herbst 1977 war der Kreis so groß geworden, dass er als „Kammerorchester Weilheim“ im Stadttheater zur Eröffnung der ersten Oberlandausstellung auftreten konnte, wie „Archivar“ Richard Bittner die Historie beschreibt. Die Mitglieder des Kammerorchesters sind Streicher, spielen Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass. In der Vereinssatzung wurde dennoch statt „Streichorchester“ die Bezeichnung „Kammerorchester“ gewählt, da je nach Werk auch Bläser eingeladen werden.

Ein Orchester braucht einen Leiter. Neun Jahre lang studierte Musikschulleiter Werner Mayer die Werke ein. Bei den Aufführungen übernahm er den Kontrabass und die erste Geigerin Lieselotte Koschay gab die Einsätze. Die Musikpädagogen Paul Richter und Wieland Schmid als erste Dirigenten konnten in den nächsten acht Jahren kompliziertere Werke aus Barock, Klassik, Romantik und Moderne vorlegen. Christian Wolf leitete dann für sechs Jahre als erster ausgebildeter Dirigent das Kammerorchester. Die Aufführungen mit namhaften Profis als Solisten sind unvergessen. Auch die nachfolgenden Studenten Florian Ziemen und Volker Hiemeyer brachten neue Programmideen von der Hochschule mit. Margarethe Härtl, mittlerweile die erste Geigerin, übernahm in den nächsten sieben Jahren ohne festen Dirigenten die Einstudierung der Werke, die dann von verschiedenen Gastdirigenten geleitet wurden. Seit 2011 dirigiert der Profi-Cellist und Musikschullehrer Vasja Legiša, gebürtig aus Triest, das Kammerorchester und engagierte schon mehrere Solisten aus seinem Bekanntenkreis.

Jeder, der sein Instrument einigermaßen beherrscht, kann dem Orchester beitreten. In den vergangenen 40 Jahren spielten mehr als 160 Personen in dem Weilheimer Klangkörper als Streicher mit. Nur einzelne Instrumentalisten wohnten mehrere Jahrzehnte den wöchentlichen Proben bei. Ein Laienorchester ist eben kein dauerhafter Block, sondern wie ein lebender Organismus. Hielten sich bis in die Mitte der 1990er Jahre unter den durchschnittlich 30 Orchestermitgliedern die Zahlen der Männer und Frauen die Waage, so geht seitdem die Schere zugunsten der Frauen stark auseinander.

Jazz und Pop scheiden für das Kammerorchester schon aufgrund der verwendeten Instrumente aus. Die „klassische Musik im weiteren Sinne“ ist das Kulturgut des Kammerorchesters. Unter dieser Bezeichnung versteht man die Kunstmusik der europäischen Musiktradition. Darunter fallen Barockmusik, wie die von Händel und Bach, Musik der Wiener Klassik, zum Beispiel die von Haydn, Mozart und Beethoven und der Romantik, wie die von Schubert.

Das Kammerorchester spielt ebenso Werke von unbekannten oder zeitgenössischen Komponisten. Auch Musik aus allen europäischen Ländern steht bisweilen auf dem Programm. Entscheidend für die Auswahl der Werke ist die Spielbarkeit für Laienspieler. Wichtig ist auch, dass das Publikum angesprochen wird. Das Kammerorchester konnte inzwischen einen beachtlichen Kreis von Stammhörern gewinnen.

Wer die Jugend hat, hat die Zukunft. Diese Weisheit gilt auch für einen Verein wie das Kammer-

orchester. So wurden erstmals im November 2016 geeignete Teile des Programms an einem Vormittag für Grundschüler angeboten. Eine Erzählerin erläuterte den begeisterten Kindern die Werke und Instrumente.

Eine Interessensgruppe wie ein Kammerorchester mit vielen wechselnden Mitgliedern und organisatorischen Aufgaben braucht eine feste Form. Die ersten fünf Jahre organisierte der damalige Musikschulleiter Werner Mayer zusammen mit dem Büro der Musikschule die Spieltruppe. Im Juli 1981 beschlossen die Mitglieder des Kammerorchesters die Gründung eines Vereins mit einer Satzung. 1991 wurde die Satzung nochmals geändert, und 2004 erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister.

Um das Jubiläum gebührend zu feiern gibt es am Samstag, 18. November, ein Festkonzert in der Stadthalle. Beginn ist um 20 Uhr. Zu hören sind an diesem Abend: Franz Schubert, (1797 bis 1828) Ouvertüre im italienischen Stile in C-Dur, D 591 (1817, Wien); Robert Schumann (1810 bis 1856) Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, op. 54 (1845, Dresden) und Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) Symphonie Nr. 6 in F-Dur op. 68 „Pastorale“ (1808, Wien). Solist des Abends ist Detlev Eisinger. Er konzertierte als Solist mitunter in Paris, Menton, Montpellier, Berlin, beim Kissinger Sommer, bei den Richard-Strauss-Tagen in Garmisch und beim Kodály-Festival in Ungarn, fünfmal war er auf Konzerttourneen in Südafrika sowie auch in Toronto und San Francisco. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen folgten.

Karten für das Festkonzert gibt es beim Kreisboten Weilheim in der Sparkasse am Marienplatz oder unter Tel. 0881/686 -11 und -12.

Von Kreisbote

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