Kulturverein feiert 10-jähriges Bestehen mit Open-Air-Kino

Ein Kleinod in Peißenberg

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Anja Kolumbus und Wolfgang Haas freuen sich auf das große Fest am Samstag. 

Peißenberg – Als der Kulturverein in Peißenberg gegründet wurde, war das Ziel der Mitglieder, die Tiefstollenhalle zu beleben. Zehn Jahre ist das nun her. Doch wie sieht es heute aus? Sind die 30000 Euro Unterstützung von der Gemeinde im Jahr gerechtfertigt?

Im Interview mit dem Kreisboten erklären Vereinsvorsitzende Anja Kolumbus und Veranstaltungsleiter Wolfgang Haas, warum Kultur in Peißenberg benötigt wird.

Was nutzt der Kulturverein den Peißenbergern?

Kolumbus: „Wir wollten von Anfang an ein breites Publikum erreichen. Das ist uns auch gelungen. Inzwischen kommen die Besucher auch aus den umliegenden Orten. Wir machen also gleichzeitig Werbung für Peißenberg.“Haas: „Andere Gemeinden beneiden uns um das tolle Gelände und die super Halle.“ 

Wie gehen Sie mit Kritik seitens der Peißenberger um? 

Haas: „Die Tiefstollenhalle war von Beginn an ein Politikum. Dagegen kämpfen wir immer noch an.“ 

Kolumbus: „Manche Kritik konnten wir aber auch schon entschärfen, indem wir darauf eingegangen sind.“ 

Ein Beispiel? 

Haas: „Bei Jugendveranstaltungen wird es oft laut. Die finden nur noch zwei bis drei Mal im Jahr statt.“ 

Was hat sich in den zehn Jahren noch verändert? 

Kolumbus: „Wir haben mit Pioniergeist und rein ehrenamtlich angefangen. Mit der Zeit sind wir professioneller geworden.“ 

Haas: „Der Aufwand ist größer geworden. Inzwischen helfen bei Veranstaltungen bis zu 25 Vereinsmitglieder mit. Das geht von der Bestuhlung bis zur Garderobe.“ 

In welchem Bereich haben Sie dazugelernt? 

Haas: „Es kamen beispielsweise Beschwerden, dass man sich die Plätze bei Veranstaltungen nicht aussuchen kann. Deswegen haben wir ein Online-System zum Reservieren eingeführt.“ 

Nach welchen Kriterien wird ausgesucht, was ins Programm kommt? 

Haas: „Wir haben einen Kulturauftrag und wollen daher nicht nur Mainstream. Wir versuchen auch die Künstler aus der Region zu fördern. Die Mischung ist toll.“ 

Kolumbus: „Manche Veranstaltungen bewähren sich, manche nicht. Die größeren, die gut besucht sind, finanzieren dabei auch die kleineren.“

Was fehlt im Programm? 

Kolumbus: „Wir würden gerne noch mehr Klassik zeigen. Das ist leider ein Verlustgeschäft.“ 

Herr Haas, Sie wollten vor einem Jahr aufhören als Veranstaltungsleiter. Bleiben Sie dem Verein erhalten? 

Haas: „Vielleicht nicht die nächsten zehn Jahre, aber schon eine Weile. Mir ist die Arbeit einfach zu viel geworden. Wir haben im Verein dann umstrukturiert. Jetzt passt es wieder.“ 

Kolumbus: „Wenn man etwas mit aufbaut, wächst es einem ans Herz.“ 

Wie geht es die nächsten zehn Jahre weiter? 

Kolumbus: „Wir werden uns weiter bemühen, dass wir ein buntes Programm abseits der großen Veranstaltungen anbieten können.“ 

Haas: „Kultur im Foyer ist mein Steckenpferd. Auch da wird es weiterhin hochkarätige Gäste geben.“ 

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre? 

Kolumbus: „Eine volle Halle und viele zufriedene Gesichter. Es wäre auch schön, wenn wir noch mehr Mitglieder bekommen, die neue Impulse einbringen.“ 

Und mehr Besucher aus Peißenberg? 

Kolumbus: „Man kann keinen zwingen, Kultur anzunehmen. Aber man kann es sich wünschen. 

Haas: „Das Gelände ist ein Kleinod. Dessen sind sich viele gar nicht bewusst.“


Der Kulturverein wurde am 24. Juli 2003 gegründet und feiert am kommenden Samstag, 27. Juli, seinen zehnten Geburtstag. Auf einer Leinwand im Freien wird der Film „Ziemlich beste Freunde“ gezeigt, als Vorfilm ab etwa 21.30 Uhr „Mondnacht“ von der Peißenbergerin Eva Merz. Bereits ab 17.30 Uhr hat der Biergarten geöffnet und die Oberhausener Blasmusik spielt. Nach der Begrüßung um 20 Uhr folgt ein Rückblick und von 20.45 bis 21.30 Uhr gibt es ein Figurenkabarett mit Josef Pretterer. Mehr Infos unter www.kulturverein-peissenberg.de.


Von Ursula Gnadl

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