Mehr Fantasie in der "U-City"

Neuer Jugendbereich

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Marcel und Marlena am neuen „Fantasy“-Regal im Jugendbereich der Stadtbücherei.

Weilheim – Michael Ende, J.R.R. Tolkien, Cornelia Funke: Die Lieblingsautoren der Jugendlichen sind seit Jahren die gleichen. Doch nicht nur Klassiker, sondern auch viele andere Bücher gibt es in der neuen Jugendabteilung der Weilheimer Bücherei zu entdecken.

Dort können die Jugendlichen seit letzter Woche in einem neuen Bereich im Untergeschoss auf bequemen Sesseln, Sitzsäcken und einem weichen Teppich schmökern und verweilen. „Der Vorteil des neuen Jugendbereichs ist, dass nun ein eigenständiger, abgetrennter Ort für die Jugendlichen geschaffen wurde“, erklärte Bibliotheksleiterin Ulrike Göpfert. Hier sind nun alle Bücher, Hörbücher und DVDs für junge Leute ab zwölf Jahren zu finden. Neu ist auch die Sortierung in Bereichen wie „Non- Fiction“, „Friends & Love“ oder „Fantasy“. 

Praktikantin Stefanie Tafertshofer entwarf das Logo für die Jugendabteilung namens „U-City“. Es ziert nun die Regale – in Anlehnung daran, dass der Bereich im Untergeschoss der Bücherei liegt. Dort herrscht nun quasi „U-Bahn-Atmosphäre“. 

Die Konzeption des Jugendbereichs übernahm Katharina Ruf (23), Studentin an der Hochschule der Medien Stuttgart, im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit in Bibliotheks- und Informationsmanagement. Das Motto „Stadt“ war die einzige Vorgabe. Die Zusammenarbeit mit Ruf und ihrem Professor Martin Götz kam zu Stande durch das Projekt „Challenge 2013 – Praxis hilft Hochschule“. Dort stellte die Bücherei die Idee vor, dass ein Studierender den Bereich gestalten könnte. Ruf war sofort begeistert. 

Simone Groß, stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei, hat den Jugendbereich mitbetreut und -aufgebaut. Eine Herausforderung für die Gestaltung der Abteilung waren vor allem die weniger ansehlichen Türen, die zu den Technikräumen führen und der rote Feuerlöscher. Diese wurden farblich in das Gesamtkonzept integriert: Die Türen wurden weiß gestrichen und schwarz-weiße Poster mit Stadtmotiven und rotem Rahmen darauf angebracht. Dadurch passt auch der Feuerlöscher wieder in das Gesamtbild. „Jetzt ist es nicht mehr so trist“, findet Groß. 

Die vielen Bilder, die an Schnüren im Raum hängen, übernahmen die Klassen 7c und 7f des Gymnasiums Weilheim unter Leitung ihrer Kunstlehrerin Charlotte Thanner. Sie fertigten Federzeichnungen zum Thema „Ich wohne in meinem Lieblingsbuch“. Die Schülerinnen Rosa und Mona zauberten eine Stadtsilhouette, die nun als Banner über den Bücherregalen hängt. 

Bei der Eröffnung der Jugendabteilung gestalteten die Pfadfinder der Gruppe „Sir Francis Drake“ das Rahmenprogramm mit Sketchen zu Büchern. Etwa zeigten sie den Vorteil des Buches gegenüber dem iPhone. Man könne sich nämlich Geschichten im Kopf ausmalen und das auch, wenn man kein Handynetz hat oder der Akku leer ist. „Das ist was mit Fantasie und so“, berichtete ein Bücherwurm seinen Kollegen. 

Horst Martin, Jugendreferent und zweiter Bürgermeister der Stadt Weilheim betonte, dass Bibliotheken noch immer zu den meistgenutzten Kultur- und Bildungseinrichtungen gehören und damit vor den Kinos und der Fußball-Bundesliga stehen.

von Mirjam Mögele

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