Schädling beschäftigt Waldbauern – Waldbesitzervereinigung ehrt Schmorell

Käferbäume aufarbeiten

+
Kleine Aufmerksamkeit: WBV-Chef Jakob Promberger (re.) dankt ehemaligem AELF-Leiter Markus Schmorell mit einem Präsent für die Unterstützung.

Oberhausen – Der Borkenkäfer hat die Waldbauern im vergangenen Jahr auf Trab gehalten. Heuer wird es vermutlich nicht anders ausschauen. Um das Problem in Grenzen zu halten, sind Waldbesitzer aufgerufen, ihre Bestände im Frühjahr zu kontrollieren. Derlei Appelle wurden bei der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Weilheim (WBV) im Oberhauser Stroblwirt laut.

„Es ist zwingend erforderlich, jetzt die befallenen Bäume bis Mitte/Ende April aufzuarbeiten“, betonte etwa Markus Hildebrandt. Er ist neuer Bereichsleiter Forsten am Weilheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF). Hildebrandt versprach den WBV-Mitgliedern, dass die Behörde sie unterstützen werde. „Lieber mal einen Baum zu viel umschneiden“, empfahl Daniel Pfurtscheller vom Tiroler Sägewerk Troger Holz GmbH.

Wie früh und wie heftig der Käfer in Aktion tritt, hängt laut WBV vor allem von der Witterung und dem potenziellen Brutmaterial ab. Nach Orkan „Niklas“, der vor zwei Jahren über das Land fegte, war die Käferthematik stärker in den Fokus gerückt. Wie WBV-Geschäftsführer Klaus Deibel darlegte, war der Preisverfall nach dem Sturm nicht so dramatisch wie nach „Wiebke“ (1990). Für Fichtenabschnitte können die Waldbauern derzeit 80 bis 90 Euro erlösen. „Die Nachfrage nach Fichtenstammholz ist gut.“ Die Preistendenz sei gleichbleibend, sagte Deibel.

2015 hatten die WBV und deren Mitglieder wegen „Niklas“ alle Hände voll zu tun. Rund 82 000 Festmeter Holz vermarktete die Organisation damals. Im vergangenen Jahr waren es dann rund 30 000 Festmeter weniger. Auch der Holzgeldumsatz reduzierte sich entsprechend auf etwa drei Millionen Euro. Gleichwohl konnte Deibel ein Plus von circa 35 000 Euro verbuchen.

Er ist zwar nicht mehr Chef des AELF. Dennoch war der langjährige Behördenleiter Markus Schmorell an dem Abend zugegen. Das hatte seinen Grund: Der WBV-Vorsitzende Jakob Promberger würdigte Schmorells Verdienste, der vor rund zwei Monaten in den Ruhestand ging. „Mit fundiertem Fachwissen und Weitsicht“ habe dieser die private Forstwirtschaft unterstützt und vorangebracht. Zudem habe Schmorell bei der Wild-Wald-Problematik den Dialog gefördert, betonte Promberger. Der Pensionär lobte wiederum die WBV. Diese habe in besagter Frage „uns und die Wälder nicht im Stich gelassen“.

Von Roland Lory

Auch interessant

Meistgelesen

Kunstmesse kommt wieder
Kunstmesse kommt wieder
Höhere Tarife
Höhere Tarife
Tage für Alte und Neue Musik
Tage für Alte und Neue Musik
Ein Blick hinter die Kulissen
Ein Blick hinter die Kulissen

Kommentare