Waldbesitzervereinigung Weilheim zieht bei Jahreshauptversammlung Bilanz

Sinkende Holzpreise

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Bericht des Geschäftsführers: Klaus Deibel (li.) blickt beim Strobl- wirt auf 2018 zurück.

Oberhausen – Es gab Jahre, da fiel der Holzmarktbericht bei der Waldbesitzervereinigung Weilheim (WBV) erfreulicher aus. „Wir werden zum Mai hin noch einmal mit einer Preisreduzierung rechnen müssen“, erklärte Georg Goldhofer, stellvertretender WBV-Geschäftsführer, anlässlich der Jahreshauptversammlung im Oberhauser Stroblwirt.

Das Jahr 2018 war geprägt durch den Borkenkäfer und durch Stürme. Die Vermarktungsmenge stieg im Vergleich zum Vorjahr erheblich auf 63562 Festmeter. Auch der Holzgeldumsatz wuchs auf etwa 3,7 Millionen Euro. Einnahmen von rund 253 000 Euro standen Ausgaben von etwa 214 000 Euro gegenüber. Das ergibt einen Gewinn von circa 39 000 Euro. „Ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, betonte Geschäftsführer Klaus Deibel. In Bezug auf 2019 hofft er, „dass es ein ruhigeres Jahr wird“. Das Eigenkapital belief sich Ende 2018 auf 294 000 Euro. „Das brauchen wir auch – als Puffer, wenn wir mal nicht so viel Holz machen können.“

Auch um PEFC ging es an dem Abend. Dabei handelt es sich um die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger

Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Kathrin Selhuber, Regionalassistentin Bayern-Süd, referierte darüber. Bei der WBV ist rund ein Viertel der insgesamt gut 1000 Mitglieder zertifiziert. „Es wird verlangt, da kommen wir nicht aus“, unterstrich der erste Vorsitzende Jakob Promberger.

Zudem appellierte der WBV-Chef an die Waldbauern, das Käferholz aus dem Wald zu räumen. Es sei zudem wichtig, auf standortgemäße Baumarten zu setzen. Dr. Stephan Gampe vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bat darum, Kahlflächen nicht nur mit Fichte aufzuforsten. „Reine Fichte wird zum Auslaufmodell in Wärmelagen wie dem Weilheimer Becken.“

Zudem kam Gampe auf ein spezielles geschütztes Nagetier zu sprechen. „Wir haben sehr volle Biber-Lebensräume. Die Schäden sind extrem. Wir müssen schauen, dass die Schäden tragbar bleiben.“

Betroffen ist zum Beispiel Hans Furtmayr aus Huglfing. „Warum wird da nichts unternommen? Ist das so schwierig“, fragte er erbost. Am Staffelsee funktioniere es ja auch. Furtmayr ist überzeugt: „Die Landrätin kann ein Machtwort sprechen.“ Vizelandrat Karl-Heinz Grehl (Grüne) wies darauf hin, dass Beamte in der Unteren Naturschutzbehörde zuständig seien. Man müsse „zusammen eine Lösung finden, soweit es das Gesetz hergibt“. 

Von Roland Lory

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