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Jahresbilanz der EVA GmbH: Blaue Tonnen für den ganzen Landkreis

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Von: Stephanie Novy

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Blaue Tonne kommt flächendeckend nach Weilheim-Schongau
Der Kreistag hat die Einführung der Blauen Tonne für 2024 beschlossen. © Schorer

Weilheim-Schongau – In Schongau und Weilheim sind sie schon zu finden. Die Rede ist von den Blauen Tonnen zur Altpapierentsorgung. Jetzt soll die Umstellung von den Säcken zur Tonne flächendeckend für den gesamten Landkreis Weilheim-Schongau kommen.

In der letzten Kreistagssitzung des Jahres beschlossen die Räte mit zwei Gegenstimmen, dass die Grauen Säcke der Vergangenheit angehören sollen. Ab 2024 wird es wohl soweit sein.

Die große Frage dabei, die ausführlich diskutiert wurde: Wie geht es mit der Sammlung durch die Vereine weiter? Vertretungsberechtigter Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungs GmbH (EVA) Holger Poczka machte deutlich: „Wir werden alles tun, um die Vereine adäquat zu beteiligen.“ Wie genau das aussehen soll, muss noch geregelt werden. Dafür wird ein Konzept entwickelt.

Für viele Vereine ist die Altpapiersammlung eine wichtige Einnahmequelle. Die allerdings mittlerweile deutlich weniger abwirft. Ursprünglich konnten die Vereine im Landkreis mit 600 000 Euro im Jahr rechnen, erklärte Poczka. „Jetzt sind es vielleicht noch 300 000 Euro.“ Die Ursache: Durch die Digitalisierung gebe es weniger Zeitschriften und Kataloge. Stattdessen, auch stark bedingt durch den Onlinehandel, immer mehr Kartonagen. Dadurch sei das Volumen, so Poczka, recht hoch, der Ertrag aber geringer. Viele Vereine hätten deshalb die Sammlungen bereits aufgegeben. Dennoch, Vereine, die weiterhin sammeln möchten, sollen das auch nach der Einführung der Blauen Tonne noch tun können.

Die Gründe für die Einführung des neuen Systems sind vielfältig. Der derzeitige Geschäftsführer berichtete einerseits davon, dass die Grauen Säcke, die recht stabil sind, immer wieder missbraucht würden, um illegal Müll zu entsorgen. Ein weiterer Grund sind die Kosten. Die rund 2,7 Millionen Säcke, die jedes Jahr benötigt werden, kosten mittlerweile 200 000 Euro. Vor einem Jahr habe der Preis noch bei 150 000 Euro gelegen. Die Blauen Tonnen seien außerdem – weil Mehrweg – ökologischer. Zudem ist das Gut darin besser geschützt. Poczka berichtete davon, dass es derzeit bei Regen immer wieder nasse Margen gebe. Die Fabrik, an die die EVA liefert, könne nicht zusichern, die durchnässten Margen jedes Mal anzunehmen.

Allgemein habe man das Problem, dass es in der Umgebung nur eine Firma gebe, die Graue Säcke annehme. „Wir sind da in einer großen Abhängigkeit.“ Dementsprechend muss die EVA GmbH auch einen höheren Preis zahlen, als das bei der Blauen Tonne der Fall wäre.

Mit der Umstellung bei der Papiersammlung soll in erster Linie Geld gespart werden. Denn auch die Energiekrise macht der EVA GmbH zu schaffen. Bisher sei man zwar „einigermaßen gut durchgekommen“, wie Poczka meinte. Aber für die Zukunft scheint der derzeitige Geschäftsführer nicht ganz so optimistisch zu sein. Beim Hausmüll gebe es eine Steigerung der Energiekosten um zehn Prozent. „Das müssen wir abfangen, das wird aber eng.“ Allgemein rechnet Poczka mit einer Strompreissteigerung von 900 Prozent, falls vom Bund keine Bremse beschlossen wird (Anm. d. Red.: Wenige Tage nach der Kreistagssitzung einigte man sich auf die Einführung einer Gas- und Strompreisbremse). Aber selbst mit Bremse, wird es wohl immer noch eine Steigerung um 230 Prozent geben.

Neben den deutlich höheren Preisen macht der GmbH auch der Personalmangel zu schaffen. Poczka macht das „Image“ der Abfallwirtschaft dafür mitverantwortlich. Einen Schlosser habe man mittlerweile gefunden. Aber Elektriker würden noch dringend gebraucht. Obwohl 2022 ein „schwieriges Jahr“ gewesen sei, konnte der derzeitige Geschäftsführer auch Positives im Kreistag berichten. Eine Schwachgasfackel sei genehmigt worden. Ein „wichtiger Schritt“, um das umweltschädliche Methangas, dass bei der Abfallverwertung entsteht, verbrennen zu können. Gebaut wird die Schwachgasfackel voraussichtlich im März.

Was den geplanten Wertstoffhof Sindelsdorf angeht, konnte Poczka ebenfalls Fortschritte vermelden. Nachdem der derzeitige Wertstoffhof in Penzberg „nicht mehr zeitgemäß“ sei, soll wie berichtet in Sindelsdorf ein neuer entstehen. „Momentan schaut‘s sehr gut aus.“ Poczka rechnet damit, dass 2023 in die Planung eingestiegen werden kann.

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