Katrin Jungmeier, Vorsitzende des KJR Weilheim-Schongau, im Interview

Sprachrohr der Jugendverbände

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Katrin Jungmeier.

Landkreis – Katrin Jungmeier hat seit dreieinhalb Jahren das Ehrenamt der Vorsitzenden des Kreisjugendrings (KJR) Weilheim-Schongau inne. Die 35-Jährige ist hauptamtlich beim Roten Kreuz Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen beschäftigt. Mit Kreisbotenvolontärin Sofia Wiethaler hat Jungmeier über ihr Amt und die Aufgaben des KJRs gesprochen.

Wie sind Sie zum KJR gekommen?

Jungmeier: „Ich war in Franken viele Jahre Jugendleiterin bei der Kreiswasserwacht. Als ich 2005 nach Oberbayern gezogen bin, habe ich mich wieder nach einer Wasserwacht umgesehen und war dort ebenfalls in der Jugendarbeit aktiv. 2007 gab es dann die Aktion „Drei Tage Zeit für Helden“ vom BJR und von Bayern 3, bei der Jugendverbände in sozialen Einrichtungen gemeinnützige Projekte durchgeführt haben. Dabei habe ich den KJR unterstützt und wurde anschließend gefragt, ob ich nicht im Vorstand des KJRs Weilheim-Schongau mitwirken möchte.“

Wie hat es sich ergeben, dass Sie Vorsitzende wurden?

Jungmeier: „Ich war zuerst Beisitzer im Vorstand. Als dann klar wurde, dass unser damaliger Vorsitzender Thomas Bieringer für sein Amt in absehbarer Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen würde, wählte man mich zur stellvertretenden Vorsitzenden. Dieses Amt habe ich vier Jahre ausgeübt. Als Bieringer sein Amt nach insgesamt zehn Jahren abgab, wurde ich Vorsitzende.“

Wie viel Zeit investieren Sie circa pro Monat in Ihr Amt?

Jungmeier: „Viel (lacht). Da ich selber aus einer pädagogischen Richtung komme, ich bin gelernte Erzieherin, habe ich an mich selbst sehr hohe Ansprüche. Dazu fand ein Generationenwechsel im Vorstand statt, sodass die neuen Mitglieder erst mal auf den aktuellen Stand gebracht werden mussten. Der Vorstand des KJRs Weilheim-Schongau trifft alle strategischen Entscheidungen und wird durch die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle, im operativen Geschäft, unterstützt. Das bedeutete zu Beginn, dass ich viele Sachen selber gemacht habe. Inzwischen kann ich aber einiges an den Vorstand und meinen Stellvertreter abgeben. Da die Stelle des Geschäftsführers noch nicht wieder besetzt ist, fallen derzeit einige zusätzliche Aufgaben für mich an. Wie viel Zeit ich genau investiere kann ich aber nicht sagen.“

Wie lässt sich Ihr Amt mir Ihrem Beruf und Ihrem Privatleben vereinbaren?

Jungmeier: „Ich habe keine Kinder, ansonsten sehe das bestimmt anders aus. Außerdem habe ich einen Partner, der auch in der Jugendarbeit aktiv ist. Er kennt und lebt es also auch. Ich habe aber definitiv meine ehrenamtliche Arbeit beim Roten Kreuz zurück gefahren. Ich habe jetzt keine eigene Jugendgruppe mehr, das ginge zeitlich gar nicht.“

Gibt es Dinge, die Sie beziehungsweise der KJR Weilheim-Schongau verändern möchten?

Jungmeier: „Wir möchten unsere strategische Ausrichtung mehr auf unsere originären Aufgaben konzentrieren. Wir sind bisher vor allem bekannt durch unsere Ferienfreizeiten, möchten uns aber in Zukunft unseren satzungsgemäßen Aufgaben intensiver widmen. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung, Beratung und Förderung der Jugendverbände. An dem bisherigen Freizeitenprogramm des KJR halten wir aber weiterhin fest.“

Was sind die nächsten Aktionen des KJRs Weilheim-Schongau?

Jungmeier: „Wir haben eine Halle auf der ORLA, die ‚Halle der Jugendarbeit‘. Dazu gibt es schon Absprachen mit den Jugendverbänden und Vereinen. Da sind wir gerade voll drin. Momentan planen wir auch einen ‚Juleica-Empfang‘ für Jugendleiter. Gerade suchen wir nach einer schönen Aktion, um den Jugendleitern damit ‚Dankeschön‘ zu sagen. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Ergebnissen der Jugendbefragung 2015, an der der KJR maßgeblich beteiligt war. Wir haben schon bei einem Treffen und der Vollversammlung über Aspekte der Befragung, die uns betreffen, gesprochen. Es ist ein weiteres Treffen geplant, bei dem wir Handlungsempfehlungen ausarbeiten und umsetzten wollen. Auch für uns als Verband ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen im Landkreis wohlfühlen. Daher vertrete ich die Jugendverbände auch in verschiedenen Gremien wie zum Beispiel dem Jugendhilfeausschuss. Zur Zeit laufen auch die Vorbereitungen für die ‚Juleica-Akademie‘, die von Kreisjugendringen und Bildungsstätten ins Leben gerufen wurde. Bei ihr sollen 2018 wieder landkreisübergreifend Fortbildungen für ehrenamtliche Jugendleiter angeboten werden.“

Hat der KJR Weilheim-Schongau auch Probleme Nachwuchs zu finden?

Jungmeier: „Für unsere Maßnahmen haben wir einen recht festen und stabilen Stamm an Betreuern. Was ich aber sehe ist, dass Verbände und Vereine zwar nicht allgemein Nachwuchsmangel haben, sie haben meist viele Kinder und Senioren, zwischen diesen Altersgruppen herrscht aber eine große Lücke. Ein großes Problem sehe ich persönlich in einem gesellschaftlichen Wandel. Jugendliche wollen sich oft nicht mehr verpflichten beziehungsweise Verantwortung übernehmen. Damit meine ich zum Beispiel, dass ich mir einmal die Woche für eine Gruppenstunde Zeit nehme. Auch wir haben im Vorstand noch einen Platz frei, der nicht besetzt werden konnte. Für die Vollversammlung im Herbst suchen wir noch nach Kandidaten.“

Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach für einen Verband beim KJR mitzumachen?

Jungmeier: „Der KJR ist das Sprachrohr, auch politisch, für die Jugendverbände im Landkreis. Wenn ich also politisch im Landkreis etwas für Jugendliche verändern möchte, ist es hilfreich beim KJR mitzumachen. Jugendverbände können dadurch in der Vollversammlung Anträge stellen, mit denen sich der Vorstand dann befasst. Wenn der Verband zusätzlich im Vorstand vertreten ist, kann er sich dort auch direkt einbringen.“

Warum engagieren Sie sich in der Jugendarbeit?

Jungmeier: „Ich bin da quasi reingewachsen. Mittlerweile kann ich aber sagen, dass ich so für die Jugendarbeit politisch etwas voran treiben kann. Ich finde auch, dass sich Jugendverbände im Hinblick auf die Bundestags- und Kommunalwahl überlegen sollten, wo sie politisch hin möchten. Dann können wir an die entsprechenden Gremien heran treten.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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