Jugendbefragung zeigt konkreten Handlungsbedarf auf – Ausschuss beschließt Empfehlungen

Zukunft aktiv gestalten

+
Die Ergebnisse der Jugendumfrage wurden auf insgesamt vier Plakaten grafisch aufbereitet und an den 22 teilnehmenden Schulen im Landkreis aufgehängt.

Landkreis – 2015 führte der Landkreis an 22 Schulen eine Jugendbefragung durch. Das Ergebnis der Studie zeigt die Bereiche auf, in denen Jugendliche Veränderungen in ihrem Lebensumfeld wünschen. Claudia Sam-Doess von der Jugendhilfeplanung stellte dem Jugendhilfeausschuss die nächsten Schritte bei der Entwicklung von Beteiligungs- und Freizeitmöglichkeiten vor.

3 271 Fragebögen wurden im Rahmen der Befragung durch das SAGS Institut ausgewertet, die Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahre beantwortet hatten. Abgefragt wurden die Themenbereiche Soziodemographie, Freizeitgestaltung, Mitgliedschaften/Vereine, Angebote für Jugendliche, Mobilität, Wohnort, Beteiligungsmöglichkeiten und Zukunfts- und Berufsaussichten. Die Gesamtkosten für die Befragung liegen bei rund 20 000 Euro.

In Arbeitsgruppen und Workshops – unter anderem waren hier Bürgermeister, Jugendreferenten, Schulleiter und Vertreter der Kommunalen Jugendarbeit (KoJa) beteiligt – wurden aus dem Umfrageergebnis Handlungsempfehlungen entwickelten, denen der Jugendhilfeausschuss komplett zustimmte. Ob und wie diese Empfehlungen in den Städten und Gemeinden des Landkreises umgesetzt werden, liegt bei diesen selbst. „Wir erleben uns als Servicestelle für die Gemeinden“, sagte Sam-Doess. „Wenn zum Beispiel der Wunsch besteht, organisieren und führen wir eine Zukunftswerkstatt durch.“

Die Mehrheit der Jugendlichen (85 Prozent) ist sicher oder zumindest latent daran interessiert, die Zukunft ihres Wohnortes mitzugestalten. Allerdings wissen 86 Prozent nicht, ob es Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort gibt. Hier muss an der Kommunikation, wie auch an den Angeboten gearbeitet werden. Bestehende Optionen, wie die Zukunftswerkstatt – hier haben zum Beispiel die Bürgermeister die Gelegenheit mit den jungen Menschen in den Dialog zu treten und sie nach ihren Ideen zu fragen – sind weiter zu entwickeln und neue, zum Beispiel eine U-18 Wahl, sind zu implementieren. Für die Durchführung einer U-18 Wahl besteht bereits ein Plan: diese soll 2019 bei der nächsten Europawahl abgehalten werden. Bei allen Ideen – zum Beispiel auch die eines Jugendbeirats oder einer Jugendvertretung – geht es darum, das politische Bewusstsein der jungen Menschen zu fördern.

Konkrete Ideen für Veranstaltungen die sich an junge Menschen richten gibt es: so planen für 2017 das Jugendzentrum Peiting und die KoJa gemeinsam ein kleines Konzert. 2018 soll es im Landkreis ein Open Air Festival geben. Noch nicht weiter konkretisiert sind Projekte in den Bereichen Partys (U-18), Sportveranstaltungen, Theater oder internationaler Jugendaustausch. Hier kommt es auch auf die Bedürfnisse der einzelnen Gemeinden an, erklärte Sam-Doess. Nachholbedarf besteht auch bei der Schaffung von Räumen, in denen sich die Jugendlichen Jahreszeiten unabhängig treffen können.

Ebenfalls Teil der Handlungsempfehlungen ist die Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Jugendreferenten. Sie vertreten die Interessen der Jugendlichen in politischen Gremien und sind die jungen Menschen aber häufig nicht bekannt. Um das zu ändern, soll ihre Präsenz vor Ort gestärkt werden, zum Beispiel durch den Besuch von Schulen, Vereinen und örtlichen Festen. Außerdem besteht die Überlegung, eine allgemeingültige E-Mail-Adresse für die Jugendreferenten einzuführen, vergleichbar der einer Gemeinde Mailadresse. „Wir haben sehr aktive Jugendreferenten“, betonte Sam-Doess, „aber die sind leider nicht immer bekannt“.

„Das ist der Start. Jetzt finden die Auswertungen vor Ort statt“, so Sam-Doess. Ihrer Beobachtung nach ist das Interesse an dem Ergebnis der Jugendbefragung sowie an den Handlungsempfehlungen groß.

Von Melanie Wießmeyer

Auch interessant

Meistgelesen

Hapfelmeier-Laufcup 
Hapfelmeier-Laufcup 
Magie und Shows der Extraklasse
Magie und Shows der Extraklasse
Jugend wählt in Weilheim
Jugend wählt in Weilheim
"Die Zukunft wartet nicht!"
"Die Zukunft wartet nicht!"

Kommentare