"Die Juniorwahl": Organisatoren des Jugendvereins im Interview mit dem Kreisboten

Jugend wählt in Weilheim

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Mitglieder des Arbeitskreises bei einem Treffen zur Vorbereitung der Juniorwahl.

Weilheim – Was tun, wenn man unter 18 Jahre ist und sich gerne an der Bundestagswahl beteiligen würde? Antwort: an der Juniorwahl teilnehmen. In Weilheim wird diese von einem Arbeitskreis des Jugendvereins organisiert und am Gymnasium durchgeführt. Im Gespräch mit Kreisboten-Redakteurin Melanie Wießmeyer erzählen die Organisatoren Sonja Hollaus, Bastian Sinner und Katharina Preß von den Plänen und Vorbereitungen.

Was ist die Juniorwahl?

Hollaus: „Die Juniorwahl wird in ganz Deutschland sowie an deutschen Schulen im Ausland durchgeführt. Es ist eine Wahlsimulation, die möglichst nah an der echten Wahl gehalten wird – mit Stimmzettel, Kabine und Ausweis. Auch die Briefwahl ist möglich – die ganze zwölfte Jahrgangsstufe nutzt dies, weil sie auf Seminarfahrt ist. Betreut wird die Durchführung von der Dachorganisation der Juniorwahl.“

Wer kann an der Juniorwahl teilnehmen?

Sinner: „Im Prinzip kann jede Schule mitmachen. Unser Wunsch wäre, dass alle sich beteiligen. Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen ab der siebten Klasse.“

Hollaus: „Wir wissen leider nicht, ob anderen Schulen als das Gymnasium teilnehmen, aber auf jeden Fall nicht mit den JungenMenschenfürWeilhiem zusammen. Wir haben die anderen Schulen vor einer Zeit angeschrieben, ob sie Lust haben, aber wir haben nie eine Antwort bekommen.“

Wie kommt es, dass der Jugendverein sich an der Juniorwahl beteiligt?

Sinner: „20 Mitglieder haben gesagt ‚Wir haben Bock darauf‘ und so hat sich der Arbeitskreis gegründet.“

Wie sehen die Vorbereitungen aus?

Hollaus: „Wir gestalten Stellwände mit den wichtigsten Infos.“

Sinner: „So werden Plakate zu den Parteien in der Schule aufgehängt, die einen Überblick geben, was die Parteien eigentlich wollen. Das ist wichtig, da man vieles über die Parteien nicht weiß. Außerdem gibt es eine kurze Erklärung ‚Wie wählt man richtig‘.“

Preß: „Auch für uns ist das Plakat gestalten interessant und führt zu Diskussionen bei der Auseinandersetzung mit den Wahlprogrammen.“

Hollaus: „Und wir haben auch einen Wahlomaten.“

Wie lange seid ihr schon an den Vorbereitungen dran?

Sinner: „Es ist so eine Art Dauerauftrag. Seit Pfingsten besteht die Idee und läuft die Organisation.“

Und wie geht es nach der Wahl weiter?

Hollaus:„Die Stimmzettel werden von uns ausgezählt und das Ergebnis eingereicht. Der Ausgang der gesamten Juniorwahl wird mit dem Ergebnis am Wahl-Sonntag veröffentlicht. Es wird als die Info am Gymnasium ausgehängt und kann im Internet eingesehen werden.“

Was fandet ihr am Ergebnis der letzten Bundestags-Juniorwahl bemerkenswert?

Preß: „Es war erstaunlich, wie viele am Gymnasium die Grünen gewählt haben. Da zeigte sich ein deutlicher Unterschied zum Ergebnis der Bundestagswahl.“

Warum ist die Juniorwahl für euch wichtig?

Preß: „Wegen der Auseinandersetzung mit der Thematik und damit der politischen Bildung. Es besteht immer die Gefahr, dass man wählt was die Eltern wählen. Wir wollen eine bewusste Auseinandersetzung fördern.“

Sinner: „Es ist sogar so, dass durch die Kinder Interesse bei den Eltern entsteht und sie sich selbst mit den Parteien beschäftigen. Das ist ja auch der Vereinszweck. Die politische Partizipation und auch, dass man in den Familien diskutiert.“

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Infos zur Juniorwahl gibt es unter www.juniorwahl.de/start02.html.

von Melanie Wießmeyer

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