Ergebnisse der repräsentativen Jugendbefragung von 2015 geben großteils positives Feedback

Zuversicht statt Zukunftsangst

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Bei der Vorstellung der Ergebnisse v. li. Jürgen Wachtler, Leiter des Amtes für Jugend und Familie; Annika Seif, Kreisjugendpflegerin; Karl-Heinz Grehl, stellvertretender Landrat und Christina Daisenberger, Kreisjugendpflegerin.

Landkreis – Auf jeden, der sich selbst nicht mehr in diesem Alter befindet, haben Jugendliche wohl schon einmal desinteressiert oder unzufrieden gewirkt.

Dass dieser Anschein, zumindest im Landkreis Weilheim-Schongau, nicht der Wahrheit entspricht, zeigen die Ergebnisse der 2015 durchgeführten Jugendbefragung. Innerhalb des Projektes der Jugendhilfeplanung und der Kommunalen Jugendarbeit wurden 4 273 Kinder und Jugendliche befragt. Die SchülerInnen von 22 Schulen der Klassen sechs, acht und zehn erhielten den zwölfseitigen Fragebogen. Der Rücklauf der Bögen, der bei 82 Prozent lag, sei unglaublich gewesen, sagte Karl-Heinz Grehl, stellvertretender Landrat, bei der Vorstellung.

Diesen Erfolg machte unter anderem Claudia Sam-Doess von der Jugendhilfeplanung vor allem an der Unterstützung der Schulen fest, durch die die Unterlagen an die Befragten verteilt wurden. Manche Schulen hätten die Bögen sogar im Unterricht behandelt. Berücksichtigt wurden in der vom Sags Institut durchgeführten Befragung die Themenbereiche Soziodemographie, Freizeitgestaltung, Mitgliedschaften/Vereine, Angebote für Jugendliche, Mobilität, Wohnort, Beteiligungsmöglichkeiten und Zukunfts- und Berufsaussichten. Es sei wirklich viel abgefragt worden, so Kreisjugendpflegerin Annika Seif, und es hätte sich gezeigt, dass die Jugendlichen großteils sehr zufrieden seien. 48 Prozent stehen laut der Befragung ihrer Zukunft zuversichtlich gegenüber. Was die Wohnsituation der Jugendlichen angeht, gaben 77 Prozent an, bei beiden Eltern zu leben. 75 Prozent der Väter der Befragten haben eine Vollzeitbeschäftigung, allerdings nur 21 Prozent der Mütter. Das spiegelt sich auch in der Frage nach dem Zeitumfang der Eltern wider. Jeder Dritte findet, dass der Vater eher zu wenig Zeit hat und 13 Prozent empfinden es so, dass die Mutter eher zu viel Zeit hat.

Hoch im Kurs stehen bei den Jugendlichen Jugendgruppen und Vereine. 79 Prozent gaben an, in einer solchen Organisation Mitglied zu sein. Die übrigen 21 Prozent haben meist keine Lust oder sind schulisch zu stark eingebunden. Er hätte nicht geglaubt, dass knapp die Hälfte der Befragten selber Musik mache beziehungsweise, dass sich 30 Prozent mehrmals pro Monat zum Beispiel mit Karten- und Brettspielen die Zeit vertreiben würden, so Jürgen Wachtler, Leiter des Amtes für Jugend und Familie.

Was die Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten in ihrem Wohnort angeht, sagen nur 19 Prozent, dass sie ihnen wichtig sind. Der Großteil, nämlich 52 Prozent, steht dem Thema neutral gegenüber. 59 Prozent der Jugendlichen kennen zudem ihren Ansprechpartner vor Ort nicht. Allerdings gaben auch 52 Prozent an, mit den vorhandenen Beteiligungsmöglichkeiten zufrieden zu sein. Und 32 Prozent würden sich an Ideen und Verbesserungsprojekten beteiligen.

Aus diesen und vielen weiteren Ergebnissen, sowie aus fachlichen Diskussionen in den Planungs- und Workshopgruppen „Jugendbefragung“ der Jugendhilfeplanung, wurden fünf Handlungsempfehlungen formuliert. Diese wurden bereits im November 2016 vom Jugendhilfeausschuss beschlossen. Eine Empfehlung ist, den Bekanntheitsgrad der Jugendreferenten zu intensivieren. Dabei soll neben dem persönlichen Kontakt auch die mediale Präsenz gesteigert werden, zum Beispiel durch die Nutzung sozialer Netzwerke. Ebenfalls auf dieser Liste steht die Etablierung von jugendspezifischen Veranstaltungen. Was diesen Punkt angeht, sind die Akteure mitten in der Planung für das „hAMMER-sound Jugendfestival“ (wir berichteten). Auch was die Verbesserung der Infrastruktur in Bezug auf Jugendarbeit betrifft, geht es voran. Zum Beispiel wurde vor Kurzem ein Jugendraum in Raisting eröffnet. Sie seien seit über einem Jahr mit der Umsetzung der Empfehlungen beschäftigt, sagte Sam-Doess. „Wir können da sehr stolz drauf sein“, so Wachtler über die repräsentative Befragung. Daher sprach er sich auch dafür aus, sie in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Im Bericht zur Jugendbefragung wurde auch eine Anmerkung zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots gemacht. Für die meisten Jugendlichen, vor allem in ländlichen und dünn besiedelten Gebieten, würden Bus- und Bahnverbindungen nachts und am Wochenende fehlen. Den politischen Verantwortlichen sei diese Situation bewusst, weswegen auch die Angebote „Nachtbus“ und „Nachtschwärmer-Taxi“ gefördert wurden. Diese Fahrmöglichkeiten würden von den Jugendlichen aber viel zu wenig genutzt werden, wie es in dem Bericht heißt.

Von Sofia Wiethaler

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