Günter Scheurer unterschrieb Kaufvertrag – Penthäuser und Wohnungen in Planung

Kein Asylbewerberheim im Paradeis

Weilheim – Die Frage „Wohin mit den Flüchtlingen?“ beschäftigt Helmut Estermann von der Ausländerbehörde im Landratsamt von Neuem. Denn aus der geplanten Gemeinschaftsunterkunft an der Hans-Guggemoos-Straße 3 bis 5 in Weilheim wird nichts.

Der neue Eigentümer will das Gebäude abreißen und einen Wohnkomplex errichten. „Es ist wieder alles offen“, sagte Estermann auf Nachfrage. Er rechne jedoch fest damit, dass die für die Zuteilung zuständige Regierung von Oberbayern dem Landkreis „in nächster Zeit“ Asylanten zur Unterbringung schicken wird. Nach aktuellem Stand sei der Landkreis zur Aufnahme von weiteren 96 Asylsuchenden verpflichtet, mit einem  weiteren Anstieg müsse gerechnet werden. Nun werde in Gaststätten, Pensionen und Ferien- wohnungen nach Quartieren gesucht, bezahlt werden die Unterkünfte vom Freistaat.  

Die Stadt Weilheim hatte gegen die Belegung des maroden Gebäudes im Paradeis große Bedenken und bei einer Besichtigung gravierende Sanierungs- mängel festgestellt (wir berichteten). Zu einem Mietvertrag zwischen der Regierung  und dem früheren Gebäudeeigentümer, der „Pro Wohnen Weilheim GmbH“ mit Sitz in Grünwald, ist es nicht gekommen. 

Das bestätigte auch der zweite Bürgermeister Ingo Remesch in der gestrigen Bauausschusssitzung. „Das Gebäude ist nicht dazu geeignet, Menschen unterzubringen. Die Sachlage hat sich völlig verändert“, sagte er. Unter den Besuchern war auch Günter Scheurer. Seine Bauanfrage, das bestehende Gebäude in der Hans-Guggemoos-Straße 3 bis 5a abzureißen und ein L-förmiges Gebäude mit Wohnungen und Penthäusern zu errichten, wurde mit kleinen Änderun- gen vom Bauausschuss einstimmig genehmigt. „Die Sitzung ist positiv verlaufen. Ich bin zu 95 Prozent zufrieden“, sagte er. 

Auf Anfrage des Kreisboten, ob das Gebäude nun ihm gehöre, antwortete Günter Scheurer von „Wohnbau Scheurer“: „Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Der Eigentümer ist aber nicht die Firma ‘Pro Wohnen’ aus München, sondern Rigobert Dachs aus Weilheim. ‘Pro Wohnen’ wollte das Haus bei einer Versteigerung kaufen, konnte es aber dann nicht bezahlen.“ 

Damit dürfte es wohl klar sein, dass keine Asylbewerber in die Hans-Guggemoos-Straße ziehen werden. „Dass dort kein Asylbewerberheim entsteht, das können wir alle verschmerzen“, sagte Dr. Norbert Vidal (BfW)  und fügte an seine Stadtratskollegen gewandt, hinzu: „Nicht dass Sie denken, ich sei gegen Asylbewerber in Weilheim. Aber dieses Gebäude ist menschenunwürdig.“ 

Alfred Honisch (Grüne), Integrationsbeauftragter der Stadt Weilheim und Mitglied des Stadtrates, sieht das „Problem aber nicht aus der Welt geschafft“. Im Paradeis entstehe nun ein neues Flair mit dem Scheurer-Gebäude. „Das Problem ist aber nicht gelindert. Jetzt muss eine neue Lokation gefunden werden, da die Stadt noch ein gewisses Kontingent zu erfüllen hat“, sagte Honisch. Von Maria Hofstetter und Alma Jazbec

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