180 Jahre Kaufhaus Rid

Wohl ältestes Kaufhaus Deutschlands erhält Ehrenurkunde der IHK

Menschen in Kaufhaus
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Bei der Übergabe der Ehrenurkunde (v.li.): Max, Barbara und Florian Lipp, Jens Wucherpfennig von der IHK und Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Weilheim – Eine besondere Ehrung wurde Familie Lipp am vergangenen Montag zuteil: Jens Wucherpfennig, Leiter der IHK-Geschäftsstelle für München und Oberbayern, und Landrätin Andrea Jochner-Weiß überreichten dem aktuellen Inhaber Florian Lipp, der das Geschäft in sechster Generation führt, eine Ehrenurkunde. Mit dabei waren auch seine Eltern Max und Barbara Lipp. „Dies geschieht auch in Anerkennung des 45-jährigen Engagements von Max und Florian Lipp in der IHK“, so Wucherpfennig.

Auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß gratulierte zu dem beachtlichen Jubiläum des Weilheimer Traditionskaufhauses, das älteste seiner Art in Deutschland, wie Florian Lipp stolz ergänzte. Dabei gestaltete sich die Firmengeschichte durchaus wechselhaft. Schon kurz nach Gründung der Weberei für Leinen und Loden im Jahre 1840 durch Ludwig Rid, damals in der Oberen Stadt unter dem Namen „Zum Loderer“, führte der Wandel in den Herstellungsmethoden durch mechanische Webstühle zu Problemen. Rids Frau Barbara hatte da die richtige Idee, neben selbstgewebten Stoffen ab 1865 auch zugekaufte Ware – in der Hauptsache Kurzwaren – anzubieten.

1919, nur wenige Jahre vor der großen Inflation, kaufte Cajetan Rid das Geschäftshaus an der Schmiedstraße, wofür immense Schulden gemacht werden mussten. Diese konnten dann in der Wirtschaftskrise jedoch bald getilgt werden. Im September 1939 wird Max Lipp geboren, sein Vater muss in den zweiten Weltkrieg ziehen, der Großvater verstirbt, so dass die junge Anni Lipp, geborene Rid, mit einem Baby und dem Geschäft allein bleibt.

Doch auch diese Krisenzeiten übersteht das Familienunternehmen. 1966 eröffnet man die erste Filiale Penzberg, 1991 die zweite, 2008 eine weitere in Bad Tölz. Das Jahr 2020 brachte mit Corona wiederum nie dagewesene Herausforderungen mit der siebenwöchigen Schließung. Doch auch hier reagierten die Lipps prompt: In nur neun Tagen baute man einen Onlineshop mit 20 000 Artikeln auf.

„Unser Erfolg hat drei Geheimnisse“, so Florian Lipp, „die Beständigkeit in allen Höhen und Tiefen, unsere engagierten Mitarbeiter und unsere loyalen Kunden.“ Und so freut sich das Familienunternehmen auf die Zukunft. Und da heuer corona-bedingt keine großen Aktionen zum 180-jährigen Bestehen durchgeführt werden können, hat man sich etwas anderes für die Kunden ausgedacht: Es gibt Spiele mit regionalem Bezug wie etwa ein Memory Weilheim und Bad Tölz, Puzzle mit Motiven der Region und das individuelle Monopoly Weilheim mit Schmiedstraße und Marienplatz an Stelle von Schlossallee und Parkstraße.

Von Bianca Heigl

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