»Müssen zusammenhalten«

Josef Wiedemann, Ortsvorsitzender Weilheim des Handelsverbands, im Interview

Josef Wiedemann.
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Josef Wiedemann ist neuer Ortsvorsitzender Weilheim des Handelsverbands.

Weilheim/Landkreis – Seit Anfang März ist der Weilheimer Geschäftsmann Josef Wiedemann Ortsvorsitzender für Weilheim und stellvertretender Kreisvorsitzender Weilheim-Schongau beim Handelsverband Bayern e.V.. Mit Kreisboten-Redaktionsleitung Sofia Wiethaler hat er über seine Vorhaben, Intention und darüber gesprochen, wem er besonders dankbar ist.

Aus welchem Grund haben Sie sich für die Posten aufstellen lassen?
Wiedemann: „Ich engagiere mich schon seit Längerem ehrenamtlich. Insbesondere liegt mir der gesamte stationäre Handel am Herzen. Jedes Geschäft hat seine Berechtigung und seinen Platz. Mit dem Handelsverband habe ich die Möglichkeit, in diesem Rahmen etwas zu bewegen. Außerdem versorgt der Verband seine Mitglieder sehr gut und vor allem schnell mit wichtigen Informationen. Diese möchte ich gerne weitergeben.“
Wie haben Sie von Ihrem Wahlerfolg erfahren?
Wiedemann: „Die Wahl läuft immer schriftlich ab. Somit wurde ich auch per Brief informiert – und habe mich sehr gefreut. Ich habe schon vor Corona immer wieder mit dem Gedanken gespielt, mich aufstellen zu lassen. Die Pandemie hat die Idee nochmal angefeuert, weil ich das Engagement in der aktuellen Situation für besonders wichtig halte.“
An welchen Vorhaben arbeiten Sie aktuell?
Wiedemann: „Ich spreche mit Verantwortlichen in der Region darüber, wie das Bestellen vor Ort beziehungsweise der Einkauf an sich überarbeitet werden kann. Der stationäre Handel befindet sich ja gerade in einer Umstrukturierung. Ich merke, dass die Gemeinden und Kommunen in dem Thema schon drin sind. Die wissen ja, dass Not am Mann ist. Mit der Stadt Weilheim habe ich zum Beispiel eine Bewerbung für das Fitnessprogramm „Starke Zentren“ vom Bayerischen Staatsministerium erarbeitet. Wenn wir dabei Erfolg haben, würden wir finanziell und mit Know-how unterstützt werden.“
Wie sehen Sie die aktuelle Situation im Einzelhandel?
Wiedemann: „Natürlich gibt es den Handel noch und wir schauen nach Corona positiv in die Zukunft. Es wird und muss weitergehen. Allerdings wird es im Handel beziehungsweise der Wirtschaft schon Veränderungen geben. Gerade was den Internetauftritt angeht, haben viele Weilheimer Geschäfte stark zugelegt. Allerdings möchte ich auch verständlich machen, dass das nicht so schnell geht. Viele Händler haben in der Vergangenheit viel Zeit in Aktionen, wie die Lesepause oder den Innenstadtfasching, gesteckt. Sie haben sich ehrenamtlich engagiert anstatt sich um sich selbst und beispielsweise den Ausbau ihres Internetauftritts zu kümmern. Ich finde es schade, dass diese Geschäftsleute jetzt ein bisschen hinten anstehen. Wenn ich in die Weilheimer Innenstadt schaue, dann bin ich den Tränen nahe. Es gibt viele Händler, die mit viel Idealismus und Einsatz ihr Geschäft betreiben und jetzt in den Onlinehandel hineingequetscht werden.“
Wie viel Zeit investieren Sie in Ihre Posten?
Wiedemann: „Das darf ich gar nicht sagen (lacht). Eigentlich beschäftigt es mich von morgens bis abends. Ich bekomme die Tragweite der Problematik mit, da kann ich nicht sagen ‚Das interessiert mich heute nicht.“
Wie unterstützt der Handelsverband Einzelhändler in der Corona-Krise?
Wiedemann: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich das Angebot des Verbands sehr gut finde. Es gibt immer die Möglichkeit der Beratung und ganz unterschiedliche, individuelle Programme. Auch Anwälte stehen uns zur Seite. Des Weiteren hilft auch das Netzwerk, bei dem man viele Ratschläge bekommt.“
Liegt Ihnen, bezogen auf die aktuelle Situation des Handels, etwas besonders am Herzen?
Wiedemann: „Ja. Ich möchte mich wirklich bei den Kunden bedanken, die trotz der Hindernisse in die Innenstadt kommen und vor Ort einkaufen. Ich glaube, dass darf ich im Namen aller Kollegen sagen. An andere Händler möchte ich den Appell richten, sich durch den Handelsverband und untereinander helfen zu lassen. Was für mich aktuell im Vordergrund steht, ist die Gesundheit zu schützen und die Hygieneregeln einzuhalten. Dadurch lässt sich auch die Inzidenz runter bringen, was wiederum gut für den Handel ist. Das ist die beste Lösung – so gehen Gesundheit und Wirtschaft Hand in Hand. Wir müssen jetzt nochmal zusammenhalten, sonst hat das ganz immense Folgen.“
Vielen Dank für das Gespräch. 

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