"JuPa" vor dem Aus

Sie haben das Jugendhaus „Come In“ zum Leben erweckt, Festivals organisiert und sich auf politischer Ebene für die Interessen Weilheims Jugendlicher eingesetzt. Nun steht das Jugendparlament (JuPa) vor dem Aus. Es fehlt am „Nachwuchs“.

„Wir hoffen, dass einige sich etwas von unserem Vortrag mit nach Hause nehmen werden und sich für die Arbeit im JuPa entschließen“, hofft der ehemalige Vorsitzende Vincenzo Mangano nach einer Infoveranstaltung in der Aula der Oberlandschulen. 70 Weilheimer SchülerInnen waren anwesend. Kaum war das letzte Wort gesprochen stürmten sie raus. Kaum einer informiert sich noch. Es war eine Pflichtveranstaltung für den Sozialkundeunterricht. „Direktor Dr. Henry Immler ist mit dem Vorschlag auf uns zugekommen“, erklärt Mangano. Ob das etwas gebracht hat, wird sich zeigen. Mindestens 15 politisch engagierte Jugendliche aus Weilheim zwischen 14 und 21 Jahren sind für die Wahl zu finden. Elf würden das JuPa bilden, vier davon den Vorstand. Bisher gibt es acht Kandidaten. Vier davon bringen Erfahrung mit: Sie waren bereits im Jugendparlament tätig. Einer der noch unerfahrenen Neulinge ist Joshua, der sich – sollte es zur Wahl des JuPa kommen – aufstellen lässt. „Ich möchte mich für die Jugendlichen in Weilheim engagieren“, sagt der 15-Jährige. Über das neue Jugendhaus „Come In“ sei er zum JuPa gekommen. Die Verantwortlichen fragten ihn, ob er Interesse habe. Er hat. Nachdem die neuen Räume bezogen sind, soll nun „auch der Außenbereich fertig werden“, fordert Joshua. Dafür will er sich stark machen. Zudem soll das Party-Angebot für die Weilheimer Jugend verbessert werden. Dieses Ziel hat auch die 17-jährige Susanne. „Ich habe ernsthaftes Interesse an der Arbeit im Jugendparlament“, erklärt sie nach der Infoveranstaltung. Ob sich das ehrenamtliche Engagement mit der Schule vereinbaren lässt, sei jedoch fraglich. Eine Party mit Electro-Musik und „nicht immer nur Metall“, schwebt Susanne vor. Joshua ist da konkreter. Um möglichst den Geschmack der breiten Jugendmasse Weilheims zu treffen, könnte er sich einen „Mix-Abend“ vorstellen: „Zu verschiedenen Uhrzeiten könnten wir unterschiedliche Musikrichtungen spielen“, erklärt er seine Idee. Ob es so weit kommt, wird sich zeigen, wenn die Wahl eines neuen Jugendparlaments in Weilheim zustande kommt. „Es ist ein gewaltiges Problem, jemanden zu finden“, ärgert sich Karin Hinzpeter-Gläser. Die Stadtjugendpflegerin hat das JuPa von seiner Gründung im Jahr 2000 an begleitet. Nun droht es, als letztes JuPa im Pfaffenwinkel – nach Penzberg –, zu verschwinden. „Weil die Jugendlichen das Interesse noch nicht haben – wollen“, vermutet Ex-Vorstand Mangano. Um das „Wieso?“ zu klären verteilten die ehemaligen JuPa-Mitglieder den Anwesenden in der Aula zwei Fragebögen. „Wir wollen die Meinung der Leute wissen“, sagt Mangano.

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