Für jeden eine Lösung finden – Jugendsozialarbeit unterstützt BerufsschülerInnen in schwierigen Situationen

Stellten die Jugendsozialarbeit der Öffentlichkeit vor (v. li.): Thomas Schütz, stellvertretender Leiter des Beruflichen Schulzentrums Schongau, Landrat Dr. Friedrich Zeller, Nada Adamovic, Gabriele Schirmeister, Dr. Burkhard Küster, Leiter der Berufsschule Weilheim und Schülersprecher Matthias Müller. Foto: Gsöll

Mobbing in der Klasse, sexuelle Belästigung im Betrieb oder Verlust des Ausbildungsplatzes – das sind Situationen in denen Jugendliche alleine nicht weiter wissen. An den Berufsschulen in Weilheim und Schongau wurde deshalb die Jugendsozialarbeit eingerichtet.

Seit diesem Schuljahr kümmern sich die Sozialpädagoginnen Gabriele Schirmeister in Weilheim und Nada Adamovic in Schongau um BerufsschülerInnen mit Problemen. Die Jugendsozialarbeiterinnen bieten nicht nur Einzelfallhilfe und Krisenintervention an, sie setzen sich auch präventiv mit den Klassen in Gruppenarbeit auseinander, führen unterschiedliche Projekte durch und beteiligen sich an der Schulgestaltung. „Vielen Jugendlichen hilft schon die Tatsache, gesehen zu werden, dass jemand fragt: Wie geht es Dir?“, so die Erfahrung von Schirmeister. Die Gründe warum Schüler zu ihr kommen sind sehr unterschiedlich. Manche kommen jedoch nicht von sich aus auf die Sozialarbeiterinnen zu. „Oft sind es die Lehrkräfte, die uns einen Hinweis geben, dass mit einem Schüler etwas nicht in Ordnung ist“, sagt Schirmeister. Wenn zum Beispiel ein Lehrling mehrmals unentschuldigt nicht in seinem Ausbildungsbetrieb auftaucht oder ständig in der Schule fehlt. „Bei manchen Schülern ist es nötig, dass wir sie zu Hause besuchen“, wie Schirmeister berichtet. Die Resonanz der Eltern sei dabei fast immer positiv – „die sind dankbar, weil sie nur schwer an ihre Kinder herankommen und nicht wissen, an wen sie sich wenden können.“ Auch Mobbing innerhalb der Klassen bekommen die Lehrer als erste mit. Dann treten Schirmeister und Adamovic als Schlichterinnen auf. „Solche Fälle konnten wir bisher immer sofort abstellen, nachdem uns der jeweilige Klassenlehrer darauf aufmerksam gemacht hatte“, wie Adamovic erklärt. Die Jugensozialarbeiterinnen stellen sich ausdrücklich auf die Seite der Jugendlichen. Alle Gespräche werden vertraulich behandelt. Um für alle Schüler möglichst passende Lösungen zu finden, kooperieren Schirmeister und Adamovic mit dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit und verschiedenen Bildungsträgern. Die Jugendsozialarbeit wird vom Landkreis Weilheim-Schongau und vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit, Frauen und Soziales finanziert. Anstellungsträger ist der Verein Brücke Oberland. Erreichbar sind die Jugendsozialarbeiterinnen unter Tel. 0881/982320 an der Staatlichen Berufsschule in Weilheim, unter Tel. 08861/232153 am Beruflichen Schulzentum in Schongau.

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