Gesundheitsamt startet Petition

Komasaufen stoppen

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Gemeinsam gegen Alkoholmissbrauch (v.li.): Simon Bräutigam, Petra Regauer, Stefan Klemptner, Gaby Zeitler, Christine Lang und Dr. Karl Breu.

Weilheim – Die Geschäfte sind schon zu, doch die Partygäste wollen unbedingt Schnaps trinken. Was tun? Natürlich einfach schnell zur nächsten Tankstelle. Doch das könnte bald ein Ende haben.

Minderjährige und junge Erwachsene trinken weniger Alkohol als noch vor einigen Jahren. Dennoch sei vor allem das „Rauschtrinken“ weit verbreitet, erklärte Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes. Gerade an Tankstellen decken sich die jungen Leute am Abend ein. Eine Petition soll das nun stoppen und fordert: „Zapfsäule Alkohol nachts schließen“. Etwa 60 Jugendliche werden im Landkreis jährlich wegen einer Alkoholvergiftung behandelt. Die Dunkelziffer ist vermutlich höher. „Wir wollen nicht die Tankstellen verteufeln“, sagt Petra Regauer vom Gesundheitsamt. Da Alkohol aber als genau so wichtig wie Benzin dargestellt werde, müsse die Politik darauf aufmerksam gemacht werden, dass Handlungsbedarf bestehe. Auch die Polizeigewerkschaft unterstützt diese Idee. „Alkohol ist der Aggressionsverstärker Nummer eins“, sagt Kriminalhauptkommissar Stefan Kemptner. „Die Politik geht zu zaghaft gegen Alkoholmissbrauch vor.“ Eine wöchentliche Szene: Jugendliche treffen sich auf einem Parkplatz und kommen spontan auf die Idee, sich an der Tankstelle noch mit Alkohol einzudecken. Das größte Problem sei das „Vorglühen“ vor Feiern. Es gebe nur noch wenige Jugendliche, die exzessiv trinken, sagt Simon Bräutigam, Jugendbeauftragter der Polizei. Aber vor allem, wenn Partys durch einige Betrunkene, die beispielsweise pöbeln oder sich übergeben ein jähes Ende finden, verstehen viele der jungen Leute oft keinen Spaß mehr. Daher fordern auch viele unter ihnen das Verkaufsverbot von Alkohol nach 20 Uhr. Diese Forderung greift das Gesundheitsamt nun auf. Eine Petition, die an den Landtag gesendet wird, liegt bis 10. Mai in Gemeinden und an weiterführenden Schulen aus. Wer selbst eine Liste auslegen möchte, kann sich im Gesundheitsamt melden. Auch online ist das Unterzeichnen möglich: Einfach auf der Homepage des Landratsamts auf die Seite des Gesundheitsamts gehen und abstimmen. Von Ursula Gnadl

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