Bäuerliche Vermieter müssen tiefer in die Tasche greifen

Höhere Tarife

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„Wichtigstes Handwerkzeug“ sei das Selbstbewusstsein, betonte die Vorsitzende Gerda Walser (re.) bei der Jahreshauptversammlung.

Bad Heilbrunn/Landkreis – Die geplante Professionalisierung der Urlaubsbauernhöfe kostet Geld. Um sie zu finanzieren, entschieden die Betriebe der Anbietergemeinschaft Bauernhof- und Landurlaub im Bayerischen Alpenland den Mitgliedsbeitrag zu erhöhen. Dies war zentrales Thema der Jahreshauptversammlung im Bad Heilbrunner Landgasthof Reindlschmiede.

Voriges Jahr hatten sich die Höfe neu formiert. Mehrere eigenständige Organisationen, auch die aus dem Pfaffenwinkel, verschmolzen zu einer größeren mit rund 250 Mitgliedern. Andere Regionen, zum Beispiel im Allgäu, hatten es vorgemacht und größere Strukturen geschaffen. Ein großes Ziel des neuen Zusammenschlusses mit Geschäftsstelle in Peiting ist es, die Betriebe professioneller aufzustellen. Hierfür sind heuer 24 500 Euro eingeplant.

Um das Projekt zu stemmen, war eine Anhebung des Mitgliedsbeitrags angesagt. Vor der Fusion zahlten die Höfe in ihren jeweiligen Organisationen rund 50 Euro Beitrag pro Jahr. In Zukunft sieht es so aus: Wer ein bis zwei Ferienwohnungen hat, zahlt fortan 75 Euro. Bei drei und vier Wohnungen sind 110 Euro fällig, bei fünf und sechs 140 Euro. Die große Mehrheit sprach sich für die Erhöhung aus. Es gab zwei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Hinzu kommt noch der Betrag, den die Betriebe an den Landesverband zahlen müssen. Die Erste Vorsitzende Gerda Walser aus Obersöchering versprach: „Wir tun was für das Geld, es ist nicht zum Fenster hinausgeschmissen.“

Geschäftsführer Georg Saur betonte, dass sich die Professionalisierung anders nicht umsetzen lasse. In dem Vermieter-Zusammenschluss gibt es insgesamt 721 Ferienwohnungen mit 2 884 Betten. Walser präsentierte eine Berechnung, wonach alle Mitgliedsbetriebe zusammen 8,65 Millionen Euro durch die Vermietung im Jahr einnehmen müssten. „Wichtigstes Handwerkzeug“ sei Selbstbewusstsein – bei der Preisgestaltung, der Ausstattung, beim Markteting und auch im Umgang mit den Gästen am Hof.

Fördergelder aus dem EU-Programm Leader zu bekommen, erwies sich übrigens als ziemlich aufwändig. „Das ist ein bürokratisches Monster“, sagte Walser. „Das kann sich kein Mensch vorstellen.“ Personell habe das Prozedere „unwahrscheinlich viel Zeit in Anspruch“ genommen.

Heuer will der Verein einen Wettbewerb ausrichten. Anlass ist das Jahr des nachhaltigen Tourismus, das die Uno für 2017 ausgerufen hat. Bis 15. Oktober können Mitglieder bereits realisierte Projekte einreichen und zwar zu den Themen Wertschöpfung und Kraftplätze. Als Preis winkt ein kostenloser Werbeplatz auf der Internetseite des Landesverbandes für einen Monat.

Von Roland Lory

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